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Das Uniklinikum Mannheim will 2020 wieder schwarze Zahlen schreiben. (Symbolbild)

Halbjahresbericht zeigt erste Erfolge

Wächst Vertrauen in Uni-Klinik wieder?

Mannheim-Neckarstadt-Ost – Nach dem Hygieneskandal war das Vertrauen in das Uni-Klinikum erst einmal verflogen. Jetzt liegt der Halbjahresbericht vor und zeigt: Die Restrukturierung trägt Früchte.  

Während die Zahlen des Vorjahres erwartungsgemäß noch deutlich von der Sterilgutkrise geprägt waren, belegen die aktuellen Kennzahlen für die Monate Januar bis Juni 2016 bereits erste Wirkungen des Ende 2015 verabschiedeten Restrukturierungsprogramms ‚UMM 2020‘.

Das vergangene Geschäftsjahr schließt in Summe mit dem erwarteten Fehlbetrag von 39,7 Millionen Euro ab. 

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Dabei addiert sich zum operativen Verlust von 28,8 Millionen Euro ein außerordentliches Ergebnis von minus 10,4 Millionen Euro, das auf Abschreibungen, Wertberichtigungen und Rück-stellungen für den Südhessischen Klinikverbund (SHK) zurückzuführen ist. Gleichzeitig mit dem Jahresabschluss 2015 hat die UMM erstmals einen umfassenden Bericht für das erste Halbjahr 2016 vorgelegt, der die positive Entwicklung des ersten Quartals bestätigt

Die durchschnittliche Schwere der behandelten Erkrankungen, die auch die Höhe der Vergütungen bestimmt, hat im ersten Halbjahr 2016 gegenüber dem Vorjahres-Zeitraum deutlich zugelegt und die Planung übertroffen

„Wir wollen unsere Patienten mit einer qualitätsgesicherten universitären Maximal-versorgung überzeugen und dabei mehr schwere Erkrankungen behandeln als bisher. Diesem Ziel haben wir uns schneller als erwartet genähert“, berichtet Professor Dr. med. Frederik Wenz, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer der UMM. Noch im Januar 2016 sag das ganz anders aus...

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Im Zusammenwirken mit einem moderaten Zuwachs der stationären Patientenzahl, die mit 24.819 (im Vorjahr 23.710) wieder das Niveau vor der Sterilgutkrise erreicht hat, liegen die Erträge aktuell bei 180,2 (im Vorjahr 162,5) Millionen Euro – und damit ebenfalls über dem Planansatz.

Gleichzeitig sind im ersten Halbjahr 2016 die Kosten auf insgesamt 186,1 Millionen Euro gestiegen (im Vorjahr 176,1 Millionen). Dabei hat sich zum Beispiel der Aufwand für medizinischen Bedarf parallel zur gestiegenen durchschnittlichen Fallschwere auf 40,1 (im Vorjahr 37,7) Millionen Euro erhöht. 

Auch der Personalaufwand übersteigt mit 101,4 (i.V. 98,0) Millionen Euro aktuell noch den Planansatz. „Wir haben nach der Sterilgutkrise ganz bewusst nicht an der Substanz gespart, sondern gezielt in qualifiziertes Personal und moderne Geräte investiert, betont UMM-Geschäftsführer Dr. Jörg Blattmann und ergänzt: „Mit den nun eingeleiteten organisatorischen Veränderungen können wir unsere Mitarbeiter künftig optimaler einsetzen und so weitere Einsparungen erzielen.“ 

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Die UMM hat Ende des ersten Quartals damit begonnen, die vorgehaltenen Stationskapazitäten dynamischer an die jeweiligen Patientenzahlen anzupassen und die durchschnittliche Dauer des Krankenhausaufenthalts durch verbesserte Abläufe zu verkürzen. 

Außerdem konnten erste Einsparpotenziale beim Einkauf von Medizinprodukten und Energie realisiert werden. Der volle Effekt dieser Maßnahmen wird sich allerdings erst in zukünftigen Quartalen niederschlagen. 

Unter dem Strich ergibt sich für das erste Halbjahr 2016 ein Verlust nach Abschreibungen und Steuern von 9,9 (im Vorjahr 13 Millionen) Millionen Euro. Auf Basis der aktuell bereits bekannten und absehbaren Veränderungen, unter anderem aus dem Restrukturierungsprogramm ‚UMM 2020‘, kann für das Gesamtjahr 2016 mit einem zwar weiterhin negativen, aber deutlich besseren Jahresergebnis als im Vorjahr gerechnet werden. 

„Der Halbjahresbericht zeigt, dass wir insgesamt auf einem guten Weg sind, die bis 2020 gesetzten Ziele zu erreichen“, ist die UMM-Geschäftsführung überzeugt und betont: „Es liegt aber noch eine lange Strecke vor uns.“ 2020 soll die UMM wieder ein positives Jahresergebnis erzielen und so ihre notwendigen Investitionen selbst erwirtschaften.

Quelle: Mannheim24

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