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Nicht nur Kinder haben Angst.

Psychologie

Wovor haben die Deutschen am meisten Angst?

Spinnen, Dunkelheit, Arbeitslosigkeit: Jeder Mensch hat ganz persönliche Ängste. Wovor sich die deutsche Bevölkerung am meisten fürchtet und wie sie damit umgeht, hat eine Studie untersucht.

Angst zu haben ist eine ganz normale Eigenschaft des Menschen. Sie ist wichtiger Bestandteil des Alltags, da Angst seit jeher vor Gefahren schützt. Andererseits kann Angst auch negative Auswirkungen auf die menschliche Psyche haben und das Leben des Betroffenen stark beeinflussen.

Angst hat viele Gesichter: Manche fürchten sich bei konkreten Stress-Situationen wie beispielsweise beim Fliegen, andere bereits bei scheinbar banalen Tätigkeiten wie dem Einkaufen im Supermarkt. 

Schon bei Kindern sind Ängste weit verbreitet: 10 bis 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen leiden unter Angsterkrankungen, so die Diplom-Psychologin Dr. Susanne Knappe von der TU Dresden. Das berühmte "Monster unterm Bett" verschwindet im Normalfall jedoch mit dem Heranwachsen ganz von alleine. Doch manche Ängste bleiben. In krassen Fällen, wie beispielsweise bei Panikattacken, ist sogar eine Therapie notwendig.

Angst: Wovor fürchten sich die Deutschen?

Das Verbraucherportal Gutscheinsammler.de hat im Oktober 2016 1.000 Menschen in Deutschland über ihre Ängste befragt und die Daten ausgewertet. Die Ergebnisse im Überblick:

Clowns können auch zum Gruseln sein.

Die am meisten verbreitete Phobie ist die Angst vor Tieren (36 Prozent der Befragten). Vor allem Reptilien wie Schlangen sind dabei gefürchtet (18 Prozent), wobei die realistische Gefahr hierzulande eher gering ausfallen dürfte. Danach kommen persönliche Ängste wie die Flugangst, die Höhen- oder Platzangst mit 15 Prozent. Auch die Angst vor Clowns gehört laut Studie dazu. Auf dem dritten und vierten Platz der häufigsten Phobien kommt die Angst vor der eigenen Zukunft (13 Prozent) sowie die Furcht vor Krieg und Terror (12 Prozent).

Bei Frauen und Männern gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede: Laut der Studie leiden Frauen im Vergleich zu Männern mehr an persönlichen Ängsten, die Angst vor Krieg ist dabei jedoch weniger ausgeprägt. Die befragten Männer zeigten sich dafür eher furchtlos, was die Angst vor Tieren wie Reptilien oder Spinnen betrifft.

Ängste: Das sind die Top 5:

  • Reptilien
  • Persönliche Ängste (Flugangst, Höhenangst, Platzangst, Angst vor Menschenmengen, Angst vor Clowns)
  • Eigene Zukunft
  • Katastrophen aus Menschenhand
  • Schmerzen

Sind die Deutschen Angsthasen?

Von wegen "German Angst": Die Deutschen sind gar nicht so ängstlich, wie man es vermuten möchte. Über ein Viertel gab in der Umfrage an, unter keinen größeren Ängsten oder Phobien zu leiden. Außerdem gab fast die Hälfte (45 Prozent) an, sich den persönlichen Ängsten zu stellen, Männer dabei etwas mehr als Frauen. Ein Viertel der Frauen stellt sich ihren Ängsten nicht gerne, will aber zukünftig lernen, mit der eigenen Furcht besser umzugehen. Die furchtloseste Bevölkerungsschicht sind die 45- bis 54-Jährigen.

Die Auswirkungen der Angst

Einige Ängste greifen tief in das alltägliche Leben ein. Dass Ängste und Phobien den Betroffenen zusetzen können, zeigen die 19 Prozent der Teilnehmer, die mit dem Rückgang von Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen zu kämpfen haben. Besonders drastisch: Zehn Prozent gaben an, aufgrund persönlicher Ängste den Arbeitsplatz verloren zu haben. Bei der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen waren es mit elf Prozent vor allem zwischenmenschliche Beziehungen, die durch Ängste zerstört wurden. Auf die Gesundheit haben sich Ängste vor allem bei den Menschen ab 54 mit 19 Prozent negativ ausgewirkt.

So wird die Angst überwunden

Es ist keine leichte Aufgabe, seine eigenen Ängste aufzuarbeiten. Viele suchen dazu professionelle Hilfe auf (29 Prozent). Am beliebtesten sind dabei Psychotherapie, Hypnose und Gruppentherapie, vor Therapien mit virtueller Realität oder professioneller Expositionstherapie, wobei Patienten bewusst mit den eigenen Angstauslösern konfrontiert werden. Viele Betroffene greifen auch auf die Eigentherapie mittels Bücher, Videos oder Tagebuch-Schreiben zurück.

Von Felix Mildner

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