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Mit Untersuchungen an Fruchtfliegen haben Krebsforscher neue Erkenntnisse über die Entstehung von Tumoren gewonnen. (Symbolbild)

Symposium in Heidelberg

Neue Erkenntnisse in Krebsforschung – dank Fruchtfliege!

Heidelberg-Neuenheim – Wie kann ein winziges und kurzlebiges Insekt wie die Fruchtfliege für einen Durchbruch in der Krebsforschung verantwortlich sein? Wissenschaftler in Heidelberg klären auf:

Die Stammzellforschung boomt - auch für Krebsforscher wird sie immer wichtiger. Die Mediziner erhoffen sich neue Erkenntnisse zur Entstehung von Tumoren und neue Lösungsansätze für deren Heilung. „Stammzellen und Krebs“ ist darum das zentrale Thema beim Internationalen Heinrich Behr Symposium in Heidelberg.

Wissenschaftler Andreas Trumpp ist einer der Gastgeber des Symposiums erklärt: „Ein Tumor entsteht, wenn sich in einer Zelle viele verschiedene Genveränderungen anhäufen, sogenannte Mutationen“, erläutert Trumpp. Kürzlich sei nachgewiesen worden, dass die erste Mutation oft in Stammzellen auftrete. Die Krebsforschung versuche, Möglichkeiten zu finden, nicht nur den vollausgewachsenen Tumor zu zerstören, sondern auch Zellen, die bereits diese ersten Mutationen aufwiesen.

Doch was hat das mit Fruchtfliegen zu tun?

Mit Untersuchungen an Fruchtfliegen haben Krebsforscher neue Erkenntnisse über die Entstehung von Tumoren gewonnen. „Uns ist es gelungen, die Ausbildung einer Tumorstammzelle aus einer normalen Stammzelle in der Fruchtfliege nachzubauen, sagt der Wiener Molekularbiologe Jürgen Knoblich anlässlich des Internationalen Heinrich Behr Symposiums in Heidelberg, das noch bis Dienstag dem 20. September dauert. 

Seine Forschung habe gezeigt, dass Defekte in der Zellteilung bei der Fruchtfliege zur Entstehung von Tumoren führten. Wenn ein bestimmtes Gen mutiert und das entsprechende Protein damit aus der Fliege entfernt werde, entstehe ein Gehirntumor, sagte Knoblich vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) in Wien. 

„Und diese Gehirntumore in der Fliege haben Eigenschaften, die auch sehr charakteristisch für menschliche Tumore sind.“ Zum Beispiel teilten sich die Zellen darin sehr viel stärker als in gesundem Gewebe. „Während die normale Stammzelle irgendwann aufhört, sich zu teilen, sterben diese Tumorstammzellen nicht“, erläutert Knoblich. 

Die Forschung lasse sich auf den Menschen übertragen, da es dieses bestimmte Protein auch in ihm gebe. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) richtet das Heinrich Behr Symposium alle zwei Jahre aus.

dpa/kp

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