Die Feste Dilsberg.
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Die Feste Dilsberg.
Im Stadttor ist ein Teil der Jugendherberge untergebracht.
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Im Stadttor ist ein Teil der Jugendherberge untergebracht.
Im Stadttor ist ein Teil der Jugendherberge untergebracht.
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Im Stadttor ist ein Teil der Jugendherberge untergebracht.
Im Stadttor ist ein Teil der Jugendherberge untergebracht.
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Im Stadttor ist ein Teil der Jugendherberge untergebracht.
Der historische Ortskern von Dilsberg.
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Der historische Ortskern von Dilsberg.
Der historische Ortskern von Dilsberg.
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Der historische Ortskern von Dilsberg.
Der historische Ortskern von Dilsberg.
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Der historische Ortskern von Dilsberg.
Am Zugang zum Burggarten erinnert ein Schild an die Bienen-Sage.
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Am Zugang zum Burggarten erinnert ein Schild an die Bienen-Sage.

Burgen am Neckar

Feste Dilsberg – Leben hinter Burgmauern

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Dilsberg - Kopfsteinpflaster, verwinkelte, enge Gässchen, Fachwerkhäuser und jede Menge dicke Sandsteinmauern – im Ortskern von Dilsberg wandelt man auf den Spuren der Geschichte.

Auf der Kuppe eines vom Neckar umspülten Bergs liegt weithin sichtbar die Bergfeste Dilsberg

Wie zu jeder historischen Burg, ranken sich auch um den Dilsberg zahlreiche belegte Geschichten und unbelegte Anekdoten: dazu zählen die Tragödie um die „Rose von Dilsberg“, die „Sage um die Bienen“ und das Bienengärtlein oder was Mark Twain mit dem angeblichen Geheimgang nach Neckarsteinach und dem Brunnenstollen zu tun hat.

Das Bienengärtchen und die Rose

Deshalb beginnen wir unsere Erkundung der Feste nicht, wie eigentlich üblich, durch das Stadttor, sondern biegen kurz davor rechts ab und begeben uns über eine Treppe zum Burggarten. Hier erinnert ein Schild an die Bienen-Sage: Die Dilsberger warfen ihre Bienenkörbe über die Mauern und die ausschwärmenden Bienen schlugen so Angreifer in die Flucht. Seither wird ein Teil des Burggartens als „Bienengärtchen“ bezeichnet.

Über die sanften Wellen des Gartens geht es an der evangelischen Kirche vorbei zum Eingang der Freilichtbühne, die im Sommer „Die Rose von Dilsberg“ aufführt. Das Stück zeichnet die Geschichte der Tochter des Grafen Heinrich von Düren nach, der im 13. Jahrhundert über Burg und Ort herrschte. Dem Fräulein wurde von zwei Rittern der Hof gemacht: dem Landschad von Steinach und ein Ritter Wolf von Hirschhorn. 

Als klar war, dass sich die Dame für Wolf von Hirschhorn entschieden hatte, erschlug der Landschad den Ritter hinterrücks. Die Braut erfuhr während der Hochzeitsvorbereitungen von der Tragödie und stürzte sich in ihrer Verzweiflung von der Burgmauer. An der Stelle, an der man ihre Leiche fand, wächst seitdem ein großer Rosenstrauch mit weißen Rosen.

Mark Twain und der Brunnenstollen

Wenige Meter weiter steigen wir zum inneren Teil, der Ruine der Hauptburg, herauf. Die Burg wurde zwischen 1150 und 1200 angelegt und in den 1330er Jahren umfangreich ausgebaut.

Im Burghof erzählt Pächter Armin Erles, wie sich das Besucherverhalten in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat: „Früher kamen im Sommer mehrere Busse mit Schulklassen und Tagestouristen hier an“, sagt Erles. „Die Parkplätze an der Steige (Zufahrtsstraße zur Burg, die Red.) waren an Wochenenden komplett belegt. Heute ist das Besucheraufkommen leider etwas zurück gegangen.

Das Zentrum des Hofs bildet der etwa 46 Meter tiefe Brunnen. Vom Wald östlich der Feste führt ein rund 80 Meter langer, unterirdischer Stollengang zum Brunnenschacht. „Im Brunnenstollen herrschen das ganze Jahr über zehn bis zwölf Grad“, verrät Burgpächter Erles – bei Temperaturen jenseits der 30 Grad eine willkommene Abkühlung. Platzangst sollte man bei der gebückten Begehung des Brunnenstollens allerdings nicht haben. 

Die Wiederentdeckung des Stollens verdanken die Dilsberger wohl niemand geringerem als Mark Twain. Eine Floßfahrt zwischen Heilbronn und Heidelberg führte den amerikanischen Schriftsteller 1878 auch am Dilsberg vorbei. Dabei schnappte er die Legende von einem Geheimgang auf, durch den die Feste mit einer Neckarsteinacher Burg auf der anderen Flussseite verbunden sein sollte. 

Die Legende verarbeitete Twain in seinem halb-fiktiven Reisebericht „Bummel durch Europa“. Was Twain sonst noch über die „Idioten-Fabrik“ zu sagen hat, erliest man sich am Besten selbst. Seine Erzählungen bewegten den Deutsch-Amerikaner Fritz von Briesen dazu, aus New York anzureisen und sich in den Brunnen abseilen zu lassen. Dort fand er tatsächlich den Stollen und ließ in 1926 mit einer Spende freilegen.

Jugendherberge in der Burg

Der Rückweg führt uns durch ein kleines Stadttor an der Nordseite in den historischen Ortskern. Malerisch fügen sich die Fachwerkhäuser an die Burgmauer. Vorbei an der katholischen Kirche, Cafés und einer Chocolaterie schlendern wir über das Kopfsteinpflaster zum Stadttor herunter, in dem heute ein Teil der Jugendherberge untergebracht ist. Ein Landschulheim in einer Burg – bestimmt eine spannende Sache!

Dilsberger Schüler gingen übrigens bis 1982 in der Burg zur Schule – das Kommandantenhaus fungierte bis 1982 als Grundschulgebäude. Heute wird das Kommandantenhaus zur Förderung von Kunst und Kultur genutzt. Die Burg selbst diente im 19. Jahrhundert als Staatsgefängnis, nachdem sie gemeinsam mit dem Ort am Ende der Kurpfalz 1803 an das Land Baden gegangen war.

Für Wanderfreunde: Die Dilsberger Burg liegt am Neckarsteig und damit auf der Wanderroute. 

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Wo: Burghofweg, 69151 Neckargemünd-Dislberg

Parken: An der Steige/K4100

Öffnungszeiten Burg: 1. April bis 31. Oktober, 10 bis 17:30 Uhr

Eintritt: Erwachsene: 2 Euro, Ermäßigte: 1 Euro, Familien: 5 Euro, Kinder bis 6 Jahre freier Eintritt.

>>> Weitere Informationen zu Dilsberg      

rmx

Quelle: Mannheim24

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