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Heidelberg und der kurpfälzische Dialekt: Sprichst Du perfekt „Kurpellsisch"?

Heidelberger und ihre „Schlabbagosch“

Sprichst Du perfekt „Kurpälzisch"? 

Heidelberg – Bagaasch, Dasch, Benseniggl – nein, hierbei handelt es sich nicht um eine Fremdsprache! Wenn Du diese Wörter auf Anhieb verstehst, sprichst du perfekt „Kurpellsisch"!

Die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt Heidelberg ist nicht nur bekannt für ihre malerische Altstadt mit der Schlossruine und ihre renommierte Universität – sondern auch für den kurpfälzischen Dialekt!

Du „singst“ beim Sprechen? Du isst nicht mit de ‚Griffel‘ sondern mit der ‚Gawwl‘ und setzt Dein Kind natürlich nicht in den Kinderwagen sondern in die ‚Bobbeschees‘? 

Herzlichen Glückwunsch – Du ‚babblst‘ perfekt ‚Kurpellsisch‘!

Was macht den kurpfälzischen Dialekt aus? 

Der auffälligste Unterschied zwischen dem kurpfälzischen Dialekt und dem ähnlich aufgebauten, aber trockener klingenden Dialekt des hessischen Odenwalds im Norden ist das typische kurpfälzische „Singen“, das oft die Betonung am Ende eines Satzes oder gemeinhin unbetonter Satzteile ansteigen lässt.

Beim Kurpfälzischen wird der Endung „-ich“ noch der Buchstabe S untergeschmuggelt – sodass ein „-isch“ ausgesprochen wird. 

In Heidelberg und Schwetzingen wird besonders gerne das „pf“ unterschlagen. So wird aus dem ‚Apfel‘  schnell ein ‚Appl‘.

Du willst auch „kurpfälzisch“ lernen? Wir haben ein kleines Lexikon für Dich!

Aag - Auge

allää - allein, von allein/selbst

babble, babbln - sprechen, reden 

Bää - die Beine 

Bääm/Beem - die Bäume 

Babbe - Papa, Vater 

Bagaasch, die - Verwandtschaft, abwertend für Personengruppen 

Barawer, der - Räuber 

Batschkapp, die - Baskenmütze

Bembl - Krug, Straßenbahn (in Heidelberg) 

Benseniggl (sehr häufig auch: Belseniggl) - Nikolaus, Weihnachtsmann 

Bobbes - Popo 

Bobbele - Baby, Kleinkind, auch: Püppchen, Puppe 

Bobbeschees, die - Kinderwagen, Puppenwagen 

Boschd - herangereifter junger Mann („Bursche“) 

dahäm - daheim, zu Hause 

dabbe - gehen 

Debbisch (alt) - warme Wolldecke („Teppich“) 

Deer, Diir - Tür 

Droddwaa - Gehweg (Trottoir)

Feez - Unsinn, Streiche 

fer umme - kostenlos 

Ferz/Färz - überflüssiger Kram, Unfug 

Gosch - Mund (abwertend beim Menschen)

Grumbeer, auch: Kadoffl - Kartoffel („Grundbirne“) 

Guudsl - Bonbon 

Hoa - Haare 

hogge - sitzen, hinsetzen 

Käärschl - kleines Auto (von „Karre“) 

Kees - Käse („Du menschd, du bischd de Kees“ - du meinst, du bist was besseres) 

Knorze/Knörzel/Knerzl - Brot (Endstück) 

Knowlisch/Knowlloch - Knoblauch 

Lagg(e)l - starker, grober, furchteinflößender oder flegelhafter, ungebildeter, unhöflicher Mensch (Schimpfwort); im Heidelberger Sprachraum auch für einen körperlich großen Menschen verwendet 

Lumbehaafe - abwertend für: Ludwigshafen am Rhein („Lumpenhafen“) 

Maadlin/Meedle/Määdln usw. - Mädchen 

Mais - Mäuse 

mallad - krank (aus französisch malade) 

Noos, die - Nase 

Owacht - Achtung (von „Obacht“) 

Owe(n)d - Abend 

Paraplie - Regenschirm (von französisch parapluie) 

Pärsching - Pfirsich 

plotze/blotze - rauchen („Der plotzt ä Kipp nach der onnere!“) 

räjere/reare - regnen 

schaffe - körperlich arbeiten (aber auch mit negativem Unterton: „Was hosch-en do widda g'schaffd?“

Schesslong - Sofa (von französisch chaise longue) 

Schnoogeribbsche - dünner Mensch (von Schnakenrippchen)

schnorre - betteln 

Simbel - Dummkopf, Idiot („Ha, du bisch doch net ganz sauwer im Kopp, du Simbel!“) 

Wäsching/Wärsching - Kopf (bedeutet „Wirsing“, abwertend gebraucht: er streckt seinen Wäsching aus dem Fenster heraus) 

Weck, das oder der - Brötchen 

Zwiwwl, Zwiwwle - Zwiebel, Zwiebeln 

zwiwwle - wehtun („zwiebeln“), „Des zwiwwlt“ („Das tut weh“) 

Zwoggl - kleiner, oft ungelenker Mensch

Zodoggda - Zahnarzt (Zahn-Doktor)

nis 

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