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Ein junger Student aus Dieburg muss sich im Landgericht Mannheim wegen Totschlages verantworten.

Totschlag-Prozess am Landgericht

Angeklagter Student (26): „Mein Vermieter war‘s!“

Mannheim - Julian I. soll im Dezember eine Frau schwer verletzt und danach in den Neckar geworfen haben, wo sie schließlich starb. Beim Prozessauftakt weist er jegliche Vorwürfe von sich – und beschuldigt seinen Vermieter.

Im Rahmen des Prozessauftaktes am Mittwoch wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten Studenten aus Dieburg vor, seine 31-jährige ehemalige Nachbarin zwischen dem 28. Dezember und dem 30. Dezember 2015 in der Inselstraße am Neckarufer mit einem Küchenmesser und einem Stein „massiv verletzt" und anschließend in den Neckar geworfen zu haben. Das Opfer erleidet eine Schädelfraktur, ertrinkt anschließend.

Vier Wochen später wird aus der Vermutung eines Kapitalverbrechens traurige Gewissheit: Die 31-jährige Frau wird tot im Rhein bei Südhessen gefunden. Zuvor hatte ein Spaziergänger die blutverschmierte Mütze der Frau und eine Blutlache gefunden (WIR BERICHTETEN). Hundestaffeln und die Wasserschutzpolizei suchten stundenlang das Neckarufer ab – vergeblich.

Polizeitaucher im Einsatz

Angeklagter beteuert Unschuld

Julian I. sagt gleich zu Prozessbeginn, dass die Anklageschrift nicht stimme. „Ich hatte keinen Bezug zu ihr und auch keinen Grund, sie zu töten". Er wirft hingegen seinem Vermieter vor, die Frau getötet und die Tat dann auf ihn gelenkt zu haben. Dieser habe zuvor Probleme mit dem Opfer gehabt. 

Im Vorfeld der Tat habe der Mann den Angeklagten auch oft vor der Nachbarin gewarnt und angedeutet, dass es besser sei, wenn sie nicht mehr lebe. Vor sein Gesicht hält der 26-Jährige einen Ordner mit der Aufschrift „Unschuldig“, den er erst zum Ende des Prozesstages ablegt.

Der Angeklagte muss am ersten Prozesstag sein Leben vor dem Gericht ausbreiten. Er habe eine lange Drogenkarriere mit Aufenthalten in Entzugsklinken hinter sich, Studiengänge abgebrochen und sich mit Jobs über Wasser gehalten. Er komme aus einem gutbürgerlichen Zuhause, seine Eltern hätten sich von ihrem Sohn distanziert und ihn mit 19 rausgeworfen. Nach mehreren Zwischenstationen sei er wegen eines Studiums in Heidelberg nach Mannheim gekommen. Dort arbeitet der Angeklagte unter anderem bei einer bekannten Reinigungsfirma.

Mit Frauen habe er schon einiges erlebt, erzählt der 26-Jährige. Er sei von seiner ersten Freundin betrogen worden, hätte auch sonst keine guten Erfahrungen gemacht. Dennoch habe er keinen Grund gehabt, seine Nachbarin umzubringen.

Der Prozess wird am 21. September fortgesetzt. Das Urteil soll im November fallen.

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eep

Quelle: Mannheim24

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