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Nabilla Benattia brachte ihr aufbrausendes Temperament fast ins Kittchen. 

Aufbrausendes TV-Sternchen

"Frankreichs Kim Kardashian" nach Messerattacke verurteilt

Nanterre - Der Weg vom Reality-TV in den Knast bleibt ihr wohl erspart. Das französische TV-Sternchen Benattia kann trotz Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung auf Freiheit hoffen - unter einer Bedingung.

Das franko-schweizerische TV-Sternchen Nabilla Benattia, als französische Version von Kim Kardashian gefeiert, muss voraussichtlich nicht ins Gefängnis. Ein Gericht in Nanterre bei Paris verurteilte die 24-Jährige zwar am Donnerstag zu einer Haftstrafe von zwei Jahren wegen vorsätzlicher schwerer Körperverletzung. Allerdings wurden 18 Monate zur Bewährung ausgesetzt. Auf die übrige Strafe wird die Untersuchungshaft angerechnet, wie französische Medien übereinstimmend berichteten.

Die verbleibende Zeit könne umgewandelt werden, wenn sie sich psychologisch betreuen lasse, so dass Benattia nicht ins Gefängnis zurückkehren müsse, wird das Gericht zitiert.

"Ich bin keine Mörderin"

Der Prozess fand großes Medieninteresse. Die Angeklagte, die in Frankreich unter ihrem Vornamen Nabilla bekannt ist, erschien mit blond gesträhnten Haaren, Sonnenbrille, grauem Jackett zur schwarzen Hose und einem rosafarbenen Handy in der Hand im Gericht. Das Opfer - ihr 29-jähriger Freund Thomas Vergara - saß ihr im Gerichtssaal gegenüber. "Ich hatte nicht vor, ihm wehzutun", sagte Nabilla vor dem Richter. "Ich bin keine Mörderin."

Sie hatte ihrem Freund am 6. November 2014 während eines heftigen Streits in einem Hotelzimmer in Boulogne-Billancourt bei Paris schwere Stichverletzungen im Brustkorb zugefügt. Vor Gericht erklärte die junge Frau nun, das Messer sei im Streit "unglücklich" in den Körper ihres Freundes eingedrungen.

Öffentliche Liebeserklärungen nach versuchter Tötung

Nach dem Angriff war Nabilla festgenommen worden und verbrachte fast sechs Wochen in Untersuchungshaft. Zunächst wurde sie wegen "versuchter Tötung" angeklagt, dann nur noch wegen "schwerer vorsätzlicher Gewalt". Das Starlet kam unter Auflagen aus der Haft frei. Sie durfte das Land nicht verlassen und ihr Opfer nicht kontaktieren. Daran hielt sie sich jedoch nicht: In den sozialen Medien tauschten die beiden Liebeserklärungen aus.

In dem Prozess ging es auch um einen weiteren Vorfall, der sich bereits im August 2014 ereignet hatte: Vergara war damals durch ein Messer im Rücken verletzt worden. Er selbst behauptet, er sei auf ein Grillwerkzeug gefallen. Nabilla räumte nun ein, es habe einen Kampf zwischen den beiden gegeben, in dem sie ihn geschubst habe. Dabei müsse sich Vergara den Rücken aufgeschürft haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Haftstrafe gefordert, zwei Jahre und vier Monate davon auf Bewährung. Nach der jüngsten von mehreren Versionen Benattias erfolgten die Verletzungen unbeabsichtigt im Streit. „Ich wollte niemanden verletzen, ich bin keine Mörderin“, sagte sie laut Nachrichtenagentur AFP vor Gericht. Nach dem Urteil zeigte sie sich zufrieden.

Die französische Kim Kardashian

Benattia hat sich ihre Bekanntheit durch sehr viele Auftritte vor Kameras mit häufig knapper Kleidung erarbeitet. Ihren Partner lernte sie 2013 während der fünften Staffel der Show „Les Anges de la téléréalité“ (Engel des Reality-TV) kennen. Die beiden führten seither eine äußert turbulente Beziehung und zelebrierten sich und ihre Beziehung in aller Öffentlichkeit, etwa in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Twitter.

Neben ihren Fernsehauftritten agierte Benattia auch als Model und war dabei etwa für Jean-Paul Gaultier auf dem Laufsteg. Ihren zeitweise kult-ähnlichen Status in Frankreich verdankt sie dem Satz „Allô! Non, mais allô quoi!“ (etwa: „Hallo? Geht's noch?“). So beginnt sie während der Reality-Show im Fernsehen die Schilderung eines Gesprächs mit einer Frau, die angeblich kein Shampoo hat. Die Phrase, inzwischen ebenso ins Alltagsfranzösisch eingeflossen wie als Marke geschützt, nutzte unter anderem der schwedische Möbelgigant Ikea als Werbung.

Opfer verzeiht Angriff und klagt dennoch

Vergara habe der Frau, die er liebe, längst verziehen, sagte sein Anwalt Thierry Fradet. Dennoch halte sein Mandant an seiner Nebenklage fest. Er verlange aber keine Entschädigung.

dpa/afp

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