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Die Staatsanwaltschaft plädiert auf eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren

Im Fall der 57-jährigen Brandstifterin

Gericht plädiert auf fünfeinhalb Jahre! 

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Eine 57-Jährige steht vor dem Landgericht Mannheim: Sie soll wegen Brandstiftung und versuchten Mordes jahrelang hinter Gittern...

Fünfeinhalb Jahre Gefängnis! Diese Strafe forderte die Staatsanwaltschaft für die 57-Jährige Brandstifterin am heutigen Dienstagmittag vor dem Mannheimer Landgericht. Die Frau hat laut Anklage Feuer in ihrer Wohnung gelegt, während ein Stockwerk tiefer zwei Menschen schliefen (MANNHEIM24/HEIDELBERG24 berichtete).

 "War es Rache? War es Verzweiflung? Oder war es reiner Hass", fragte der Staatsanwalt und forderte in gleichen Zug eine jahrelange Haftstrafe. Die Verteidigung sprach sich für ein milderes Urteil aus. Die 57-Jährige schwieg weiter vor Gericht. 

Der Staatsanwalt sagte, die Angeklagte habe den möglichen Tod der Nachbarn beim Anzünden ihrer Wohnung in Kauf genommen. Die zwei Mieter der darunter liegenden Wohnung hatten sich an einem frühen Morgen im Januar noch in Sicherheit bringen können.

Der Anwalt der 57-Jährigen sagte hingegen:

 "Sie hat nicht daran gedacht, dass sich das Feuer nach unten ausbreitet." Seine Mandantin habe niemanden verletzen wollen. Nach seiner Argumentation handelt es sich nicht um einen Mordversuch. Er nannte kein konkreteres Strafmaß.

Für die Mannheimerin sei die Wohnung in ihrem einstigen Elternhaus viel mehr als eine reine Wohnstätte gewesen. 

"Es war ihr Reich. Diese Wohnung war ihr zentraler Sicherheitsbereich", sagte der Verteidiger. Eine Räumungsklage des neuen Hauseigentümers, an den die Schwester der Angeklagten das Haus im vergangenen Jahr verkauft hatte, habe die Frau in einen "Zustand allerhöchster Verzweiflung" gebracht.

Die 57-Jährige wollte sich auch auf Nachfrage des Richters nach wie vor nicht zu den Vorwürfen äußern. Hellwach verfolgte sie den Prozess, machte sich laufend Notizen. Im Gespräch mit einem psychiatrischen Gutachter soll sie die Brandstiftung eingeräumt haben. Auslöser für die Tat sei die Räumungsklage gewesen.

Der Sachverständige sprach von einem "markanten sozialen Rückzug" und einer "gravierenden Vereinsamung" der Frau. Vieles spreche für eine Persönlichkeitsstörung. Die Frau erlebe das Handeln anderer immer als Angriff, befinde sich in einer ständigen Verteidigungshaltung.

Nach den Plädoyers wandte sich der Vorsitzende Richter am Dienstag erneut direkt an die Angeklagte: "Sie haben das letzte Wort." Die Frau entgegnete: "Ich verzichte darauf."

Das Urteil wird am Mittwoch erwartet.

nis/dpa

Quelle: Mannheim24

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