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Migräne ist kein simpler Kopfschmerz. Eine Attacke kann bis zu drei Tagen dauern. Betroffene reagieren überempfindlich auf Licht und Lärm.

Meilenstein in der Medizin

Migräne: Forscher entschlüsseln Ursache 

Migräne ist unberechenbar. Betroffene leiden unter heftigen Schmerzen. Ein Forscherteam hat nun neue Hinweise auf die Ursache der Kopfschmerzattacken gefunden.  

Migräne ist kein einfacher Kopfschmerz. Migräne bedingt sehr schwere pulsierende, pochende Kopfschmerzen. Jede Bewegung verstärkt bei einer Attacke die Schmerzen. Obendrein leiden Patienten unter schwerer Übelkeit und Erbrechen. Licht und Lärm verstärken die Anfälle. Die Schmerzphase dauert bei Erwachsen zwischen vier und 72 Stunden, bei Kindern ist sie meist kürzer und oft bereits nach einer Stunde beendet. In Deutschland leidet jeder siebte Erwachsene an Migräneattacken. 

Forscher haben nun 44 Genvarianten entdeckt, die mit einem erhöhten Risiko verbunden sind, an Migräne zu erkranken. Zahlreiche dieser Genvarianten sind in den Bereichen des Erbguts lokalisiert, die das Blutkreislaufsystem des Gehirns regulieren, ist in einer Pressemitteilung der Schmerzklinik Kiel zu lesen.

Ursache der Migräne

Diese Gene liefern nun, nach Ansicht der Forscher, eine Antwort auf die Frage, was sich überhaupt bei einer Migräne im Gehirn abspielt: Eine Störung der Blutversorgung des Gehirns ist demnach für die Entstehung einer Migräne verantwortlich. 

„Die Arterien versorgen die Nervenzellen des Gehirns mit Sauerstoff und Energie. Diese sind für die geregelte Nervenfunktion bedeutsam. Eine zeitweise Störung der Versorgung durch die besondere genetische Ausstattung der Betroffenen während der Migräneattacke nimmt nach den neuen Daten eine entscheidende Rolle in der Auslösung von Migräneattacken ein“, sagt Prof. Hartmut Göbel, Direktor der Schmerzklinik Kiel und Co-Autor der internationalen Studie .

Im Rahmen der Studie wurden Erbgutproben von 375.000 Europäern, Amerikanern und Australiern untersucht. Forscherteams aus zwölf Ländern waren an dem Projekt beteiligt.

Aufgrund der neuen Erkenntnisse, hoffen die Wissenschaftler nun für Migränepatienten maßgeschneiderte Therapien und Medikamente zu entwickeln. 

Löst ein Wetterumschwung Migräne aus?

Wetterumschwünge machen vielen Betroffenen zu schaffen. Doch ob das Wetter tatsächlich Schmerzattacken auslösen oder beeinflussen, ist wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen worden. 

Ein Projekt soll das ändern: Mit dem Migräne Radar der Hochschule Hof können Migräneanfälle können Patienten Migräne-Anfälle online melden. Die Daten werden auf der Plattform elektronisch erfasst. Die Forschungsergebnisse sollen auch in die Behandlung von Migränepatienten einfließen.

Migräne ist eine Volkskrankheit

Pro Tag leiden rund eine Million Frauen und Männer in Deutschland an Migräneattacken. Davon sind 100.000 pro Tag bettlägerig.

Die Migräne erreicht bezüglich Häufigkeit und Schwere der Attacken ihren Höhepunkt zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr und klingt ab dem 55. Lebensjahr langsam aus.

ml

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