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Der Mann hinter der Kamera: Hauke Jürgens

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Der Mann mit den 101 Gesichtern 

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Heidelberg - Bewaffnet mit seiner Kamera streift der sympathische Hamburger durch die Straßen Heidelbergs. Dann entdeckt er ein interessantes Gesicht und es geht los ...

Fotografen setzen ihr Modelle zwar immer wieder ins richtige Licht, selbst stehen sie jedoch meist nur ungern vor der Kamera. Wir von HEIDELBERG24 hatten das Glück und konnten den Hobby-Fotografen und Blogger Hauke Jürgens persönlich treffen. 

Seit Anfang des Jahres ist Hauke regelmäßig in der Heidelberger Innenstadt unterwegs, läuft die Straßen auf und ab und ist auf der Suche nach interessanten Gesichtern. Dann spricht wildfremde Menschen an, die er mitten auf der Straße porträtiert. 

Die Idee dazu hatte der gebürtige Hamburger nachdem er 2010 auf einen Hobby-Fotografen aufmerksam würde, der ein Jahr lang jeden Tag einen Menschen auf der Straße fotografierte. Vier Jahre später entstand die Idee, ein eigenes Projekt zu starten und dieses in seinem Blog zu begleiten. Das Projekt "101 Gesichter" war geboren.

Bunter, schneller, mittendrin: Unsere Redakteurin wurde zur Nummer 31 im Projekt der 101 Gesichter.

Nach einem kurzen Kennenlernen geht es gleich zur Sache: Hinstellen, nett lächeln und in die Kamera gucken. Ein paar kurze Erklärungen folgen, dann ist auch schon alles vorbei und unsere Redakteurin ist offiziell Nummer 31 des Foto-Projekts. 

Wir sind erstaunt darüber, wie schnell das alles geht: Einfach Kamera raus und los geht´s. Wir fragen nach: 

Bei einem Fotografen denkt man an aufwendiges Equipment. Dieses Shooting ging dagegen wirklich schnell. Woran liegt das?

Beim 101 Gesichter-Projekt geht es weniger um die technische, als viel mehr um die zwischenmenschliche Erfahrung. Fotografieren hat viel mit den Menschen vor und hinter der Kamera zu tun. Als ich das Projekt begonnen habe, wollte ich mich selbst weiterentwickeln – Als Mensch. Nicht nur als Fotograf. Völlig fremde Menschen einfach so anzusprechen ist gar nicht so einfach. Das Projekt sollte mich persönlich weiterbringen und das hat es auch.

Bei deinem Projekt handelt es sich also um eine Herzensangelegenheit? 

Klar. Es kostet immer wieder Überwindung, sich selbst vorzustellen und sich mit der Bitte um ein Foto an völlig Unbekannte zu wenden. Aber das war Teil der Idee. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich als Fotograf im zwischenmenschlichen Bereich weiterentwickeln müsste und ich denke auch, dass mir das mittlerweile gelungen ist. Manchmal habe ich auch schlechte Tage und komme Heim ohne auch nur eine Person angesprochen zu haben. Andererseits habe ich mittlerweile auch schon mehr als 30 Leute von mir und meinem Projekt überzeugen können. Irgendwas muss ich also richtig machen.

Das Projekt "spielt" ja hauptsächlich in Heidelberg. Was zeichnet die Stadt für dich aus?

Wenn ich, speziell für das Projekt, in Heidelberg fotografiere, bin ich meist in der Innenstadt, bevorzugt in der Hauptstraße unterwegs. Ich mag diese Atmosphäre, diese Mischung aus alten Gebäuden und jungem Publikum. Ausserdem ist in der Hauptstraße eigentlich immer Publikumsverkehr. Ich kann mich nicht erinnern, dort mal alleine langgeschlendert zu sein. Ich finde es auch spannend zu sehen, wie das Stadtbild sich dort verändert mit anderen Geschäften, Baustellen etc. Und ich erfreue mich jedes Mal an den Straßenmusikern.

Die Fotos werden in deinem Blog – zusammen mit der dazugehörigen Geschichte – veröffentlicht. Wie kamst du zum bloggen?

Anfang 2010 wohnten meine Freundin und ich grade seit knapp zwei Jahren in Heidelberg und man hatte natürlich ein wenig das Bedürfnis, sein Erlebtes mit den Freunden und der Familie "in der Heimat" Hamburg, wo ich ursprünglich herkomme, zu teilen. Daher entstand irgendwann die Idee, einen Blog zu führen. Dieser hatte anfangs noch gar keinen Schwerpunkt auf der Fotografie. Ich glaube sogar, dass ich damals noch nicht einmal die Fotografie für mich entdeckt hatte. Es drehte sich also primär um mich, meinen Alltag, was ich erlebte etc. Nach und nach rückte dann die Fotografie mehr in den Fokus des Blogs. Jetzt gehört das einfach zusammen. Das Bild und die Geschichte sind fast schon gleichwertig für mich.

Was kommt nach den 101 Gesichtern? 

Ich bin mir nicht sicher, ob ich dann ein neue Projekt beginnen werden. Ich werde wahrscheinlich erstmal beobachten, was sich eigentlich so getan hat seit dem Projekt, mit meine persönliche Entwicklung anschauen. Ich würde die Fotos nicht technisch hinterfragen – Ob Bild 99 besser ist als das erste Bild, das ist mir nicht so wichtig. Ich würde einfach gucken, was es mir als Person gebracht hat. Die Bilder würde ich privat als Fotobuch binden lassen. Das mache ich auch immer, wenn ich auf einer Hochzeit war. Das ist ein tolles Erinnerungsstück für mich.


Du führst auch einen erfolgreichen Blog und willst gerne mal bei uns vorgestellt werden? Dann melde dich unter redaktion24@headline24.de. Wir freuen uns drauf dich und dein Projekt kennenzulernen!

mk

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