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Schreckensszenario für jeden Autobesitzer – wie hier in Laudenbach, wo ein Unbekannter Navigationssystem und Lenkrad in einem BMW ausgebaut hat.

Mit Karte

Autoaufbrüche: Navi-Diebstähle verursachen Millionenschaden!

Metropolregion – Das Ausmaß der Navi-Diebstahlserie in der Region ist alarmierend. An der Aufklärung sind gleich drei Polizeipräsidien beteiligt, die auf Hochtouren versuchen, den Tätern auf die Spur zu kommen. 

Die Taten laufen alle ähnlich ab: Die Kriminellen schlagen meist nachts eine Seitenscheibe ein, öffnen das Auto und ‚bauen‘ teilweise mit brachialer Gewalt hochwertige Technik im Innenraum aus. Betroffen sind vor allemfest eingebaute Navigationssysteme, ‚intelligente' Lenkräder, Airbags oder sogar Autositze. Besonders begehrt sind dabei BMW, aber auch andere Autohersteller, die derartige Technik in ihren Wagen verbauen, haben die Täter im Visier. Dabei gehen sie so schnell vor, dass sie fast nie auf frischer Tat ertappt werden. 

Ein ganzer Ermittlungsapparat hat sich daher dem Thema in der Region angenommen. Die Beamten in der Metropolregion Rhein-Neckar stehen dabei vor einer besonderen Herausforderung, denn die Navi-Diebe machen nicht vor Landesgrenzen halt. Daher muss auch präsidienübergreifend gearbeitet werden. 

Unsere Karte der Aufbrüche seit August 2016 in der Region:

Südhessen, Mannheim und Ludwigshafen

Das Polizeipräsidium Südhessen, zuständig für den Bereich Bergstraße/Odenwald, hat angesichts des Ausmaßes die Ermittlungsgruppe „Ivan“ eingerichtet. Auch das Polizeipräsidium Mannheim, zuständig für Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis, arbeitet mit der Soko „Zeppelin" an der Aufklärung der Fälle. 

Im Bereich des Polizeipräsidiums Rheinpfalz komme man ohne Ermittlungsgruppe zurecht, denn rein zahlenmäßig stehe diese Art von Delikten „in keinem Vergleich" zu den Vorfällen im Bereich der anderen Polizeipräsidien, erklärt Sandra Giertzsch vom Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen. Man würde aber trotzdem alle Vorfälle melden, das Diebesgut zur Fahndung ausschreiben und in engem Kontakt mit den Kollegen stehen, versichert die Polizeisprecherin. In ihrem Zuständigkeitsgebiet fehle es vor allem an konkreten Hinweisen auf die Täter und dadurch an Ermittlungsansätzen.

Für Christiane Kobus, Sprecherin vom Polizeipräsidium Südhessen, sind die bandenmäßig organisierten Autoaufbrüche in ihrem Zuständigkeitsbereich ein echtes Problem. Sie schätzt, dass es allein im Jahr 2016 (Stand: November 2016) mehr als 500 versuchte und gelungene Autoaufbrüche gegeben hat, die Täter dürften dabei rund drei Millionen Euro Schaden angerichtet haben. Dabei habe es in der ersten Hälfte des Jahres aber mehr Aufbrüche gegeben.

Muster erkennbar

Die Täter arbeiten effizient, schlagen vor allem zu, wenn sie an einem Ort gleich mehrere Autos aufbrechen können. Die Beute wird dann vor allem auf dem osteuropäischen und asiatischen Markt verkauft – besonders in Osteuropa ist die hochwertige Technik heiß begehrt.

Das können auch die Ermittler vom Polizeipräsidium Mannheim bestätigen. Der ‚Navi-Klau‘ dauere im Schnitt nur rund zwei Minuten. Durch die gute „Infrastruktur“ rund um die Tatorte, könnten die Täter ihre Beute auch schnell abtransportieren und unbemerkt flüchten, so eine Mitteilung des Mannheimer Polizeipräsidiums.

In dessen Bereich habe es seit Jahresanfang über 400 Aufbrüche gegeben (Stand: November 2016), bei denen die Täter es auf hochwertige, eingebaute Technik abgesehen haben. Der Schaden beläuft sich auf zirka vier Millionen Euro.

Zeugenhinweise für Ermittlungsarbeit wichtig

Alle drei Polizeisprecher betonen, wie wichtig die Mithilfe aus der Bevölkerung bei der Ermittlung der Täter ist. „Wir sind auf die Bürger angewiesen, die uns Hinweise geben können“, erklärt Sandra Giertzsch. Nur so könnte es anhand konkreter Ermittlungsansätze bei der Fahndung vorangehen.

Insbesondere müssten Bürger auf Personen und Fahrzeuge achten, die sich „in verdächtiger Weise“ in Wohngebieten aufhalten, bestätigt auch Norbert Schätzle vom Polizeipräsidium Mannheim. Die Täter würden auch zu Fuß oder mit Fahrrädern im Vorfeld „geeignete Objekte“ auskundschaften.

Hier kannst Du Dich melden, wenn Du etwas Verdächtiges beobachtet hast:

Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen – auch über den Polizeinotruf 110.

Du kannst Dich aber auch direkt bei den jeweils zuständigen Ermittlern der Polizeipräsidien melden:

Polizeipräsidium Südhessen: Telefon 06252/7060 (Kriminalpolizei K 21/22)

Polizeipräsidium Mannheim: Telefon 0621/174-5555 (Kriminalpolizei Heidelberg)

Polizeipräsidium Rheinpfalz: Telefon 0621/963-2773 oder per E-Mail kiludwigshafen@polizei.rlp.de (Kriminalpolizei Ludwigshafen)

sag

Quelle: Mannheim24

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