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Am Landgericht Mannheim fällt am Freitag das Urteil gegen den 26-jährigen Studenten. (Symbolfoto)

Frau schwer verletzt in den Neckar geworfen

Totschlag-Prozess: Student (26) verurteilt!

Mannheim - Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 31-Jährigen im Dezember 2015 am Neckar ist am Freitag am Landgericht das Urteil gegen einen 26-jährigen Studenten gefallen.

Sämtliche Indizien ließen darauf schließen, dass der Angeklagte seine ehemalige Nachbarin (31) Ende Dezember 2015 mit einem Messer und einem Stein verletzt und dann in den Neckar geworfen hat, sagt der Vorsitzende Richter am Landgericht. 

Am Freitagmorgen ist das Urteil gegen den Mannheimer Studenten gefallen: Elf Jahre Haft wegen Totschlags.

Der 26-Jährige hatte die Vorwürfe bis zum Ende zurückgewiesen. Er habe keinen Grund gehabt, die Frau zu töten, sagte er zum Prozessauftakt im September. Der Staatsanwalt hatte das anders gesehen und vergangene Woche eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten wegen Totschlags gefordert. Die Verteidiger überraschen mit unterschiedlichen Plädoyers: Anwältin Miriam Weis hatte Freispruch wegen zu dünner Beweislage gefordert, ihr Kollege Maximilian Endler hatte auf Schuldunfähigkeit plädiert und die Einweisung des Angeklagten in eine Psychiatrie beantragt.

Doch die Beweislage ist zu erdrückend.

Man hat mehrere DNA-Spuren sowohl von der Geschädigten als auch von dem Angeklagten auf zahlreichen Gegenständen gefunden. Unter anderem auf der blutige Mütze, die am Neckar gefunden wurde, einem Messer, einigen Müllbeutel und an der Arbeitskleidung des 26-Jährigen. Außerdem hat er sich sehr auffällig verhalten, als er nach dem Leichenfund sein Auto sofort reinigen ließ.  Auch der Vorwurf, dass der Vermieter ein möglicher Täter sein könne, ist bloß „viel Fantasie“, so der Vorsitzende Richter. Der Vermieter weilte nämlich zum Tatzeitpunkt in der Türkei. 

Eine Schuldunfähigkeit kann ausgeschlossen werden. Zwar ist Julian I. im PZN in Wiesloch wegen einer psychischen Erscheinung behandelt worden, sei aber schon seit einiger Zeit nicht mehr auffällig geworden.

Der Tathergang

Julian I. muss am 30.12. zwischen 3 bis 8:30 Uhr mit einem 15,5 Zentimeter langen Messer und mehreren Müllbeuteln zum Neckar gefahren sein. Dort traf er seine Nachbarin (wie es zum Treffen kam, ist der Anwaltschaft weiterhin unklar) und es kam zu einer Auseinandersetzung. Der 26-Jährige brachte die Geschädigte zu Fall und stach dann mit seinem Messer in ihren Mund. Danach nahm er einen faustgroßen Stein und schlug über 10 mal auf sein Opfer ein. Er schaffte die bewusstlose Frau in den Neckar, in dem sie ertrank.

Der Angeklagte hat mit direktem Vorsatz gehandelt“, so der Vorsitzende Richter. Dennoch bleibt nach wie vor unklar, aus welchem Motiv der 26-Jährige sein Opfer umgebracht hat. „Das ist mehr als betrüblich“, so der Vorsitzende Richter über die fehlenden Informationen. Eine mögliches Motiv könnte eine Abneigung des Täters zu seiner Nachbarin sein, da sie unter einer psychischen Störung litt – das ist und bleibt aber reine Spekulation.

Hintergrund

Ein Spaziergänger findet am 30. Dezember eine blutverschmierte Mütze und eine Blutlache am Neckar (WIR BERICHTETEN). Hundestaffeln und die Wasserschutzpolizei suchen stundenlang das Neckarufer ab – zunächst vergeblich.

Polizeitaucher im Einsatz

Vier Wochen später wird aus der Vermutung eines Kapitalverbrechens traurige Gewissheit: Das Opfer wird tot im Rhein bei Südhessen gefunden. Der nun verurteilte 26-Jährige soll die Frau zwischen dem 28. und 30. Dezember angegriffen und sie mit einer Schädelfraktur ins Wasser geworfen haben. Die 31-Jährige ertrinkt im Neckar.

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dpa/kab

Quelle: Mannheim24

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