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Nach dem verheerenden Feuer werden bei BASF die Steamcracker wieder hochgefahren.

Nach Unglück

BASF fährt Produktion früher als erwartet hoch

Ludwigshafen – Bereits drei Tage nach der schweren Explosion startet der Chemie-Riese seine beiden Steamcracker wieder hoch. Das erleichtert die Anleger, doch noch hakt es bei der Versorgung mit Rohstoffen.

Mit den beiden Steamcrackern fährt BASF die Herzstücke der Produktion am Standort Ludwigshafen wieder hoch. Die Anlagen, in denen petrochemische Ausgangsstoffe aufgespalten werden, wurden nach der Explosion am Montag heruntergefahren, da die Rohstoffversorgung unterbrochen war. Danach mussten auch andere Anlagen die Produktion drosseln oder einstellen

Durch den Start der Cracker können auch die weiteren Anlagen in den kommenden Tagen schrittweise wieder anfahren oder die Auslastung erhöhen.

Dabei werden am Standort auch wieder die Fackeln der Steamcracker zu sehen sein (WIR BERICHTETEN).

Versorgung mit Rohstoffen hakt noch

Die Versorgung mit Rohstoffen ist aber weiter ein Problem. Der Landeshafen Nord ist bis auf weiteres außer Betrieb. Bei dem Unglück wurden auch verschiedene Leitungen für zugekaufte Rohstoffe beschädigt. Daher hat sich BASF in Berufung auf „Höhere Gewalt“ ohne Haftung von seinen sogenannten Abnahmeverpflichtungen befreit.

Zu den Auswirkungen auf die BASF-Kunden äußert sich der Chemie-Riese nicht näher. Es würden verschiedene Maßnahmen geprüft, um den Einfluss auf Kundenlieferungen so gering wie möglich zu halten, erklärt das Unternehmen lediglich. Man sei in engem Kontakt mit den Kunden, um sie über die Verfügbarkeit von Produkten zu informieren.

Anleger überrascht – Branche in Sorge

Am Kapitalmarkt wurde die Nachricht mit Erleichterung aufgenommen. „Die frühzeitige Wiederaufnahme der gesamten Produktion (...) hat uns positiv überrascht“, urteilte Analyst Peter Spengler von der DZ Bank. „Allerdings werden der Produktionsausfall und die aufwendigeren Lieferrouten die operative Marge von BASF verwässern.“ 

In der Branche kommen Sorgen auf, der Unfall könnte die Regulierungsbehörden dazu bringen, die Vorschriften weiter zu verschärfen. „Wir verfolgen die Untersuchung und die möglichen regulatorischen Folgen für unsere Industrie sehr genau“, erklärt ein Sprecher des BASF-Konkurrenten Covestro. „Das größte Risiko bei dem Vorfall in Ludwigshafen sehe ich im Endeffekt darin, dass die Politik und Regierung einschreiten und schärfere Regulierungen für die gesamte Branche verhängen“, erklärt Analyst Lars Hettche der Privatbank Metzler. „Das sehe ich als das eigentliche Problem an - für zuverlässige Aussagen zu Schäden und Produktionsausfällen ist es noch viel zu früh."

Staatsanwaltschaft ermittelt

Am dritten Tag nach der Katastrophe laufen die Ermittlungen zur Unglücksursache auf Hochtouren. Am Mittwochabend gab der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber bekannt, dass es erste „Teilergebnisse“ zur Ursache der BASF-Katastrophe gebe.

>>Übersichtsseite der BASF-Katastrophe

Explosion erschüttert BASF-Gelände

Hintergrund

Bei der Explosion am Montagvormittag sind mindestens zwei Menschen gestorben. Eine weitere Leiche, die im Hafenbecken geborgen wurde, könnte nach Bestätigung durch das Obduktionsergebnis das dritte Todesopfer der Katastrophe sein. Außerdem sind etwa 20 Menschen durch das Unglück schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und fahrlässiger Körperverletzung gegen unbekannt (WIR BERICHTETEN).

>>BASF: Der Tag nach der Katastrophe

>>Chronologie der BASF-Explosion

dpa/jol

Quelle: Ludwigshafen24

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