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Milzbrand-Bakterien (Bacillus anthracis) unter dem Mikroskop.

Biowaffe Nr. 1

Darum ist Milzbrand so gefährlich

Der Milzbrand sorgt erneut für Schlagzeilen. In Sibirien steht eine ganze Region unter Quarantäne. Der Erreger, der auch als Anthrax bekannt ist, kommt überall auf der Welt vor. 

Milzbrand oder Anthrax ist eine bakterielle Infektionserkrankung, die meist Tiere in Afrika, Asien und Teilen Europas befällt. Gefährdet sind vor allem Paarhufer wie Rinder. Menschen in Industrieländern sind äußerst selten betroffen.

Doch der Milzbranderreger ist als terroristisches Kampfmittel gefürchtet. In den USA tauchten 2001 Briefe auf, die mit dem getrockneten Milzbrand-Sporen verseucht waren. Fünf Menschen starben.

Milzbrand Erreger

Der Milzbrand wird durch das Bakterium Bacillus anthracis hervorgerufen. Daher stammt auch der Begriff „Anthrax“ für diese Krankheit. Bei dem Erreger handelt es sich um ein sogenanntes grampositives, Sauerstoff verbrauchendes und sporenbildendes Stäbchen. Der deutsche Arzt Aloys Pollender (1800 bis 1879) hat den Milzbranderreger im Blut kranker Rinder 1855 entdeckt.

Der Milzbranderreger bildet Giftstoffe, die Blutgefäße bis in die kleinsten Kapillaren schädigen. Es kommt zu Blutungen.

Das Tückische: Die Sporen der Bazillen können jahrelang im Boden überleben.  

Milzbrand Infektion

Milzbrand-Bakterien (Bacillus anthracis) unter dem Mikroskop.

Es gibt keine Übertragung von Mensch zu Mensch. Für eine Infektion ist der direkte Kontakt mit dem Erreger nötig. Menschen können sich durch erkrankte Tieren oder das Berühren von infizierten Tierhäuten, aber auch durch den Verzehr von verseuchtem Fleisch anstecken, aber auch durch das Einatmen der Sporen. Je nach Art der Übertragung unterscheidet man Haut-, Lungen- oder Darmmilzbrand. Häufigste Form ist der Haut-Milzbrand.

Milzbrand Symptome

Zu Beginn der Krankheit sind die Symptome einer Infektion eher unspezifisch. Auch unterscheiden sie sich je nach Infektionsweg.

Der Milzbrand sollte so früh wie möglich mit Antibiotika behandelt werden. Lungen- und Darmmilzbrand verlaufen ohne Therapie oder bei verspätetem ärztlichen Eingreifen innerhalb von zwei bis drei Tagen tödlich. Hautmilzbrand ist dagegen vergleichsweise harmlos.

Hautmilzbrand

Kontakt durch die Haut

gerötete Papel, umliegendes Gewebe ist geschwollen, nach 2-6 Tagen schwarzer Schorf (schmerzloses Milzbrandkarbunkel) ggf. Allgemeinsymptome (Fieber, Benommenheit, Kreislaufprobleme) und Sepsis

Lungenmilzbrand

Einatmen der Sporen

Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, unproduktiver Husten, nach 2-4 Tagen hohes Fieber, Sepsis, Lungen- und Herz- Kreislauf-Versagen

Darmmilzbrand

Verzehr von infizierten Tierpordukten

Bauchschmerzen, blutige Diarrhö, Peritonitis, Herz- Kreislauf-Versagen

Milzbrand vorbeugen

Milzbrand (Anthrax) lässt sich nur durch den Kontakt mit dem Erreger vermeiden. Seit kurzem ist in Europa ein Impfstoff gegen den Milzbrand-Erreger zugelassen.

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