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Trauernde legten im Januar 2016 Blumen und Kerzen für die bei einem illegalen Rennen verunglückte junge Frau in Ludwigshafen nieder.

„Lebensgefährlicher Trendsport“

Illegale Rennen: Raser sollen härter bestraft werden

Berlin – Ein Meilenstein im Kampf gegen illegale Autorennen: In einem Gesetzesentwurf will der Bundesrat Verursacher tödlicher Unfälle bis zu zwei Jahre hinter Gitter bringen.

Die Vorlage der Länder Nordrhein-Westfalen und Hessen wird jetzt zur Abstimmung in den Bundestag eingebracht.

Der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) sprach von einem „lebengefährlicher Trendsport". Er sagte: „Allein in NRW hat es im vergangenen Jahr 230 angezeigte illegale Autorennen gegeben."

Tote und Verletzte bei Rennen in der Region

Auch in der Region hat es in der jüngsten Vergangenheit immer wieder Verletzte und Tote beim illegalen ‚Kräftemessen‘ auf der Straße gegeben. In der Mannheimer City lieferten sich Fahranfänger Ende 2015 ein gefährliches Rennen. Wenig später verunglückte ein BMW-Fahrer vermutlich infolge eines Autorennens in der Neckarstadt. In Ludwigshafen kam Anfang 2016 eine junge Frau bei einem tragischen Unfall während eines Rennens sogar ums Leben. 

Illegales Autorennen: 22-Jährige tödlich verletzt

Auch in Karlsruhe wurden Unbeteiligte bei einem durch ein Autorennen verursachten Unfall schwer verletzt.

Das neue Gesetz im Detail

Justizminister Kutschaty erklärt in der Bundesratssitzung den Entwurf: Künftig sollen solche illegalen Autorennen mit bis zu zwei Jahren Haft geahndet werden können. Bisher sind es maximal 400 Euro Bußgeld und ein einmonatiges Fahrverbot, das den Verantwortlichen droht. 

Außerdem soll künftig der Führerschein eingezogen werden können, er müsste dann neu gemacht werden. Schließlich könnten bei einer Verurteilung auch die Autos für eine längere Zeit weggenommen werden. 

Teilnehmer von solchen Rennen, die Unbeteiligte in Gefahr bringen und nur durch Zufall keinen Schaden verursachen, sollen bis zu fünf Jahre in Haft kommen können. Und wenn es nicht bei Beinaheunfällen bleibe, sondern es zu schweren Verletzungen oder gar Todesfällen komme, sollen Freiheitsstrafen von einem bis zehn Jahre greifen können.

Illegale Autorennen: Konsequenzen und Hintergründe

sag/dpa

Quelle: Mannheim24

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