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Die Jungbuschstraße am Nachtwandel. 

Im Jungbusch

Diebstähle und Belästigungen: Kneipenwirte besorgt

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Mannheim-Jungbusch - Taschendiebstähle und Belästigungen häufen sich. Besonders dort, wo viele Menschen zusammenkommen, haben Täter leichtes Spiel. Kneipenwirte wollen nun reagieren:

Am Montagnachmittag setzen sich Gastronomen der Szenenkneipen in der Jungbuschstraße mit Türstehern, einem Vetreter der Polizei Mannheim und der Stadt an einen Tisch, um über Maßnahmen gegen die zunehmenden Taschendiebstähle und Belästigungen der letzten Zeit zu diskutieren.

Denn: Obwohl die wenigsten Diebstähle gemeldet werden, wissen immer mehr Angestellte in Bars von Gästen zu berichten, deren Handys und Geldbeutel gestohlen wurden.

Der Betriebsleiter der Nelson-Bar, Eliran erzählt uns von einem Vorfall der kurz nach Neujahr stattgefunden hat: „Am Samstag machte mich ein Gast auf eine Person aufmerksam, die sich an der Garderobe zu schaffen machte und mit einer fremden Jacke auf der Toilette verschwand. Dieser hatte vorher einer Kollegin auf französisch erzählt, dass er Marokkaner sei. Ich stellte ihn daraufhin zur Rede und fragte ihn ob das seine Jacke sei. Er beantwortete meine Frage nicht und stellte sich dumm. Die Jacke hat er wieder an einen Haken gehängt. Da ihm nicht direkt ein Diebstahl nachgewiesen werden konnte, wurde er des Ladens verwiesen und ihm Hausverbot erteilt."

Rassismusvorwürfe

Genützt hat das jedoch nicht viel. Denn schon ein paar Tage später ist der junge Mann wieder da...

Eliran erzählt weiter: „Das schien ihn nicht sonderlich zu interessieren, denn schon drei Tage später war er mit zwei weiteren Landsleuten wieder im Laden. Sie versuchten mich dann öffentlich als Rassisten zu denunzieren.“

Und das war nicht das erste Mal. Denn: „Eine Woche zuvor bekam unser Türsteher von den Kollegen in den Straßen den Hinweis, dass ein Schwarzafrikaner in einer Nachbar-Kneipe Frauen belästigt hat. Natürlich kam er dann auch nicht mehr bei uns rein. Doch was er macht er? Er bleibt einfach vor dem Eingang stehen. Kurz darauf beschwert er sich lautstark bei einer jungen Frau und ihrem Freund, dass wir ihn aufgrund seiner Hautfarbe nicht hereingelassen hätten! Daraufhin wurde unser Türsteher von dieser jungen Frau vulgär beschimpft und uns wurde ein‚Shitstorm‘ in den sozialen Netzwerken angedroht." 

Doch diesen Vorwurf lässt der Betriebsleiter nicht auf sich sitzen und sagt: „Wir im Nelson betreiben mit Sicherheit keine rassistische Selektionspolitik an der Tür. Außerdem gehöre ich selbst einer ethnischen und religiösen Minderheit in Deutschland an.“

Diese Probleme kann man jedoch nicht nur im Jungbusch beobachten. Doch von einem allgemeinen Flüchtlingsphänomen will Eliran nicht sprechen„Wir hatten in den letzen zwei Monaten massive Probleme mit Arabern aus dem nordafrikanischem Raum, vereinzelt auch mit Schwarzafrikanern. Arabische Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien sind meines Erachtens jedoch nicht negativ aufgefallen.“

Zukunftsaussichten

Die konkreten Maßnahmen, die beim Treffen der Jungbuschakteure am Montag getroffen wurden, sind vertraulich. Seit dem Jahresbeginn 2016 sind jedoch laut dem Betriebsleiter des Nelsons an den Wochenendtagen keine Diebstähle mehr gemeldet worden. Durch die Erfahrungen der letzen Wochen werde nun Personen, die als verdächtig identifiziert werden, der Zutritt verwehrt, so Eliran. 

„Durch das Treffen am Montag mit allen Akteuren und der daraus resultierenden besseren Vernetzung untereinander und mit der Polizei, kann ich für die Zukunft sagen, dass sich die Gäste dadurch und durch eine verstärkte Präsens unsererseits im öffentlichen Raum außerhalb der Lokalitäten sicherer fühlen werden“, so der Betriebsleiter.

Appell an die Nachtschwärmer

Die Situation kann jedoch mittel- und langfristig nur besser werden, wenn die Tätergruppen polizeilich erfasst werden. Deswegen der Hinweis an alle: Bei allen Rechtsverstößen jedweder Art – sofort die Polizei anrufen und Anzeige erstatten!

kp 

Quelle: Mannheim24

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