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Der Circus Manuel Weisheit gastiert mit vier sibirischen Tigern auf einem Parkplatz.

Circus Manuel Weisheit

„Das macht denen überhaupt nichts!“

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Heidelberg-Pfaffengrund - Nach den Protesten vor dem Circus Manuel Weisheit am Wochenende hat HEIDELBERG24 sich selbst ein Bild von den Zuständen vor Ort gemacht – und die Betreiber getroffen.

Es hat gerade erst aufgehört zu regnen, als wir vor dem verbarrikadierten Eingang des Circus Manuel Weisheit stehen, heute ist keine Vorstellung. Am Eingang hängt ein Schild, auf dem steht: „Zufahrt für Post u. Lieferanten über Hugo-Stotz-Straße“. Wir sind zwar nicht die Post, aber neugierig. So stehen wir auf einmal inmitten von Wohnwagen und Gerätschaften. Überall sind Pfützen zu sehen, es ist alles andere als gemütlich. Auch ein kalter Wind weht uns um die Nase. Weit und breit ist niemand zu sehen – wir machen uns bemerkbar. 

HEIDELBERG24 macht sich ein Bild von den Zuständen im Zirkus

Eine Wohnwagentür öffnet sich und vor uns steht Tim Thomsen. Normalerweise sagt er während der Vorstellung die nächste Nummer an, heute führt er uns über den Parkplatz des ehemaligen Hornbachgebäudes, das im Moment der Standort des Circus Manuel Weisheit ist. 

Offen, freundlich und auskunftsbereit bringt er uns zum Zwinger der Sibirischen Tiger. Diese Tiger sind übrigens die größten, auf der Welt lebenden Raubkatzen und stark vom Aussterben bedroht. Der Circus Weisheit besitzt vier davon. Ihre Namen sind Sahi, Jill, Shiva und Sina. Eine der Tigerdamen liegt auf dem nassen, blanken Asphalt. Stürmisch begrüßt uns auf einmal Zirkushund Butch, der frei übers Gelände laufen kann. Sascha Prehn, der Tiger-Dompteur steigt derweil in den Zwinger und lässt die Großkatzen einige Kunstücke zeigen. 

Wir wollen wissen, ob es denn den Tigern gut tut, hier auf dem nackten Asphalt zu liegen. „Das macht denen überhaupt nichts. Das ist denen heute schon zu warm, das sind ja sibirische Tiger“, sind sich Thomsen und Prehn einig. Wir haben genug gesehen: Die Tiger liegen in engen Käfigen, als Abwechslung haben sie lediglich einen Auslauf von „120 Quadratmetern“. „Vorgeschrieben für vier Tiger sind 55“, sagt Tim Thomsen. Und auch als wir uns weiter umschauen, wird er nicht müde zu betonen, dass der Circus Manuel Weisheit immer „alle Vorschriften und Auflagen einhält“. 

Im Stall finden wir die beiden Pferde Pascha und Romeo. Auch sie stehen nicht auf Stroh, sondern auf Asphalt. Ein Zwergpony, Lama und eine Alpaka-Lamakreuzung stehen auch herum, die allerdings auf Stroh. „Das Lama springt in der Vorstellung viermal über Hindernisse“, berichtet Thomsen, ansonsten gehört es auch zum Streichelzoo, wie das Zwergpony und die Lama-Alpaka-Mischung. 

>>> Tierschützer demonstrieren gegen Zirkustier-Haltung

Draußen erzählt uns Tim Thomsen, dass „ihm die Proteste der Tierrechtler schon an die Nieren gehen“. Und wir glauben ihm. Aber der Protest vom Sonntag sei nicht schlimm gewesen, sagt er. „Nur das Krakeel der Leute war sehr laut. Die werden auch nicht heiser“. Doch da habe er schon Schlimmeres erlebt. Und er hat auch schon eine Geschichte parat: Der Kassenwagen sei schon oft beschmiert worden mit Hakenkreuzen und wüsten volksverhetzenden Parolen. 

Wir merken, Tim Thomsen und die Zirkus-Truppe wollen Menschen und vor allem Kinder unterhalten. Sie sind Zirkusleute mit Haut und Haaren. Und da muss jeder anpacken: Männer, Tiere und auch die Kinder tragen ihren Teil dazu bei. Wie sonst könnten sie das gesamte Zuschauerzelt innerhalb einer Stunde abbauen? 

tin

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