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Gitarrenbauer Jens Ritter

In Handarbeit gefertigt

Pfälzische E-Gitarren für die Stars – und für‘s Kunstmuseum!

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Deidesheim – Ein Weingut in Deidesheim ist eine exklusive Adresse für Bassisten und Gitarristen. Hier feilen und sägen Jens Ritter und seine Mitarbeiter an Instrumenten für Weltstars.

„Da bei uns jeder Bass und jede Gitarre eine Einzelanfertigung ist, stellen wir höchstens 72 Instrumente im Jahr her“, sagt der 44-Jährige. Zu seinen Kunden zählen etwa Bassisten, die für Stars wie Jamiroquai die Saiten zupfen.

Phil Lesh, Bassist von Grateful Dead, spielt eine Bass-Gitarre aus dem Hause Ritter. Ebenso Van Halens Bassist Michael Anthony. Sogar der im April gestorbene Weltstar Prince, war Kunde bei Ritter. 

„Ihn persönlich kennenzulernen, das war etwas Besonderes“, sagt er. Nachdem Ritter mit Vier-Saitern seine Karriere begonnen hatte, stellt er heute auch Gitarren her. Jazz-Gitarrist George Benson ist einer der Kunden. 

Interesse der Kunstszene geweckt 

Um den Vorstellungen der Musiker gerecht zu werden, experimentiert Ritter auch mit seltenem, vakuumgetrocknetem Material wie etwa dem Wurzelholz nordamerikanischer Mammutbäume. Was vergleichsweise konventionell begann, hat nun das Interesse der Kunstszene geweckt. 

Erst im November kam die Nachricht, dass das „Boston Museum of Fine Arts" eine Gitarre aus der Pfalz für seine Sammlung erworben hat. „Es ist ein fantastisches Gefühl, dass ein weltberühmtes Kunstmuseum eines meiner Instrumente in seiner Sammlung hat“, so Ritter. 

Gitarrenbauer Jens Ritter hat sogar schon Prince persönlich kennengelernt. 

Das Bostoner Haus zählt zu den größten Museen in den USA. Auch das berühmte „Metropolitan Museum of Art“ in New York City hat schon ein Instrument aus Deidesheim für die Sammlung von E-Bässen erworben. Ebenso das „Smithsonian Museum“ in Washington. 

Gitarre als Symbol der Moderne 

Im Kontext der Popkultur sei die Gitarre zum Symbol der Moderne geworden, sagt Ritter. Helden dieser Kultur wie Elvis oder Jimi Hendrix, Prince und Paul McCartney haben das Saiteninstrument zum Kunstwerk erhoben. Was in den USA unstrittig ist, bleibt in Ritters Heimat ein viel diskutiertes Thema.

Denn in Deutschland wird zwischen Kunsthandwerk und Kunst unterschieden. Solange ein Instrument oder auch ein anderes Objekt eine Funktion inne hat, handelt es sich um Kunsthandwerk und eben nicht um Kunst.

Ritter baut einfach Gitarren ohne Tonabnehmer oder Kabelbuchse für den Kunstmarkt. Dass Instrumente über die eigentliche Bestimmung hinaus als Kunst gehandelt werden, ist indes nicht neu, sagt Winfried Baumbach vom Verband deutscher Musikinstrumentenhersteller. 

Man denke nur an die berühmten Stradivari-Geigen, die international zu Höchstpreisen gehandelt werden und auch in Museen ausgestellt werden. 1996 baute Ritter im Wohnzimmer seiner Eltern die ersten E-Bässe. Aus Sicht des Fachmagazins „Bass Professor“ entwickelte er sich „zu einem der weltweit spektakulärsten Bass-Bauer“.

Wie Chefredakteur Roland Kaschube sagt, gelten die Designs der Instrumente als ausgefallen und geschmackvoll. „Seine profunden Kenntnisse über Konstruktion, physikalische Zusammenhänge, Statik und Schwingungstheorie erlangte er durch seine Ausbildung zum Feinmechaniker und zum Maschinenbautechniker“, heißt es über den pfälzischen Instrumentenbauer in einer jüngst erschienenen Ausgabe des Magazins.

dpa/kp

Quelle: Mannheim24

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