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Wie konnte es zu so einem verheerenden Feuer mitten auf dem Werksgelände der BASF kommen?

Staatsanwalt hat „Teilergebnisse“ zur Ursache

BASF-Explosion: Steamcracker nehmen langsam Betrieb auf

Ludwigshafen – Seit Mittwochmittag gibt es ein mögliches drittes Todesopfer der BASF-Katastrophe. Während die Suche nach der Ursache läuft, fährt BASF seine beiden Steamcracker schrittweise wieder hoch.

Bei der Leiche, die Polizeitaucher am Mittwoch im Hafenbecken am Explosionsort finden, handelt es sich möglicherweise um einen seit dem Unglück vermissten Tankschiff-Matrosen„Ob es der Vermisste ist, wissen wir noch nicht“, gibt eine Polizeisprecherin zu bedenken. Das Obduktionsergebnis werde möglicherweise erst in einigen Tagen vorliegen. Auch die Leichen der beiden ums Leben gekommenen Feuerwehrmänner müssten noch obduziert werden.

Erste Hinweise auf genaue Ursache

Nach der Vernehmung eines Zeugen gebe es jetzt aber „gewisse Teilergebnisse“ zur Explosionsursache, so der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber.

Der Zeuge sei Mitarbeiter einer auf dem Gelände eingesetzten Fremdfirma und „im Bereich der Sicherung“ tätig gewesen, so Ströber. Seine Angaben würden nun ausgewertet und bei den weiteren Untersuchungen berücksichtigt. 

>>> Zur Übersichtsseite der BASF-Katastrophe

Ströber kündigt weitere Zeugenbefragungen und Untersuchungen an, über die er aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen könne. „Ich muss mich noch ein bisschen zurückhalten - nicht dass Beweismittel nicht mehr greifbar sind", sagt er. Er wolle nicht dazu beitragen, dass sich jemand herausgefordert sehe. 

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Der Explosionsort selbst sei inzwischen begehbar, sagte Ströber. Polizeibeamte und Sachverständige seien vor Ort. Die Behörde ermittelt von Amts wegen in der Sache wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und fahrlässiger Körperverletzung gegen unbekannt. 

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft reagierte mit Bestürzung auf die Nachricht vom Tod zweier Kollegen und der Verletzung anderer. Sie richtete für die Familien der Feuerwehrleute ein Spendenkonto ein und rief alle Kollegen bundesweit zur Unterstützung auf.

Politik fordert Aufklärung

Die Koalitionsfraktionen von SPD, FDP und Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag planen für Donnerstag kommender Woche eine Sondersitzung zum Thema. Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) fordert eine rückhaltlose Aufklärung der Vorgänge und gegebenenfalls Konsequenzen.„Wir sind darauf angewiesen, dass die Produktion sicher ist. Das ist für uns existenziell“, sagt Lohse dem „Mannheimer Morgen“ (Mittwoch). „Falls es Sicherheitslücken gibt, müssen diese geschlossen werden.“ 

Staus wegen Torsperrung

Weil wegen des Unglücks ein Tor der BASF für anliefernde Lkw gesperrt war, kam es nach städtischen Angaben rund um den Norden der Stadt zu großen Staus. Die geplanten Arbeiten in der Brunckstraße wurden daher verschoben. Autofahrer sollen die Gegend weiträumig umfahren.

Die Liefer-Lkw müssen bis auf weiteres auf andere BASF-Tore ausweichen. Die Feuerwehr untersucht an der Werksgrenze die Luftqualität, stellt nach Angaben von Feuerwehrchef Peter Friedrich aber nichts Auffälliges fest.

Das Umweltamt teilt mit, dass es während und nach dem Brand keine Überschreitung der Grenzwerte gemessen wurden. Auch die Daten der Stationen Speyer, Worms und Frankenthal zeigten keine Auffälligkeiten. Die Wasseruntersuchungen zeigten nach Angaben des Umweltamtes ebenfalls keine auffälligen Ergebnisse. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd habe außerdem die Analysenergebnisse von Rheinwasserproben der BASF erhalten. „Die Bewertung hat ergeben, dass nicht von einer Umweltgefährdung auszugehen ist.“ 

Steamcracker werden schrittweise hochgefahren

Eine BASF-Sprecherin betonte, dass die zwei sogenannten Steamcracker im Werk aus Sicherheitsgründen noch heruntergefahren sind. Sie sollen aber entgegen einiger Medienberichte, in den kommenden Tagen wieder schrittweise den Betrieb aufnehmen, so das Unternehmen. Dadurch könne es ab Donnerstag zu Geräuschen und Fackeltätigkeiten kommen. Außerdem seien derzeit noch 22 Anlagen ausgeschaltet.

Der Landeshafen Nord bleibt bis auf weiteres außer Betrieb. Auch Tor 15 ist noch gesperrt. Lkw werden vor Ort umgeleitet.

Der Zugverkehr auf dem Werksgelände findet statt. Mitarbeiter können zwischen dem Hauptbahnhof und Werksgelände die Bahnen nutzen.

Mehr zum Thema:

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dpa/sag

Quelle: Ludwigshafen24

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