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Umstrittenes Urteil

Hemshof-Schütze freigesprochen!

Der als "Hemshof-Schießerei" bekannt gewordenen Fall, bei dem am 6. November 2013 drei Schüssen auf eine junge Frau in einer Ludwigshafener Tiefgarage abgegeben wurden, ging mit einem überraschenden Urteil zu Ende.

Freispruch für den angeklagten Schützen! Ein Urteil, das wohl noch für viel Gesprächsstoff sorgen wird.

Bis heute leidet das weibliche Opfer (27) an den Folgen, die ihr durch die Schüsse ihres Exfreundes hinzugefügt wurden, bei dem nur knapp das Kleinhirn der jungen Frau verfehlt wurde. Es grenzt an ein Wunder, dass sie den brutalen Übergriff überlebt hat. Kaum auszumalen, wie belastend das umstrittene Urteil für die Friseurin und deren Familie aufgenommen werden musste.

Schuldunfähigkeit des Angeklagten

Grund für den Freispruch ist die Einschätzung der zuständigen Gutachterin. In ihren Augen leidet der Schütze an einer "paranoiden schizophrenen halluzinatorischen Psychose", die scheinbar erst im Verlauf der U-Haft offensichtlich wurde und laut Aussagen der Gutachterin bereits im Herbst vergangenen Jahres ihren Anfang genommen haben könnte.

Selbstmordversuch und gewalttätige Übergriffe

Offenbar musste der 25-Jährige während der Haftzeit aufgrund schwerer Depressionen immer wieder starke Psychopharmaka zu sich nehmen. Dennoch unternahm er laut der Psychiaterin im Februar einen Suizidversuch, weswegen er anschließend in gesicherte Haft gebracht wurde. Schließlich kam es sogar tätige Übergriffe auf Personal und eine Beamtin. Danach wurde der Mann in eine  psychiatrische Klinik überstellt. 

"Er ist in sich gefangen"

Das Sprechen mit dem Angeklagten über die folgenschwere Tat im November sei laut Gutachterin unmöglich gewesen, da er immer wieder weggetreten gewirkt habe. Noch abschließend hielt die Psychiaterin fest, dass der Angeklagte dennoch sehr gefährlich sei. "Das beweist die Tat selbst und die Übergriffe auf andere."

"Auf gut Deutsch von hinten abgeknallt"

Staatsanwalt Pittner fragte skeptisch, ob der Angeklagte diesen Zustand nicht hätte simulieren können. Doch die Gutachterin entgegnete, dass sie es nicht für möglich halte, die Komplexität dieses Zustandes über längere Zeiht aufrecht zu erhalten. In seinem Abschlussplädoyer machte der Staatsanwalt deutlich, dass er "Schwierigkeiten" mit dem Gutachten habe, aber dem Urteil der Psychiaterin traue, weswegen er die Unterbringung in eine psychiatrische Klinik beantragte.

Für den Verteidiger des Angeklagten sei die Tat ein versuchter Totschlag, schließlich sei nicht auszuschließen, dass die Aussagen des Opfers nach Wochen im Koma zweifelsfrei richtig seien. Er beantragte Freispruch.

Eine volle Stunde ließ sich Richter Michael Wolpert Zeit, ehe er das Urteil verkündete: Freispruch für den Angeklagten! Somit folgte das Gericht dem Antrag des Verteidigers. Weil der Schütze aber dennoch "sehr gefährlich" sei, müsse er unverzüglich in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden. 

roe

Quelle: Mannheim24

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