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Das Blumenpeterfest gilt als die größte Benefizveranstaltung der Kurpfalz.

Größte Benefizveranstaltung der Kurpfalz

Für den guten Zweck: das Blumenpeterfest am Wasserturm

Mannheim-Innenstadt – Am Samstag lädt die Karnevalsgesellschaft Feuerio zum Blumenpeter-Fest am Wasserturm ein. Doch warum heißt die größte Benefizveranstaltung in der Kurpfalz eigentlich so? 

Der Blumepeter (eigentlich Peter Schäfer), am 5. April 1875 in Plankstadt geboren und am 15. Juni 1940 in Wiesloch gestorben, ist eine Mannheimer Lokallegende. Infolge einer Unterfunktion der Schilddrüse war er Zeit seines Lebens kleinwüchsig, verwachsen und wies eine verminderte Intelligenz auf. Zudem waren seine Knochen verformt und er litt an schwerem Asthma. 

Das Blumenpeterfest am Wasserturm

Der Blumepeter besuchte nie eine Schule und konnte auch später keinen Beruf erlernen. Von seiner Tante wurde er als Blumenverkäufer auf die Straße und in umliegende Lokale geschickt, damit er seinen Lebensunterhalt wenigstens zum Teil mitfinanzieren konnte. Bekannt sind die häufig wiederholten Sätze „Schääne Blume, die Herrschafte!“ und „Kaaf mer ebbes ab!“. So wurde er zu einer Art Maskottchen, Witzfigur, aber auch Opfer von Späßen.

Später in seinem Leben wurde er zunehmend verhaltensauffällig und aggressiv und starb in der Psychiatrischen Klinik in Wiesloch.

Die zahllosen Witze, die angeblich vom Peter stammen oder über ihn im Umlauf waren und sind, entstammen wohl in vielen Fällen der Phantasie der ersten Erzähler.

Ein Beispiel: „Der Peter steht im strömenden Regen auf der Neckarbrücke und schlägt mit einer Peitsche ins Wasser. „Was soll dann des?“ fragt der Finke-Kalle. „Isch treib‘ die Fisch unner die Brick, dass sie net nass werre!“, antwortet der Peter.“

Postum wurde ihm der Spitzname „Bloomaul“ zugedacht, der von dem Wort „blooe“ (vom mittelhochdeutschen Wort „bliuwen“, das „schlagen“ bedeutet) abgeleitet liebevolles Angeben beziehungsweise augenzwinkernde Übertreibung einer Behauptung oder Erzählung bezeichnet. Im Volksmund wird „Bloomaul“ gern als Beiname für den „typischen“ Mannheimer verwendet, dem man entsprechende Eigenschaften zurechnet.

Die Blumenpeterstatue auf den Kapuzinerplanken.

Anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens im Jahr 1966 stifteten die Herausgeber des Mannheimer Morgen zu Ehren des Blumepeters einen Brunnen mit Bronzedenkmal, das der Bildhauer Gerd Deo geschaffen hat. Er wurde am 5. Juli 1967 zunächst am Kapuzinerplatz (N4) aufgestellt und später schräg gegenüber nach O5 auf die Kapuzinerplanken versetzt.

Nach dem Blumepeter ist auch das das jährliche Blumepeterfest benannt.

Drei Wochen vor dem Fest sammelt der Mannheimer Fastnachtsverein Feuerio Spenden. Denn alles was auf dem Fest gegessen und getrunken wird, sind gespendete Waren. Auch zahlreiche Mannheimer Firmen spenden Preise für die große Tombola, Bands treten kostenlos auf und die Helfer sind ehrenamtlich im Einsatz. Der Erlös kommt dem Hilfsverein „Wir wollen helfen“ des Mannheimer Morgen zugute. Im Jahr 2015 kamen so 40.000 Euro zusammen die bedürftigen Familien und Einzelpersonen in Not unterstützen sollen. 

Stadt Plankstadt/kp

Quelle: Mannheim24

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