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Ende November soll der 12-Jährige einen Bombenanschlag auf den Ludwigshafener Weihnachtsmarkt geplant haben. 

Nach versuchtem Bombenanschlag

Laut Ministerium: Keine konkrete Gefahr auf Weihnachtsmärkten!

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Ludwigshafen/Mainz – Nach dem Bekanntwerden des versuchten Bombenanschlags auf einen Weihnachtsmarkt, sieht das rheinland-pfälzische Innenministerium keinen Grund zur Besorgnis. Jedoch: 

„Aufgrund der allgemeinen Gefährdungslage ist in der Gesamtschau von einer abstrakten Gefährdung von Weihnachtsmärkten in 2016 in Deutschland aus dem Bereich des islamistischen Terrorismus auszugehen, teilt ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in Mainz mit. Dem Bundeskriminalamt (BKA) lägen derzeit aber keine Erkenntnisse vor, aus denen sich eine konkrete Gefahr für die Weihnachtsmärkte in Deutschland ableiten lasse.

Ein zwölf Jahre alter Junge hat möglicherweise einen Anschlag auf den Ludwigshafener Weihnachtsmarkt versucht, der Sprengsatz ging jedoch nicht hoch. (WIR BERICHTETEN) 

Die Bundesanwaltschaft hatte Ermittlungen wegen des Bombenfundes bestätigt, aber keine weiteren Angaben gemacht. Offen ist bisher, ob es einen Zusammenhang mit dem Terrornetz Islamischer Staat (IS) gibt. „Im Jahresverlauf hat es in Deutschland in der Tat eine Häufung von Fällen gegeben, in denen radikalisierte minderjährige Personen verantwortlich für Angriffe, Anschläge und mögliche Anschlagsversuche waren“, erklärt der Ministeriumssprecher grundsätzlich.

Der IS verfolge eine Kommunikationsstrategie, die auch Jugendliche erreichen solle, um sie an sich zu binden beziehungsweise zu selbstständigem Handeln anzuleiten.

>>>Terrorismusexperte: Zwölfjähriger Bombenbauer vermutlich „ferngesteuert“

Hintergrund: Großeinsatz am Rathauscenter

Der Zwölfjährige Ende November versucht haben, eine Nagelbombe auf dem Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen zu zünden. Die Bombe zündete nicht. Einige Tage später soll er vor dem Rathauscenter einen weiteren erfolglosen Versuch unternommen haben. Am 5. Dezember soll der 12-Jährige  dann einen schwarzen Rucksack neben einem Abfallcontainer am Warenhof Ost des Rathauscenters deponiert haben. Im Rucksack befand sich ein mit Sprengpulver präpariertes Konservenglas (WIR BERICHTETEN). Ein aufmerksamer Passant hatte die Polizei über den Fund informiert. Anschließend sprengten Spezialisten einen Teil der „hochbrisanten Mischung“. Laut Focus soll der Sprengsatz im Rucksack auch mit Nägeln präpariert gewesen sein. Teile des Rathauscenters und angrenzende Straßen mussten gesperrt werden.

Damals hatte die Polizei mitgeteilt, der junge Ludwigshafener sei mit Einverständnis der Eltern zunächst dem Jugendamt übergeben worden. Nach Angaben der Stadt Ludwigshafen befindet sich der Junge derzeit in einer geschützten Einrichtung.

Experten des Landeskriminalamtes hätten herausgefunden, dass das Material, das sich in dem Glas befand, aus Feuerwerkskörpern und Wunderkerzen gewonnen wurde. Nach damaligen Polizeiangaben war es zwar brennbar, konnte aber nicht explodieren. Der Focus schreibt nun von einem Rucksack mit einer selbst gebauten Zündvorrichtung.

Laut Focus habe der Junge bereits mit dem Gedanken gespielt, sich in Syrien dem IS anzuschließen.

dpa/kp

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Quelle: Ludwigshafen24

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