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Tiefenentspannt: Mode-Guru Harald Glööckler (50) im Interview.

Mode-Guru im Interview

Glööckler: „Zombiefilm ist Märchen gegen meine Kindheit!“

Mannheim-Innenstadt – Er hat es nach ganz oben in den Mode-Olymp geschafft – Selfmade-Man Harald Glööckler im Interview mit MANNHEIM24 über Design, Talent und harte Kindheit:

Der Bling-Bling-Auftritt von Mode-Papst Harald Glööckler (50) als Seminarleiter in der Modeschule Brigitte Kehrer am Mittwoch (WIR BERICHTETEN).

Nach der Kurs-Einheit mit 35 Schülern, bei der ‚Prof. Fashion‘ Glööckler die Kleiderentwürfe der angehenden Jungdesigner inspizierte, nimmt sich das Kreativ-Genie ausführlich Zeit für ein Interview mit MANNHEIM24.

Wie kam es zum Engagement als Gast-Dozent in Mannheim?

Glööckler:Wir haben seit längerer Zeit Praktikanten, die von der Modeschule Kehrer abgehen, und die bei uns auch arbeiten. Ich kenne Frau Kehrer schon seit über 20 Jahren, habe sie nach einem Treffen bei der Vernissage meiner Gemälde in Stuttgart mit ihrem Sohn Philipp zu mir nach Hause eingeladen. So kam die Idee auf, mal etwas gemeinsam zu machen. Ich hatte immer schon vor junge Leute, Künstler zu fördern.
Ich finde die Modeschule Kehrer phantastisch, sie hat schon viele erfolgreiche Leute hervorgebracht. Es sind ja Modeschüler aus der ganzen Welt hier – nicht nur aus ‚Monnem‘ und Region. Mir war wichtig, die Schüler zu fragen, was ihre Intuition ist. Ob sie sich eher als Arbeiter sehen oder als Star. Viele sahen sich als Star – doch den Zahn musste ich ihnen gleich ziehen! Denn zu 90 Prozent ist es Arbeit, zu zehn Prozent Glamour.

Was können Sie den Schülerinnen (85 Prozent Frauen-Anteil) mit auf den Weg geben?

Tiefenentspannt: Mode-Guru Harald Glööckler (50) im Interview mit MANNHEIM24.

Glööckler:  „Ich habe die Schüler gefragt, warum sie Mode-Designer werden wollen. Manch einer fragt sich, ob er Modedesigner oder Model werden will und denkt, das Leben sei eine immerwährende Party! Die endet meist, wenn die Zeit in der Modeschule vorbei ist und man feststellt, dass man keinen oder nur schwer einen Job kriegt. Wenn man mehr erreichen will als andere, muss man mehr leisten. Man muss Opfer bringen! Die ersten zehn Jahre sollte man erstmal für den Job leben, alles andere hintenan stellen. Dafür müssen die Schüler bereit sein! 
Jeder muss für sich feststellen, ob er ganz nach oben will oder ob es einem reicht, für Tante und Freundinnen zu nähen. Ob sie sich eher im technischen oder kreativen Bereich sehen. Ob sie selbstständig werden oder sich irgendwo bewerben wollen. Wenn man sich irgendwo bewirbt, muss einem klar sein, dass man nicht das machen kann, was man selbst toll findet, sondern dass man den Stil des Modehauses verinnerlichen muss.
Ich gebe also Erfahrungen weiter, die weit über das hinaus gehen, was in Lehrbüchern steht. Das ist sicher sehr spannend für die Schüler, zudem eine Freude und Ehre, ein Seminar, ein Kleid unter Harald Glööckler machen zu dürfen. Das Zertifikat ist für deren Vita später eine tolle Geschichte, kann ja nicht von Schaden sein...“

Mehrfach war Glööckler bereits in der Modeschule, hat ein Auge auf die Skizzen der Kleider geworfen. Künftige Armanis und Guccis entdeckt?

Glööckler: „Es gibt einige große Talente an der Modeschule Kehrer. Doch entscheidend ist, ob sie auch den Siegeswillen mitbringen? Modemacher gibt‘s wie Sand am Meer in Deutschland – doch niemand kennt sie. Die wenigen, die es bis nach oben geschafft haben, haben diesen Willen, diesen Ehrgeiz.

‚Prof. Fashion‘ Harald Glööckler leitet Design-Seminar

Der seit über 30 Jahren erfolgreiche Unternehmer ist inzwischen weltweit in 82 Ländern(!) bekannt mit seinen Glamour-Klamotten, Möbeln, Tapeten, Geschirr, Kosmetik, Gemälde und Skulpturen. Wie hat sein Imperium mal angefangen?

Glööckler: „Mich hat damals niemand gefördert – ich musste mich selbst fördern. Ich habe mit sechs Jahren mein erstes Kleid entworfen für meine Tante: ein schickes Spitzenkleid, sehr tragbar. Sie hat es dann umgesetzt, weil ich keine Schnitte machen konnte. Ich habe ihr aber dann erklärt, wie sie den Schnitt ändern soll. Im Alter von sieben Jahren habe ich mich dann entschlossen, aus jeder Frau eine Prinzessin zu machen. Und das tue ich noch heute...

Woher nimmt der Tausendsassa seine Kreativität?

