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Die verheerende Explosion am 17. Oktober im Landeshafen Nord der BASF

Der aktuelle Stand der Ermittlungen

BASF-Unglück: Schnitt in Rohrleitung festgestellt

Ludwigshafen - Die Suche nach den Ursachen der verheerenden Explosion im Landeshafen Nord der BASF, bei der drei Menschen ums Leben kamen, geht weiter. Das sind die neuen Erkenntnisse:

Das Unglück wurde möglicherweise durch das fehlerhafte Anschneiden einer Leitung für brennbare Stoffe ausgelöst. Im Rahmen der intensiven Ermittlungen im Bereich der Unglücksstelle konnte ein Einschnitt an einer Rohrleitung festgestellt werden, der offensichtlich mit einer Trennscheibe vorgenommen wurde. Das teilen Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in einer gemeinsamen Meldung mit.

Der mutmaßliche Verursacher - ein Mitarbeiter einer Fremdfirma - habe noch nicht befragt werden können, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt in Frankenthal, Hubert Ströber. Der Mann liege schwer verletzt im Krankenhaus und sei nicht vernehmungsfähig.

Explosion erschüttert BASF-Gelände

Zur Unglückszeit hatten Mitarbeiter einer Fremdfirma an einer Nachbarleitung mit einem Winkelschleifer Wartungsarbeiten erledigt. Die angeschnittene Rohrleitung, in der brennbares Raffinat floss, gehörte nicht zum Auftrag. Der Schnitt habe die Leitung geöffnet, so dass das Material ausgetreten sei, sagt Ströber. „Das hat sich entzündet." Nun müsse geklärt werden, wieso der Schnitt erfolgt sei. „Das ist ja für denjenigen, der das macht, hochgefährlich." Ob der mutmaßliche Urheber des Schnitts auch für die mit Wartungsarbeiten beauftragte Fremdfirma arbeitet, wollte Ströber nicht sagen.

Die Ermittlungsteams und Gutachter konzentrieren sich nun auf den Ablauf der Wartungsarbeiten und die davor getroffenen Sicherheitsmaßnahmen. Außerdem sollen die Zusammenhänge zwischen dem Schnitt und der Explosion geklärt werden. Dazu werde das betroffene Leitungsstück herausgetrennt werden müssen, sagt Ströber. Weil das nur unter absolut sicheren Umständen erfolgen solle, könne es bis dahin noch einige Tage dauern.

BASF-Explosion: Der Tag danach

Hintergrund

>>> Zur Übersichtsseite der BASF-Katastrophe

Beim Brand und der Explosion kommen am Montag vergangener Woche zwei BASF-Werksfeuerwehrleute und der Matrose eines Tankschiffs ums Leben. Die Obduktion der Leichen habe die Identität bestätigt, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit. 30 Menschen werden bei dem Unglück verletzt, acht von ihnen schwer.

BASF: Leiche aus Hafenbecken geborgen!

Laut dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister Volker Wirsing (FDP) ist der Chemiekonzern nach der Katastrophe am Landeshafen Nord um Transparenz und Aufklärung bemüht. „Das ist wichtig, um Vertrauen zu schützen und zu erhalten", sagte Wissing am Dienstag. Das sei für den Standort und die Beschäftigten wichtig. Es ginge laut Wissing nun darum, den Vorfall aufzuarbeiten und aufzuklären. 

Vertreter von BASF sprechen laut Wissing am Donnerstag in einer Sondersitzung der Ausschüsse für Inneres, Umwelt und Wirtschaft des Landtags. Dies sei ihr Wunsch gewesen, um die Politiker informieren zu können, sagt Wissing. 

Wie die BASF am Mittwoch mitteilt, ist das Tor 15 des Werks weiterhin gesperrt.

Große Chemie-Katastrophen

Gedenkfeier am Sonntag

Unterdessen haben BASF-Mitarbeiter und Mitglieder des Vorstandes bei einer Feier der Opfer des Unglücks gedacht. Die Veranstaltung im BASF-Feierabendhaus sei auf Wunsch der Kollegen von der Werksfeuerwehr intern gehalten, sagt eine Sprecherin. Dabei wollten nach ihren Angaben auch Vorstandschef Kurt Bock und Standortleiterin Margret Suckale sprechen. Beide werden sich auch an diesem Donnerstag bei einer Quartals-Pressekonferenz des Unternehmens zum Unglück äußern. Eine weitere Gedenkfeier ist für Sonntag (30. Oktober) in der Katholischen Kirche St. Martin im Stadtteil Oppau geplant. Organisator sind die beiden großen christlichen Kirchen in der Stadt. 

In einer am Mittwoch veröffentlichten Sonderausgabe der Werkzeitung ‚BASF Information‘ versichert Bock, das Unternehmen arbeite „mit größter Anstrengung daran, alles restlos aufzuklären. Das schulden wir den trauernden Familien, den Angehörigen, den Kameraden und Freunden, der Öffentlichkeit und uns". Er kündigt zudem eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen und weitere Investitionen in diesem Bereich an. „Dafür setze ich mich persönlich ein", schreibt Bock. Der Konzernchef war kritisiert worden, weil er sich nach dem Unglück nicht persönlich öffentlich geäußert hatte. Der Betriebsratsvorsitzende der BASF SE, Sinischa Horvat, sagt der Zeitung, er habe den Eindruck, dass die Mitarbeiter am Standort nach dem tragischen Ereignis enger zusammengerückt seien.

Mehr zum Thema:

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StA/dpa/kab

Quelle: Ludwigshafen24

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