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Einer der elf Anklagten sitzt am 15. April 2016 umgeben von Anwälten im Verhandlungssaal des Landgerichts. Am Freitag findet der Prozess nach zwei Jahren und sechs Monaten sein Ende. (Archivfoto)

Lange Haftstrafen für zwei Angeklagte

Mammut-Drogenprozess: Haupttäter verurteilt!

Mannheim - Der Mannheimer Prozess um den Handel mit Drogen im Wert von mehreren Millionen Euro hat mit der Verurteilung von zwei Männern nach über zwei Jahren sein Ende gefunden.

Bei einer Razzia in Ludwigshafen stellen Drogenfahnder Ende 2013 fast 150 Kilogramm Amphetamin sicher – eine der größten Mengen, die je in Deutschland beschlagnahmt wurde.  Wert: rund 1,5 Millionen Euro.

Am Freitag geht der Prozess um die Drogenhändlerbande, die aus elf Männern bestanden haben soll, in die nächste Runde. Nach 54 Verhandlungstagen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen sehen es die Richter als erwiesen an, dass die beiden Haupttäter über angeworbene Kuriere Chemikalien in ein niederländisches Drogenlabor geschmuggelt haben. Das fertige Produkt wurde dann in Mannheim und Berlin verkauft.

Das Urteil

Das Landgericht verurteilt den 51-jährigen Hauptangeklagten wegen bandenmäßigen Handelns mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Haftstrafe von 14 Jahren. Sein 41-jähriger Komplize soll für insgesamt 11 Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Die Angeklagten quittieren den Urteilsspruch immer wieder mit lächelnder Mine und Kopfschütteln.

Wie bei einem vorangegangenen Urteilsspruch in diesem Prozess, kritisiert der Vorsitzende Richter, Gerd Rachwitz, die Strategie der Verteidiger, die das Verfahren mit einer Vielzahl sachlich unbegründeter Anträge hätten „torpedieren“ wollen. Unter anderem hatten Verteidiger gemutmaßt, Ermittlungsbeamte hätten Beweise manipuliert. Dieser Vorwurf, so Rachwitz, habe sich als haltlos erwiesen.

Zwar hatte die Anklage für die Männer Haftstrafen von 14 Jahren und sechs Monaten und von 13 Jahren und sechs Monaten gefordert, doch der zuständige Oberstaatsanwalt zeigt sich mit dem Urteil zufrieden. Es sei nicht geplant, Rechtsmittel einzulegen. 

Der Rechtsanwalt des 51-jährigen Hauptangeklagten kündigt hingegen an, er wolle das Urteil anfechten. Die Rechtsanwältin des 41 Jahre alten Angeklagten will sich am Freitag noch nicht dazu äußern.

Hintergrund

Unter anderem durch den Einsatz verdeckter Ermittler kommt die Polizei den Angeklagten auf die Schliche. 

Der Prozess beginnt bereits im Juni 2014 – weil der vorsitzende Richter Michael Seidling aufgrund einer längerfristigen Krankheit zwischenzeitlich jedoch verhindert ist, wird er vertagt. Am 1. September 2014 beginnt die Verhandlung von Neuem. Zwei Jahre und sechs Monate müssen die elf Angeklagten auf ihr Urteil warten. 

Der Einfachheit halber teilt das Gericht den Prozess auf. Das Verfahren gegen die mutmaßlichen Haupttäter wird abgetrennt und findet mit dem Urteilsspruch am Freitag sein Ende. 

dpa/kab

Quelle: Mannheim24

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