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Es blüht im Dezember!

Was sind die Folgen?

Frühling im Dezember: Bunte Blüten statt weißer Weihnacht

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Mannheim/ Heidelberg/ Ludwigshafen – 2015 will der Winter einfach nicht richtig in Fahrt kommen. Eher das Gegenteil ist der Fall, es knospt und blüht wie im Frühling. Die Konsequenzen:

Natur

Unkräuter, Gräser und Getreide wüchsen langsam weiter, erklärt Agrar-Meteorologe Hans Helmut Schmitt. Erst bei Temperaturen unterhalb von fünf Grad hörten sie damit auf. Einige Frühblüher, allen voran die Haselnuss, aber auch mancher Apfelbaum, blühe bereits. „Frühblüher lassen sich von ein paar Sonnenstrahlen leicht aus der Reserve locken.“ BlühendeRosen im Dezember gebe es auch immer mal wieder. Wenn bald ein Kälteeinbruch komme, seien jedoch Frostschäden zu befürchten.

Einzelhandel

Warme Jacken, Mäntel und Stiefel bleiben bei den Temperaturen in den Geschäften hängen. „Der extrem milde Winter verhagelt dem Textileinzelhandel gerade regelrecht das Geschäft“, sagt Michael Kullmann vom Handelsverband Hessen-Süd. „Das führt zu einer allgemeinen Kaufzurückhaltung. Die Leute warten ab, sie machen keine Substitutionskäufe.“

Glühwein

Zweistellige Temperaturen und Regenwetter trüben in ganz Deutschland das Geschäft der Glühwein-Verkäufer auf den Weihnachtsmärkten. Auf dem größten Weihnachtsmarkt in Frankfurt sei bislang etwa ein Fünftel weniger Glühwein verkauft worden als im Vorjahr, schätzt die Tourismus und Congress GmbH. „Glühwein gehört zum Weihnachtsmarkt einfach dazu, aber bei fast 15 Grad trinken die Leute weniger davon“, sagte Sprecher Kurt Stroscher.„Sie treffen sich trotzdem an den Glühweinständen, verzehren aber pro Kopf weniger.“

Eiswein

Die meisten Winzer, die auf Eiswein gehofft hatten, dürften dieses Jahr leer ausgehen, sagt Agrar-Meteorologe Hans Helmut Schmitt. Zunächst habe es wegen der Trockenheit sehr gut ausgesehen; bei den milden Temperaturen und dem Dauerregen faulten jetzt aber viele Trauben.„Eiswein ist eine Rarität. Es gibt einfach keine Garantie dafür.“ Die Winzergenossenschaft an der Bergstraße hofft noch: „Warten wir erst einmal ab“, sagte ein Sprecher.

Gastronomie

„Weihnachtsfeiern und Gänse-Essen sind gut gebucht“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Dehoga Hessen, Julius Wagner. Die Weihnachtsmärkte seien gut besucht und das nutze auch der Gastronomie, weil mancher im Anschluss noch einkehre. Für Biergartenstimmung reichten die Temperaturen aber nicht mehr.

Landwirtschaft und Natur

Bei dem milden Wetter können Blattläuse überleben und Winterweizen und -gerste mit dem Gelbverzwergungsvirus infizieren, befürchten die Bauern. Auch eine Mäuseplage droht und auf den gepflügten Äcker kann sich keine „Frostgare“ einstellen. „Dabei lockern die Eiskristalle den Boden und schaffen so eine gute Grundlage für dessen Bearbeitung im Frühjahr“, erklärt der Sprecher des Bauernverbands Bernd Weber. Frost sei auch wichtig, damit die Pflanzen nicht zu früh Ähren und Stängel bildeten und eine richtige Frosthärte entwickelten. So könnte etwa der Raps zu stark in die Höhe wachsen und zu viele Blätter ausbilden und es somit Pilzen leichter machen. 

Gesundheit

Die milden Temperaturen sind für die Menschen eigentlich angenehm, wie Medizin-Meteorologe Andreas Matzarakis vom DWD sagt. „Der Körper ist noch nicht auf Winter eingestellt.“ Allerdings: „Man sollte die Temperaturen nicht unterschätzen und sich zu luftig anziehen.“ Wegen des Lichtmangels stellen sich jedoch auch die Hormone um. „Viel Bewegung an der frischen Luft und sich dabei der Sonne exponieren“, rät Matzarakis. Wechsel-Duschen und leichtes Essen seien jetzt ebenfalls empfehlenswert. Der Pollenflug mache bereits einigen Menschen zu schaffen. Für Frühjahrsmüdigkeit sei es noch zu früh. 

sag/dpa

Quelle: Mannheim24

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