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Die Kuba-Flamingos werden noch bis zum Frühjahr hinter den Kulissen bleiben müssen.

Hinter Zoo-Kulissen

Wegen Vogelgrippe! Flamingos & Co. in Schutzbereichen

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Heidelberg-Neuenheim – Bist Du auch durch den Zoo geschlendert und hast einige unserer ‚gefiederten Freunde‘ vermisst? Reine Vorsichtsmaßnahme wegen der gefährlichen Vogelgrippe.

Ungewöhnlich still ist es derzeit am abgelassenen „Flamingosee“ der Roten Flamingos im Heidelberger Zoo mit seinen rund 100 Vogelarten – und wird es leider noch eine ganze Weile bleiben...

Denn statt dem Geschnatter der Exoten tummeln sich nur ein paar Enten und Möwen im eisigen Wasser. Schuld sind die ‚Evakuierungsmaßnahmen‘ aufgrund der Vogelgrippe (WIR BERICHTETEN)!

Kaum mehr Leben in der beliebten begehbaren Vogelvoliere „Küstenpanorama“, wo lediglich Sperlinge, Spaten & Co. durch das Zaunnetz schlüpfen und Futterreste stibitzen.

Viele Zoo-Vögel in Schutzbereichen eingeschlossen

Doch wo sind all die Vögel hin? 

Sie sind „aufgestallt“ sprich in einem geschlossenen Schutzbereich hinter den Zoo-Kulissen, in den nur berechtigte Personen reindürfen und (womöglich infizierte) Wildvögel nicht eindringen können! Dafür werden unter anderem die Quarantänestationen für Neuankömmlinge genutzt.

Der Platz hinter den Kulissen ist natürlich in der Größe nicht vergleichbar mit den großen und abwechslungsreich gestalteten Volieren“, bedauert Vogelkurator Simon Bruslund.

Früher als sonst wird ein Teil der Vögel in die entsprechenden Winterquartiere gebracht – etwa die Pelikane, die ihre temporäre Bleibe bereits kennen. Für viele gefiederte ‚Kollegen‘ ist die Situation jedoch neu, was den Tierpflegern erhöhtes Augenmerk abverlangt.

Dennoch hoffen natürlich alle im Zoo, dass die Evakuierung so schnell wie möglich wieder aufgehoben werden kann. Schließlich bedeuten die funktional eingerichteten ‚Notquartiere‘ eine deutlich eingeschränkte Lebensqualiät im Vergleich zu den gewohnten Außenanlagen.

Kein Wunder, bei nie zuvor von Vögeln bewohnten Bereichen, die Zoo-Mitarbeiter und Tierpfleger in Rekordzeit mit voll funktionsfähigen Volieren und Wasserstellen ausgestattet haben – so etwa die Pferdeboxen.

Unser Glück ist in diesem Jahr zudem, dass wir auch auf dem Erweiterungsgelände in der ehemaligen Reithalle noch Bereiche umgestalten konnten, bevor im nächsten Jahr dort die geplante Nutzung umgesetzt werden kann“, so Vogelkurator Brusland weiter. „Ohne diese Fläche wäre kein ausreichender Platz im Zoo zur Verfügung. Wir müssen uns dennoch mit der Frage beschäftigen, wie wir in Zukunft mit entsprechenden Problematiken umgehen können.

Bedenklich: Der Stress, dem die Vögel durch die temporäre Umsiedlung ausgesetzt sind, kann sogar deren übliches Verhaltensmustern verändern!

Da beispielsweise die Auslaufflächen nicht so groß sind, kann es passieren, dass es bei den Vögeln zu Neuausrichtungen in ihren sozialen Strukturen kommt. Dadurch können Störungen im Mauser-Rhythmus oder auch Ausfälle in den Brutergebnissen entstehen. 

Bei Meeresenten ist zudem permanenter Frischluftzugang enorm wichtig, um Atemwegserkrankungen vorzubeugen.

Doch ein Besuch des Zoos lohnt sich für Vogelfreunde trotzdem allemal: So wurden die Volieren der Kakadus und Hornvögel, der Blassuhus, Geierraben, Europäischen Uhus, Kolkraben und Neuntöter extra mit einer speziell angefertigten Folienüberdachung geschützt. 

An den engmaschigen Gittern an den Seiten der Volieren kommt ohnehin kein Vogel rein, der da nicht reingehört. Heißt: Entsprechende Erreger können somit unmöglich ins Gehege gelangen.

Und etwa Hyazintharas und Keas, die weniger anfällig für Vogelgrippe-Viren sind, werden regelmäßig beprobt und könnten im Ernstfall in ihre Schutzräume eingeschlossen werden. 

Dazu Zoo-Tierärztin Dr. Barbara Bach: „Aktuell gilt es zu beobachten, wie sich die Virenverbreitung weiter entwickelt. Danach werden wir uns richten, um dann, je nach Möglichkeit, die Vögel wieder in ihre vertraute Umgebung zu bringen.

Und was ist mit den prächtigen Flamingos? 

Die müssen wohl bis zu den ersten warmen Frühlingstagen in ihrer Übergangsherberge bleiben. Denn sollte es einen strengen Winter geben, wäre es zu gefährlich, die Vögel der ungewohnten Kälte auszusetzen, da sie sich an die wärmeren Innenräume gewöhnt haben. „Das ist unter Umständen noch gefährlicher als die Vogelgrippe selbst“, warnt Vogelkurator Bruslund.

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Zoo Heidelberg/pek

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