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Experte Jochen Göttig (56) mit der ausgebrannten Phosphor-Bombe.

Bislang keine Blindgänger gefunden

Vorerst Entwarnung: Keine Evakuierung am 21. August!

Mannheim-Innenstadt – Bringen die Ausgrabungen an der Baustelle in der Bismarckstraße doch noch gefährliche Blindgänger ans Tageslicht? MANNHEIM24 am Donnerstag vor Ort:

Müssen womöglich 6.000 Anwohner ihre Häuser und Wohnungen verlassen, weil zwischen den Quadraten A4 und A5 seit Jahrzehnten Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden ‚schlummern‘? 

Droht womöglich sogar eine sehr kurzfristige Evakuierung? Bislang gibt‘s noch keinerlei Grund zur Beunruhigung! 

Denn bis Donnerstagmittag (18. August) haben die Profis für Kampfmittelbergung nichts Besorgniserregendes in der Baustelle an der Bismarckstraße.

Bei einem Blindgänger mit Aufschlagzünder müssten wir die Evakuierungsmaßnahmen einleiten. Bei einer Bombe mit Langzeitzünder müsste sofort evakuiert werden! Bislang bestand keinerlei Gefahr für die Bevölkerung“, erklärt Jochen Göttig (56), Chef der Wormser Firma Consulting-Engineers-Göttig.

‚Schlummern‘ hier drei Bomben-Blindgänger im Boden?

Auf alten Luftaufnahmen, auf denen die Bombeneinschläge und mögliche Blindgänger verzeichnet sind, wurden im besagten Bereich drei Verdachtsfälle ausgemacht. Bevor der Bagger loslegt, wird im Radius von sechs Metern um die Einschlagstelle der Bombe wird gebohrt – in vier ‚Ringen‘ bzw. Schichten von je 1,50 Metern. 98 Prozent des im Boden aufgestöberten Metalls sind normaler Metallschrott.

Ein mit Stahlboden und Panzerglasscheibe gesicherter Bagger frisst sich vorsichtig durch den Boden. Dank in den Boden gerammten Gleitschienen, kann keine Erde in die metertiefen Löcher nachrutschen. Rund 200 Tonnen wurden nach der Hälfte der Arbeiten aus dem Erdreich ausgehoben.

Sollten in der Tat Blindgänger gefunden werden, müssen sie noch an Ort und Stelle entschärft werden! Was eine entsprechende Evakuierung notwendig machen würde!

Der Verwaltungsstab der Stadt Mannheim hat unter Leitung des Ersten Bürgermeisters Christian Specht (CDU) das Vorgehen zur Untersuchung der Verdachtspunkte und der eventuell notwendigen Entschärfung in Absprache mit den betroffenen Unternehmen und Einrichtungen, der Polizei und den Rettungskräften sowie der Verkehrsbehörde der Stadt Ludwigshafen geplant. 

Die Zusammenarbeit und Koordination zwischen allen beteiligten Behörden läuft hochprofessionell und absolut vorbildlich! Da habe ich in anderen Städten schon ganz anders erlebt...“, lobt Jochen Göttig die Mannheimer.

Als Termine für geplante Entschärfungen wären der 21. oder 28. August. Jeweils ein Sonntagvormittag, um die Beeinträchtigungen für Bevölkerung, Wirtschaft und Verkehr so gering wie möglich zu halten.

Dann müssten innerhalb von vier Stunden in einem Radius von 500 Metern rund um die Fundstelle alle Menschen diesen Bereich verlassen. Anwohner haben ein städtisches Info-Schreiben in ihren Briefkästen gehabt.

Sollte der Tag X eintreten, wird die Polizei die Menschen mit Lautsprecherdurchsagen zum Verlassen ihrer Häuser auffordern. Diese kämen dann übergangsweise in der Turnhalle der Johannes-Kepler-Schule (K6) unter. Während einer Entschärfung müsste auch der angrenzende Bahnverkehr sowie der Schiffsverkehr auf dem Rhein ruhen. Zudem müsste die Konrad-Adenauer-Brücke vorübergehend gesperrt. 

Doch es ist nicht so, dass noch nichts Brenzliges an die Oberfläche gekommen sei: Eine sogenannte INC 30, eine amerikanische Phospor-Brandbombe, liegt ausgebrannt im Sand. Was ein wenig aussieht, wie ein alter Feuerlöscher, hatte einst 15 Kilo Sprengstoff im Inneren. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Baden-Württemberg rückt kurz vor 15 Uhr an, transportiert die Bombenreste zur fachgerechten Entsorgung ab.

+++UPDATE+++

Da bis zum Tagesende der seit Montag andauernden Arbeiten kein scharfer Blindgänger gefunden wurde, findet am 21. August definitiv keine Entschärfung und somit auch keine Evakuierung statt! Freitags finden keine Grabungen statt.

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Wer im betroffenen Gebiet wohnt und etwa bettlägrig ist oder aus Altersgründen die Evakuierungszone nicht eigenständig verlassen kann, soll sich unter Telefon 0621/293-6370 an die Stadt wenden. Die Nummer ist von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr durchgängig erreichbar. Dort gibt‘s auch allgemeine Auskünfte zur Evakuierung und Entschärfung – ebenso online unter www.mannheim.de

Mögliche Fahrplan-Änderungen im öffentlichen Nahverkehr kannst Du unter Telefon 0621/465-4444 bei der rnv erfragen. 

>>> Stadt informiert: Hinweis auf Weltkriegsbomben in der City

pek

Quelle: Mannheim24

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