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Kein Zuckerschlecken!

Südzucker wird Millionenprozess gemacht

Mannheim - Die Produzenten Südzucker, Nordzucker und Pfeifer&Langen sitzen im Prozesskarussell. Die Liste der Kläger ist lang. Am Dienstag wird am Landgericht die Klage des Lebensmittelriesen Nestlé verhandelt. 

Die großen Zuckerhersteller Südzucker, Nordzucker und Pfeifer&Langen bekommen den bitteren Nachgeschmack von Kartellabsprachen zu spüren. Nach einem Bußgeld folgt ein Schadenersatzprozess auf den nächsten. Ab Dienstag ist nun Nestlé an der Reihe.

Wie kam es dazu? 

Über viele Jahre hinweg sollen die drei Unternehmen Vertriebsgebiete unter sich aufgeteilt und damit Preiswettbewerb verhindert haben. 2014 hagelte es vom Bundeskartellamt ein Bußgeld in Höhe von 280 Millionen Euro (195, Millionen davon von Südzucker). Seither häufen sich die Klagen. Lebensmittelunternehmen sind der Meinung, zu viel für den Zucker in ihren Produkten gezahlt zu haben. 

Wie groß ist die Dimension der Prozesse? 

Sehr groß - und es ist unklar, wie viele Klagen noch nachkommen. „Das ist in Deutschland mit Abstand der bedeutendste Verfahrenskomplex im Bereich Kartellschadenersatz“, sagt der Düsseldorfer Kartellrechtsexperte Johann Brück. 

Wer sind die Kläger?

Die Reihe großer Firmennamen ist lang, insgesamt sind an deutschen Gerichten mehr als 30 Klagen anhängig, mit gut 20 die meisten in Mannheim, dem Sitz von Südzucker: Als einer der ersten war Bonbonhersteller Vivil vor das dortige Landgericht gezogen. Auch Katjes und Goldeck Süßwaren GmbH klagen. Am heutigen Dienstag beginnt in Mannheim der Prozess Nestlé gegen die drei Zuckerhersteller. Auch Deutschlands größte Genossenschaftsmolkerei DMK hat neben anderen eine Kartellschadenersatzklage eingereicht.

Um wie viel Geld geht es? 

Kartellrechtsexperte Brück schätzt die Summe der Klagen auf rund 500 Millionen Euro. Nestlé fordert laut Landgericht Mannheim rund 50 Millionen Euro Schadenersatz. Vivil verlangt 1,3 Millionen Euro, Katjes insgesamt rund 37 Millionen Euro. Die Markenhersteller Bauer, Ehrmann und Zentis wollen vor dem Kölner Landgericht gemeinsam Schadenersatz in Höhe von fast 119 Millionen Euro erstreiten. Der Printenhersteller Lambertz klagt auf 11,6 Millionen Euro. Krombacher/Schweppes will eine Million Euro. 

Was sagen die Zuckerhersteller? 

Aus Sicht der Beklagten wären die Preise im regulierten Zuckermarkt auch ohne Kartell nicht anders gewesen. Kunden sei kein wirtschaftlicher Schaden entstanden. 

Wo liegen die Schwierigkeit der Prozesse? 

Wer Schadenersatz haben will, muss auch einen Schaden nachweisen - und den bestreiten die Zuckerhersteller.

Christine Cornelius/dpa/rob

Quelle: Mannheim24

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