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Ein umgekippter Waggon des Eurocity nach dem schweren Zugunglück am Mannheimer Hauptbahnhof im August 2014.

„Um Gottes willen, halt an!“

Zugunglück: Lokführer (62) schweigt zu Vorwürfen!

Mannheim - Bei einem schweren Zugunglück am Hauptbahnhof werden am 1. August 2014 38 Menschen zum Teil schwer verletzt. Jetzt steht der 62-jährige Lokführer eines Güterzugs vor Gericht – und schweigt.

Beim Anblick der Bilder von vor zwei Jahren fällt es einem immer noch schwer zu glauben, dass bei diesem Unfall niemand ums Leben gekommen ist – das Zugunglück am Hauptbahnhof Mannheim!

Der Tag nach dem Zugunglück in Mannheim

Der  dramatische Ablauf am Abend des 1. August 2014: Ein Reisezug mit 110 Menschen an Board hat auf eingleisiger Strecke freie Fahrt, ein Güterzug muss halten. Doch der Lokführer des Güterzugs fährt weiter, es kommt zur Kollision. Der erste und zweite Waggon des Eurocitys entgleisen und kippen um. Auch die Lok und zwei Containerwagen des Güterzugs reißt es aus den Gleisen – 38 Menschen werden teilweise schwer verletzt.

Viele Verletzte! Güterzug rammt Eurocity

Der Staatsanwalt schildert den Ablauf so: Der Reisezug hatte das Signal „Freie Fahrt“ bekommen, für den Güterzug galt „Halt“. Doch der angeklagte Lokführer habe sich an dem Signal des anderen Zuges orientiert.

Gesamtschaden rund 2,3 Millionen Euro

Danach kam es automatisch zu einer Zwangsbremsung. Der Lokführer hätte daraufhin sofort die Fahrdienstleistung kontaktieren müssen, um nach dem Grund für den Halt zu fragen, und um auf weitere Befehle zu warten, wie der Staatsanwalt sagt. Das geschah nicht: Der Lokführer löste die Zwangsbremsung auf, fuhr weiter und ignorierte zudem noch zwei weitere Haltesignale.

Beim Prozessauftakt am Mittwochmorgen am Amtsgericht Mannheim schweigt der 62-jährige Lokführer zu den Vorwürfen. Zuvor hatte er aber bereits Fehler eingeräumt (WIR BERICHTETEN).

Als der Fahrdienstleiter in Mannheim die gefährliche Situation vor dem Zusammenstoß erkennt, kann er laut einem Bundespolizisten nur noch rufen: „Um Gottes willen, halt an!

>>> Themenseite: Schweres Zugunglück in Mannheim 

Der Beamte des Eisenbahnbundesamtes hält es für möglich, dass der angeklagte Lokführer das Signal zur freien Fahrt als sein eigenes gewertet habe. Das Verhalten des Lokführers in Mannheim gebe es hin und wieder, sagt er: „Es sind wenige Fälle, aber sie kommen vor.“ Er wolle dessen Verhalten aber nicht entschuldigen. 

Der Prozess wird am kommenden Mittwoch, 28. September, fortgesetzt.

dpa/rob

Quelle: Mannheim24

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