+
Ein Feldhamster wird am 2014 in Mannheim auf einer Ackerfläche im Bö†sfeld ausgewildert.

Bestandsaufnahme

Bedrohlicher Rückgang des Feldhamsters!

  • schließen

Mainz - Ohne wirksame Schutzmaßnahmen könnte es in wenigen Jahren keine Feldhamster mehr in Rheinland-Pfalz geben. Jetzt soll nach dem Vorbild Baden-Württembergs gehandelt werden.

Der Feldhamster könnte in Rheinland-Pfalz in wenigen Jahren verschwunden sein. So lautet das besorgniserregende Fazit einer jetzt vorgelegten Bestandserfassung. Die Erhebung für das „Bundesmonitoring 2015“ ist am Mittwoch Thema eines Fachgesprächs im Landesumweltministerium. Dabei wollen Experten aus Wissenschaft und Praxis auf Grundlage der neuen Erkenntnisse über weiterführende Maßnahmen zum Feldhamsterschutz beraten.

Feldhamster: Vom Zoo in die Wildnis 

Die Bestandsaufnahme für Rheinland-Pfalz ergibt pro Hektar der untersuchten Feldflächen nur noch 0,24 Hamsterbaue – das sind 63 Prozent weniger als beim ersten umfassenden ‚Monitoring‘ mit 0,65 Bauen pro Hektar vor fünf Jahren. 

„Ohne eine erhebliche Verstärkung der Bemühungen zum Feldhamsterschutz ist bis zum nächsten Bericht mit dem Verschwinden der Art in den größten Teilen von Rheinland-Pfalz zu rechnen“, heißt es in dem Bericht.

Die Autoren empfehlen unter anderem fünf Meter breite Streifen pro Hektar mit späterem Umbruch der Getreidestoppeln und den Verzicht auf den Einsatz von Feldmausbekämpfungsmitteln. Außerdem wird die Freisetzung von gezüchteten Feldhamstern vorgeschlagen, wie es etwa in Baden-Württemberg geschieht.

So setzt sich zum Beispiel der Heidelberger Zoo tatkräftig für den Erhalt des Nagers ein: Seit 2004 gibt es dort ein Zuchtprogramm für den Feldhamster. In Mannheim wird die bedrohte Tierart dann im Rahmen des Artenschutzprogramms ausgewildert. 

dpa/kab

Quelle: Mannheim24

Mehr zum Thema

Kommentare