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Das Land möchte das Registrierungszentrum im PHV verlagern und prüft jetzt Standorte in Mannheim und Schwetzingen.

Stadt und Land führen Gespräche zur Verlagerung

OB Würzner zu Registrierungszentrum: „Wir brauchen das Areal“

Heidelberg – Das Land möchte das Registrierungszentrum aus dem Patrick Henry Village verlagern und prüft Standorte in Schwetzingen und Mannheim als Alternative. Das sagt OB Würzner dazu:   

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl hat in der vergangenen Woche ein Standortkonzept zur Erstaufnahme von Menschen auf der Flucht vorgestellt. Darin wird bestätigt, dass das Heidelberger Patrick Henry Village (PHV) geräumt werden soll. (WIR BERICHTETEN) Das Land möchte das Registrierungszentrum verlagern und prüft jetzt Standorte in Mannheim (Coleman Barracks oder Spinelli Barracks) und Schwetzingen (Tompkin Barracks). 

Doch die Ankündigung des Landes Baden-Württemberg, kam für die beiden Städte sehr überraschend.

So stellte Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz klar, dass für ihn die ungehinderte städtebauliche Entwicklung Mannheims oberste Priorität hat. Sowohl die Konversionsfläche Benjamin Franklin Village als auch Spinelli sollen langfristig vollständig in städtischen Besitz übergehen. Die Einhaltung der Zusagen durch die Landesregierung seien essentiell für die Stadtentwicklung und damit auch für eine weitere Zusammenarbeit, stellt Kurz klar. 

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Eigentlich wollte man auch in Schwetzingen „dringend benötigten“ Wohnraum schaffen und das Gelände zeitnah in städtischem Besitz sehen, erklärt Pressesprecher Wolfgang Leberecht auf Nachfrage. Die Errichtung eines Registrierungszentrums sei nicht vorstellbar.

OB Würzner: „Wir brauchen das Areal“

„Innenminister Strobl bestätigt mit seinem Konzept exakt die Linie, die wir mit dem Land vereinbart haben: Das Registrierungszentrum ist vorübergehend auf PHV untergebracht, da Heidelberg diese Fläche als wachsendende Stadt dringend benötigt. Wir brauchen das Areal als letzte große Entwicklungsfläche für die Bereiche Wohnen, Wirtschaft und Wissenschaft. Ich freue mich, dass das Land Wort hält und sich nun um eine Verlagerung des Zentrums kümmert.“, so Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner.

Erste Gespräche mit dem Innenministerium

Der Oberbürgermeister führte in der vergangenen Woche hierzu bereits das erste Gespräch mit dem Stuttgarter Innenministerium. „Wir hatten ein sehr gutes Gespräch“, so Dr. Würzner. „Das Land erkennt unsere Entwicklungsplanung voll an und arbeitet an einer Lösung. Wir unterstützen dies gerne. Ich bin zuversichtlich, dass wir hier gemeinsam zu einer guten Lösung kommen.“

Freigabe für weite Teile von PHV Ende August 

Das Land Baden-Württemberg hatte bereits im August 2016 die sogenannte Freigabe für weite Teile von PHV erteilt. Damit gab es grünes Licht, dass der Bund als Eigentümer und die Stadt in Ankaufgespräche treten können. In der Vereinbarung dazu wird die befristete Nutzung eines Teilgebiets von PHV für das Registrierungszentrum bis 30. April 2017 verlängert. Im Gegenzug „ermöglicht und unterstützt das Land die Stadt Heidelberg beim Ankauf und der städtebaulichen Entwicklung von PHV“, heißt es in der Übereinkunft. (WIR BERICHTETEN) 

Hintergrund

Das „Patrick Henry Village“ ist eine Konversionsfläche, die für die Entwicklung des Heidelberger Südwestens und der Gesamtstadt die dringend benötigten Wohn- und Entwicklungsflächen bietet. Das Areal soll deshalb in seiner Gesamtheit möglichst schnell einer zukunftsweisenden Nachnutzung zugeführt werden. 

Die Stadt Heidelberg hat hierzu bereits einen Planungs- und Entwicklungsprozess unter Einbeziehung der Internationalen Bauausstellung „Wissen | schafft | Stadt“ und der Bürgerschaft gestartet. Der Heidelberger Gemeinderat hatte der befristeten Nutzung eines Teils des Geländes und der entsprechenden Räumlichkeiten für ein Notquartier des Landes zur Erstaufnahme von Flüchtlingen aus humanitären Gründen erstmals im November 2014 zugestimmt. Im Dezember 2014 ging das Winternotquartier in Betrieb. Im September 2015 richtete das Land in PHV eine zentrale Registrierungsstelle für Flüchtlinge ein. Seitdem werden dort mehrere Schritte des Registrierungsprozesses gebündelt.

Stadt Heidelberg/kp

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