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Die neue BMW R nine T Scrambler geht ab dem 17. September zu Preisen ab 13 000 Euro an den Start.

Kernig, knackig, nackig

Die neue BMW R nine T Scrambler

Mit der vor knapp drei Jahren präsentierten R nine T hat BMW einen formidablen Erfolg hingelegt: Rund 23 000 Exemplare des Retrobikes mit dem luftgekühlten Boxermotor wurden bislang verkauft.

Die Münchner haben offenbar den Zeitgeist getroffen und ein obendrein sehr feines Zweirad kreiert. Flugs wurde drumherum nun die Modellgruppe „Heritage“ ausgerufen und mit der R nine T Scrambler ein zweites Kind der Familie vorgestellt, das ab 17. September beim Händler steht. Wir waren vorab damit unterwegs.

Ein bisserl wurde umgebaut: Der Lenker ist höher und die Fußrasten wanderten ein wenig nach hinten, das soll eine entspanntere und aufrechtere Sitzposition garantieren. Weil aber Schalter und Instrumente am gewohnten Platz sind und die Scrambler bewusst auf jeglichen Schnickschnack verzichtet, fällt die Eingewöhnung erfreulich kurz aus, und der Startknopf kann umgehend gedrückt werden. Der Motor wurde an die neue Euro-4-Norm angepasst, dennoch kommt ein kerniger Sound aus den zwei hochgezogenen Auspuffkrümmern. Der Zweizylinder leistet nach wie vor 110 PS und hat erwartungsgemäß keine Probleme, das 220 Kilogramm schwere Motorrad adäquat auf Trab zu bringen. Rein theoretisch soll die Scrambler sogar bis zu 217 km/h schnell sein.

BMW R nine T Scrambler - ein Klettermax

Die Scrambler erwies sich im Test unseres Autoren Volker Pfau als kernige Maschine.

Kernig und knackig geht die nackte Bayerin zu Werke. Die Arbeit am Lenker erfordert volle Konzentration und ein zupackendes Wesen, aber das passt zum Charakter dieses Bikes. Für Weicheier gibt’s genug Alternativen. Einziges elektronisches Helferlein als Zugeständnis an die Sicherheit ist neben dem serienmäßigen ABS die aufpreispflichtige Stabilitätskontrolle ASC (320 Euro). Ansonsten heißt’s: Motorrad pur. Den Abstecher auf die Schotterpiste, der sich ja für den Klettermax (so die freie Übersetzung des Wortes Scrambler) eigentlich anbietet, genießt man mit der Straßenbereifung eher weniger, da die mangelnde Traktion den Spaß mindert und die volle Konzentration erfordert.

Ansonsten passt alles. Nach rund 300 Kilometern darf die Prognose gewagt werden, dass auch die Scrambler ein ähnlich positives Feedback erzeugt wie die 14 900 Euro teure R nine T und dass sie dank ihres auf 13 000 Euro reduzierten Preises eine ganze Reihe an Käufern finden wird. Der Hersteller hat dabei bewusst Raum für Individualisierungen gelassen – damit kann man schließlich auch noch Geld verdienen. Denn ganz nackig wird wohl kaum jemand seinen kernigen Kletterer belassen.

BMW R nineT Scrambler

Volker Pfau

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