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Die Beigeordneten Feid (li.) und Dillinger.

Messungen bei und nach BASF-Katastrophe

Trotz erhöhter Werte bei Explosion: „Keine Gefahr für Bevölkerung!“

Ludwigshafen – Vier Tage nach dem tödlichen Inferno im BASF-Werk beruhigt die Stadt am Freitag, dass es am Tag der Explosion und tags darauf keine alarmierenden Messwerte gegeben hätte.

Seit der verheerenden Explosion bei Chemie-Riese BASF am 17. Oktober im Landeshafen-Nord mit drei Toten und 20 teils lebensgefährlich Verletzten fragen sich alle Bürger besorgt, ob wirklich keine Gefahr für die Bevölkerung besteht...

Haben uns BASF, Stadt und Feuerwehr die besorgniserregende Wahrheit verschwiegen oder gelangten durch das stundenlange Feuer mit der kilometerhohen Rauchsäule wirklich keine Schadstoffe in die Luft?

Zumindest wird tagelang gebetsmühlenartig wiederholt, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden habe. Trotzdem wurden Bewohner der Stadtteile Pfingstweide, Oppau, Edigheim, Friesenheim und im Mannheimer Norden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und möglichst nicht ins Freie zu gehen (WIR BERICHTETEN).

Explosion erschüttert BASF-Gelände

Bei einer Pressekonferenz am Freitagmittag in der Hauptfeuerwache legt die Stadtverwaltung öffentlich die Strategie und Ergebnisse der Messungen offen.

Außer dem Beigeordneten Dieter Feid (Fachbereich Sicherheit und Ordnung sowie Feuerwehr) und Umweltdezernent Klaus Dillinger, stellen sich auch Feuerwehr-Chef Peter Friedrich sowie Dr. Thomas Bienert, Ärztlicher Leiter des Gesundheitsamtes des Rhein-Pfalz-Kreises, den Fragen.

Uns ist es wichtig, unser Handeln transparent und nachvollziehbar zu machen. Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern erläutern, welche Maßnahmen wir zu ihrem Schutz ergreifen, wenn es aktuelle Gefahrenlagen gibt. Die Sicherheit und die Gesundheit der Menschen in unserer Stadt haben dabei stets oberste Priorität. In diesem Sinne sind auch die Warnhinweise in dieser Woche zu verstehen", erklärt Feid.

Fünf Messfahrzeuge seien außerhalb der BASF im Einsatz gewesen, insgesamt 18 Mann mit dieser Maßnahme eingebunden. Ergebnis: 19 Luftproben. Erste Erkunden fanden bereits 30 Minuten nach der Explosion statt.

In den nördlichen Stadtteilen habe trotz Geruchsbelästigungen und auftretenden Atemwegsbeschwerden zwar keine Gefahr bestanden, eine „plötzliche Lageänderung“ hätte jedoch nicht ausgeschlossen werden können.

In diesen Stadtteilen seien Messungen vor Ort sowie Luftproben für die Analyse im Gaschromatographen/Massenspektrometer der Feuerwehr genommen worden. Durch die Bewertung eines städtischen Chemikers seien am Unglückstag und tags darauf keine erhöhten Werte gemessen worden.

Im unmittelbaren Bereich an der Unglücksstelle sowie im angrenzenden Gewerbegebiet Nachtweide haben die Schnellanalyse-Geräte der Feuerwehr dagegen angeschlagen, gab es erhöhte Werte!

Wir werden auch weiterhin in enger Abstimmung mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd und der BASF die notwendigen Maßnahmen umsetzen. So ist die Feuerwehr weiter mit ihrem Messfahrzeug im Einsatz. Außerdem werden wir die von BASF in Abstimmung mit uns vorsorglich außerhalb des Werksgeländes genommenen Bodenproben auswerten. Darüber hinaus hat die Stadt Probenahmen von Boden im Bereich des Unfallorts veranlasst, um entsprechende Umweltschäden innerhalb des Werksgeländes bewerten zu können. Aus unserer Sicht müssen wir in den kommenden Wochen klären, was notwendig ist, um die Sicherheit von Anlagen im Stadtgebiet weiterhin zu erhalten“, verdeutlichte Umweltdezernent Dillinger.

Um die Lage weiter beobachten und notfalls schnell reagieren zu können, steht ein mobiles BASF-Messgerät im Gebiet, das permanent Messungen durchführt und in Echtzeit an die BASF-Umweltzentrale übermittelt. Die Stadt wird regelmäßig über die Ergebnisse informiert. 

Darüber hinaus hat der Bereich Umwelt der Stadt angeordnet, dass die Feuerwehr mit einem Messfahrzeug, einem „ABC-Erkunder“, regelmäßige eigene Messfahrten im Gewerbegebiet und den angrenzenden Stadtteilen Oppau, Edigheim und Pfingstweide durchführt.

Die Umweltschutzorganisation „Greenpeace“ hat Wasserproben aus dem Rhein genommen, will in den nächsten Tagen die Ergebnisse ihrer eigenen Analyse präsentieren.

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Auch bei der Erforschung der Schadensursache ist man einen Schritt weiter: Der Polizei ist es erst seit Donnerstag überhaupt möglich, im engeren Umfeld der Unglücksstelle zu ermitteln. Die Frankenthaler Staatsanwaltschaft hat dagegen mitunter überraschende Erkenntnisse (WIR BERICHTETEN).

Das Polizeipräsidium Rheinpfalz hat eine spezielle Aufbauorganisation mit einer Vielzahl von Beamten eingerichtet, die rund um die Uhr im Einsatz ist.

Zusätzlich sind LKA-Gutachter und externe Gutachter mit der Aufklärung der Ursache beschäftigt. Um die Schadensursache so schnell wie möglich herauszufinden laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.

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Die genauen Messergebnisse sowie weitere Infos findest Du online unter www.ludwigshafen.de und auf dem Twitter-Kanal der Stadt. Das Info-Telefon der Feuerwehr unter Telefon 0621/5708-6000 bleibt weiterhin geschaltet.

>>> Hier geht‘s zu unserer Sonderseite zur Explosion bei der BASF.

pek

Quelle: Ludwigshafen24

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