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Nach dem Unfall-Tod von Ben (9) halten Familie, Mitschüler und Eltern eine Mahnwache vor der Grundschule.

Nach tragischem Unfall

Vor seiner Grundschule: Mahnwache für toten Ben (†9)

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Heidelberg-Altstadt – Nach dem tödlichen Unfall in der Theaterstraße treffen sich Angehörige des Jungen (9), Mitschüler und Eltern vor der Friedrich-Ebert-Grundschule zur ‚Mahnwache‘. 

Bitte machen Sie ein Foto von mir – aber ich will die Lieblingsmütze meines Bruders aufziehen...

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So die bewegende Reaktion der zwölfjährigen Lucy als sie den HEIDELBERG24-Reporter sieht, mit ihrer Tante auf ihn zukommt.

Das tapfere Mädchen ist die Schwester des am Freitag vor der Friedrich-Ebert-Grundschule von einem Mercedes-Sprinter überfahrenen neunjährigen Ben ( WIR BERICHTETEN).

Mitschüler und Eltern halten Mahnwache vor Grundschule!

Gemeinsam mit ihrer Mutter kommt die Gymnasiastin mit rund 30 Grundschülern und deren Eltern am Dienstagmittag in der Theaterstraße zusammen – die Erwachsenen blockieren symbolisch die Fahrbahn.

Bis zur Beerdigung des Jungen am Samstag (22. Januar) soll die Mahnwache die ganze Woche über täglich um 12:30 Uhr an der Unglücksstelle stattfinden – dem Zeitpunkt des Unfall-Dramas.

Wir wollen jeden Tag rund zehn Minuten lang an Ben erinnern, aber damit auch an die Verantwortlichen im Rathaus appellieren, endlich tätig zu werden! So etwas Schreckliches darf nie wieder passieren – vor keiner Heidelberger Schule“, erklärt eine Mutter.

Gegen 12:20 Uhr fährt Polizeirat Christian Zacherle (Leiter Polizeirevier Mitte) vor, um sich ein Bild von der ‚Blockade‘ zu machen, spricht mit den Teilnehmern. 

Und die machen ihrem Ärger mächtig Luft: „Dieser tragische Unfall ist die traurige Folge von jahrzehntelang misslungener Städtebau-Politik! Wie kann man auf einer Straße zwischen einem Spielplatz und einer Grundschule keinerlei Sicherheitsmaßnahmen einplanen?!“, so ein aufgebrachter Vater. 

An Unglücksstelle: Kerzen, Blumen und Erinnerungen

Auch ein Parkplatz vor dem Spielplatz müsse weichen, um die Straße übersichtlicher zu machen. Doch genau dies sei laut Stadt als eine von zwei Maßnahmen bereits geschehen: Die zweite ist die Umwandlung in eine Spielstraße im August 2015.

Dennoch fordern die Eltern in einem offenen Brief von OB Eckart Würzner (54, parteilos) und dem Gemeinderat sofort wirksame Maßnahmen: Ampel, Zebrastreifen, Bodenschwellen oder verstärkte Geschwindigkeitskontrollen – vor allen Schulen und Kitas.

Doch schon kurz nach der Blockade fahren Autos in der Theaterstraße wieder deutlich schneller als die erlaubten vier bis sieben Stundenkilometer, was mit wütenden Zurechtweisungen quittiert wird. 

Offensichtlich beachtet in dem verkehrsberuhigten Bereich kaum jemand das blaue Schild „Schrittgeschwindigkeit beachten“ sowie das hoch oben an einer Hausfassade angebrachte „Achtung Kinder“.

Und einer älteren Anwohnerin schwant Böses: „Wenn erstmal der geplante Supermarkt in der Theaterstraße eröffnet, wird der Verkehr noch chaotischer.

Auffällig: Es scheint sich schon etwas zu tun. Als wir vor Ort sind, bespricht sich eine Delegation auf Höhe des Theaters. Es fallen Begriffe wie Poller und Bodenschwelle. 

Für den stets fröhlichen Ben kommen all diese Maßnahmen leider zu spät.

Die Mutter des Verunglückten zu HEIDELBERG24: „Bei der Trauerfeier stellen wir sein Saxofon und einen Rugby-Ball neben seinen Sarg, denn das waren seine Hobbys. Außerdem liebte Ben ‚Star Wars‘, Harry Potter und Borussia Dortmund.

>>> Tödlicher Unfall: Junge (9) von Transporter erfasst!

pek

Fotos: Unfall beim Linksabbiegen

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Lustige Schlittenfahrt auf dem Kohlhof!

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Winterzauber auf dem Königstuhl

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