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Auch einen Tag nach dem Großbrand in der BASF sitzt der Schock tief. (Symbolfoto)

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BASF: Der Tag nach der Katastrophe

Ludwigshafen - Nach der schrecklichen BASF-Katastrophe am Montagvormittag gibt es immer noch viele Fragen und noch wenige Antworten. Das wissen wir einen Tag nach dem Unglück:

Ein lauter Knall erschüttert am Montag gegen 11:30 Uhr die Metropolregion, eine riesige Rauchsäule über dem Landeshafen Nord der BASF ist kilometerweit zu sehen. 

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Bei der Explosion sind am Montagvormittag zwei Mitarbeiter der BASF-Werksfeuerwehr getötet worden. Mehr als 20 Menschen werden verletzt, zahlreiche davon schwer. Sechs liegen auf der Intensivstation. „Es steht zum Teil nicht sehr gut um die Menschen", sagt Dieter Feid, Beigeordneter der Stadt Ludwigshafen, bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Einen Tag nach der schrecklichen Katastrophe sind die Flammen zwar gelöscht, doch die Aufklärung des Unglücks wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Explosion erschüttert BASF-Gelände

Eine Person wird noch vermisst

Am Dienstagabend suchen Einsatzkräfte noch immer nach einem Vermissten. Er ist nach Angaben der BASF kein Mitarbeiter des Unternehmens. Es könnte sich um einen Matrosen von einem Tankschiff handeln. „Wir gehen davon aus, dass er sich im Hafenbecken befindet", sagte Feuerwehrchef Peter Friedrich. 

Wie eine Sprecherin der BASF am Dienstagnachmittag mitteilt, laufen die Vorbereitungen zur Suche der vermissten Person an. Eine Suchaktion mit Tauchern solle voraussichtlich im Laufe des Mittwochs stattfinden.

BASF-Explosion: Der Tag danach

Suche nach den Ursachen am Unglücksort

Staatsanwaltschaft und Polizei haben Ermittlungen aufgenommen, doch die Unglücksstelle kann nicht direkt in Augenschein genommen werden. Weil aus den Rohrleitungen nach wie vor Flüssigkeiten austraten, bedeckte die Feuerwehr den Rohrgraben mit Löschschaum. Erst wenn sichergestellt ist, dass keine Flüssigkeiten mehr aus den Rohren laufen, könnte der Schaum entfernt und die geborstenen Rohre begutachtet werden, wie Feuerwehr und BASF erklären.

Die rheinland-rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer fordert eine lückenlose Aufklärung der Ursachen. Man stehe zu den Menschen in der Region und zum Unternehmen BASF, sagte die SPD-Politikerin nach einem Gespräch mit dem Vorstand des Chemieriesen. Landesumweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) hat den Unglücksort bereits am Montagabend besucht. Sie kündigt die Bildung eines Expertenteams bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd an. Dieses solle die Ursachen der Explosion und ihre Folgen erforschen. 

Die Katastrophe

Begonnen hatte die Katastrophe mit einem eher kleinen Brand an einer Rohrleitung im Nordhafen. Warum der Brand ausbrach ist noch völlig unklar. An den Rohren wurden schon seit einigen Tagen Wartungsarbeiten vorgenommen. Die Werksfeuerwehr rückte an. Dann kam es zu der folgenschweren Explosion. Bei den ausgetretenen Flüssiggasen handelt es sich der BASF zufolge mit großer Sicherheit um Ethylen und Propylen. Ethylen werde unter anderem zur Herstellung von Dämmstoffen und Lösemitteln verwendet, Propylen werde unter anderem bei der Produktion von Autolacken und Klebstoffen benutzt.

Warnung für Bürger aufgehoben

Bis in die Abendstunden des Dienstags gelten für die  Bewohner von Ludwigshafen Sicherheitshinweise – dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, so Feuerwehrchef Friedrich. Um 19:18 Uhr hebt die Stadt Ludwigshafen die Warnung auf: Bürger der Stadtteile Pfingstweide, Edigheim, Oppau und Friesenheim können sich nun wieder im Freien aufhalten sowie Fenster und Türen öffnen. Ausnahme ist das Gewerbegebiet Nachtweide: Hier gelten wegen der Nähe zum Ort des Unglücks nach wie vor vorsorglich die bisherigen Sicherheitshinweise.

Erhöhte Werte seien nur während des Brandes am Montag gemessen worden. Für Mannheim wird die Warnung bereits am Nachmittag aufgehoben. BASF-Werksleiter Uwe Liebelt bekräftigt, es habe keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden. „Wir haben weder in der Luft, am Wasser oder im Boden kritische Werte gemessen." 

Herausforderung für den Chemieriesen

Wie groß der wirtschaftliche Schaden ist, lasse sich noch nicht absehen, sagte BASF-Vorstandsmitglied Margret Suckale. „Diese Fragen haben nicht oberste Priorität." Die Unterbrechung der Rohstoffversorgung sei natürlich eine große Herausforderung für Produktion und Logistik. Man werde mit den Kunden nach tragfähigen Lösungen suchen. Auch wann die zur Sicherheit heruntergefahrenen Anlagen wieder in Betrieb gehen könnten, sei unklar.

>>> Chronologie der BASF-Explosion

dpa/kab

Quelle: Ludwigshafen24

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