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Am 12. November findet im Walddistrikt Adlerstein eine Ansitzdrückjagd statt. (Symbolbild)

Wieso muss überhaupt gejagt werden?

Raus aus dem Wald – Jagd auf Schwarzwild am Samstag!

Altneudorf/Heiligkreuzsteinach/Heddesbach – Waldbesucher aufgepasst: Am Samstag findet eine Schwarzwildjagd statt. Doch wie läuft so eine Jagd überhaupt ab und wozu ist sie gut?

Im Walddistrikt Adlerstein auf den Gemarkungen Altneudorf und Heiligkreuzsteinach sowie auf der westlichen Gemarkung Heddesbach findet am Samstag, 12. November, eine sogenannte revierübergreifende Ansitzdrückjagd auf Schwarzwild statt, teilt das Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreises mit.

Waldbesucher und Privatwaldbesitzer werden gebeten, aus Sicherheitsgründen an diesem Tag den Waldbereich bis etwa 15 Uhr zu meiden. Auf der Kreisstraße 4118 von Heiligkreuzsteinach über das Eichköpfle nach Heddesbach bestehen wegen der Jagd zudem Geschwindigkeitsbegrenzungen

Diese sind zum eigenen Schutz einzuhalten, weil damit gerechnet werden muss, dass Hunde und Wild schnell die Straße wechseln. Die Verkehrsteilnehmer sowie die Waldbesucher werden um Beachtung und Verständnis für die Sicherheitsmaßnahmen gebeten.

Doch warum muss überhaupt gejagt werden?

Wir sprechen mit dem Hobbyjäger Dirk (22) darüber, warum Jagen notwenig ist und wie eine Jagd abläuft. „Die Drückjagd bei uns in der Region dient vor allem dem Zweck, den Bestand des Schwarzwildes zu reduzieren. Dieser steigt jedes Jahr enorm an.“

Wieso ist der Schwarzwildbestand gerade so hoch?

1. Keine natürlichen Feinde mehr

„Das Schwarzwild hat keine natürlichen Feinde wie Bär, Wolf und Luchs mehr. So pflanzt sich der Bestand unkontrolliert fort und richtet enorme Schäden im Agrarbereich an und stellt eine Gefährdung im Straßenverkehr dar“, erklärt Dirk. 

2. Milde Winter und reichlich Mastfutter 

„Durch die frost- und schneearmen Winter verenden immer weniger Jungtiere und dadurch setzt die Geschlechtsreife auch früher ein. Hinzu kommt, dass immer mehr Müll und Essensreste im Wald landen. Durch diese ganzjährige Verfügbarkeit von Futter wird der Hormonhaushalt der Wildschweine manipuliert.“ 

3. Bejagung wird immer schwieriger - Unruhe im Wald

„Die Schweine kommen immer später in der Nacht, jedoch kann man da keinen Schuss mehr anbringen. Grund dafür ist die zunehmende Unruhe im Wald zur Tages-und Dämmerungszeit durch freilaufende Hunde, Mountainbiker, Reiter und ähnliches. Bei Drückjagden wird das Wild gezielt heraus gejagt um auch am Tag schießen zu können.“

Der Ablauf einer Jagd

Dirk erzählt uns von einer Drückjagd am vergangenen Wochenende. Zuerst sei er das Revier abgegangen und hätte nach sogenannten Wechseln gesucht. Das sind erkennbare Straßen, die das Wild immer wieder benutzt. Wird das Wild getrieben, nimmt es diese vertrauten Wege. Stehen dort in der Nähe Schützen, können diese die Tiere beschießen.

Anhand verschiedener Merkmale kann man erkennen, ob es sich im Schwarzwild oder Rotwild handelt. „Ich habe dann gesehen, dass ein Wechsel aus dem Wald auf die Wiese geht. Die Wiese war frisch aufgewühlt und es roch nach Suppenwürfeln. Wenn du also im Wald bist und es nach Suppenwürfeln riecht, dann solltest Du schnell verschwinden – es is ein Wildschwein!“

Dann werden die Schützen an den Wechseln positioniert und der Plan für die Treiber ausgearbeitet. Sie sollen durch das Dickicht aus denen die Wechsel herauskommen durch und auf dem Weg alle Schützen passieren. Dabei machen sie Krach und schrecken das Wild auf welche in Richtung der Schützen flüchtet. Optimal wäre es, wenn man Hunde dabei hat, die riechen wo das Wild liegt.

Keine wilde Schießerei

„Nun könnte man denken, dass die Jagd eine wilde Schießerei ist, wenn Jäger auf flüchtendes Wild schießen. Allerdings sind die die Positionen der Schützen so gewählt, dass keiner den anderen treffen kann.“ 

Daher dürfte keiner seinen Platz verlassen, bis er wieder abgeholt wird oder eine bestimmte Uhrzeit erreicht ist. Außerdem hätten alle Warnwesten an, auch die Treiber! Zudem muss jeder Jäger, der an Drückjagden teilnehmen will einen jährlichen Schießtest absolvieren. Im Idealfall wird auch nur stehendes oder ziehendes, aber kein flüchtendes Wild beschossen. 

Um für die Sicherheit zu sorgen, wird vor der Jagd die Polizei und die Gemeinde verständigt, zudem werden Warnschilder an den Straßen und am Waldrand angebracht.

kp

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