Glööckler: „Die steckt einfach in mir! Meine gute Freundin Gina Lollobrigida sagte mal über mich, ich sei ein ‚Vulkan voller Ideen‘ – und die müssen raus. Ich bin jemand, der nicht nur träumt, sondern einer, der seine Träume auch gleich umsetzt. Ich jammere nicht, dass ich einen finden muss, der sie umsetzt, sondern mache es im Notfall halt selbst.
Gina Lollobrigida war auch die Person, die mich in meinem Leben am meisten inspiriert hat. Sie ist eine grandiöse Persönlichkeit , eine der letzten großen Diven. Wenn sie mit ihren 88 Jahren den Raum betritt, versprüht sie noch immer Hollywood-Glamour. Sie ist alterlos, hat Feuer und versprüht Sexappeal. Sie ist Schauspielerin, Malerin, Fotografin, Bildhauerin – interessiert in allen Dingen. Wir sind seit einer Show von mir 1995 eng befreundet.

Doch der gut gelaunte Star wird auch ganz ernst – als er vom Tod seiner Mutter erzählt, die von seinem Vater eine Treppe heruntergestoßen wurde.

Glööckler: „Meine Kindheit war mehr als unglücklich: Als ich 13 war kam meine Mutter durch meinen Vater ums Leben! Deshalb habe ich mich früh aus allem ausgeklinkt. Ein Zombiefilm ist ein Märchen im Vergleich zu meiner Kindheit!

Für Viele ist der gebürtige Maulbronner einfach nur ‚durchgeknallt‘. Wie viel ‚Verrücktheit‘ gehört in dieser Glitzer-Welt dazu?

Glööckler: „Man braucht vor allem Talent und Disziplin in diesem Job. Dazu Durchhaltevermögen und einen eisernen Willen. Verrückt sind viele, aber das reicht ja nicht aus, um erfolgreich zu werden. Man weiß ja nie, wer im Irrenhaus die Verrückten sind – die Patienten oder aber die Ärzte und Wärter. Aber es stimmt schon: Man muss ein wenig höher fliegen können als andere, braucht aber auch mehr Bodenhaftung als andere. Nur in dieser Konstellation funktioniert es.“ 

Als ‚Paradiesvogel‘ möchte Glööckler dagegen nicht bezeichnet werden: 

Glööckler:Ich bin kein Paradiesvogel, der nur durch die Lüfte fliegt und nichts weiter macht, außer schön zu sein. Ich dagegen arbeite sehr hart! Schön sein ist relativ. Das Gesamtpaket macht es aus: Da ist jemand, der extravagant ist und visuell was bietet. Optisch aus der Reihe tanzen allein reicht aber nicht – es muss im selben Maße auch Leistung kommen . Ob das Michael Jackson ist, Prince, Madonna oder Harald Glööckler.. .

Obwohl ihm Kritiker seine Schönheits-OPs (Fettabsaugung, aufgespritzte Lippen, Lidstraffung, Haartransplantation etc.) vorwerfen, hat Glööckler angesichts seines anstehenden 51. Geburtstages am 30. Mai kein Problem mit dem Älter werden:

Glööckler:Ich würde alles, alles, alles in meinem Leben nochmal genauso machen! Nur würde ich alle Fehler ein bisschen früher begehen, damit ich ein bisschen mehr davon habe. Meine zurückliegenden Jahrzehnte waren geprägt von täglich harter Arbeit – jetzt folgt die Kür.“ 

Umso mehr genießt er mit Mann Dieter Schroth (67)  seine neue Heimat im pfälzischen Kirchheim: 

Glööckler:Ich bin durch und durch Europäer! New York wäre die einzige Stadt in den USA, in der ich leben würde. Rom wäre auch eine Stadt, in der ich leben könnte, ich liebe London – mein Business ist aber in Deutschland. Jetzt leb isch in de Palz, des is jo wie in Italien. Wunderschön dort, ein Ort der Ruhe für mich. Die Pfälzer sind wunderbare Menschen, es gibt tolles Essen dort. Hier kann ich entspannen, wenn ich morgens um 6 Uhr im Garten mit meinem Hund den Vögeln lausche. Ich genieße die Natur, treibe viel Sport.

Erst im April 2016 hat ‚Kollegin‘ Jette Joop für Aldi Süd eine Kollektion Damen-Mode entworfen, wäre das nach seiner Schmuck-Kollektion 2011 für Lidl auch für Harald Glööckler denkbar?

Ich war ja der Erste, der das mit einem Discounter gemacht hat. Wieso sollte es nicht denkbar sein? Es laufen nach wie vor wieder Gespräche – es wird wieder etwas stattfinden. Auch beim Tele-Shopping war ich der Erste. Das fanden alle ganz furchtbar, haben es jedoch dann selbst auch gemacht...

Spätestens am 16. Juli wird der Kult-Designer wieder in Mannheim sein – bei der großen Jubiläums- und Abschlussmodenschau im Congress Center Rosengarten, wo die Abendkleider der Modeschule-Absolventen präsentiert werden.

Weitere Infos zur Modeschule Kehrer unter www.modeschule-kehrer.de, zu Harald Glööckler unter www.haraldgloeoeckler.de.

>>> Pompööser Dozent: Harald Glööckler plaudert aus dem Nähkästchen!

pek

Quelle: Mannheim24

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