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Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz (3. v. r.) und Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala machten sich vor Ort in der Neckarstadt West ein Bild von der Arbeit der Zusatzreinigungskräfte.

Müll-Force in Mannheim

Stadt übernimmt Gehwegreinigung – Bürger sollen zahlen

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Ausrangierte Möbel, alte Kleidung, Hundekot – immer wieder "stolpern" Fußgänger in der Quadratestadt über derartige Hinterlassenschaften auf Gehwegen, Parkplätzen und Grünflächen. 

Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz im Gespräch mit Bürgern in Neckarstadt West.

Wahllos entsorgter Müll ist ein solch großes Ärgernis für die Mannheimer geworden, dass seit April dieses Jahres zusätzliche Kräfte der Stadtreinigung an verschiedenen "Müll-Brennpunkten" im Einsatz sind. Einer davon ist in der Neckarstadt West. Dort traf sich Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz mit Bürgern, um ein Feedback zu Picobello²-Aktion zu erhalten. Eine erste Evaluation der Maßnahmen zeigt, dass sich die „Noten“ für die Sauberkeit in der Neckarstadt West aber auch in den anderen Schwerpunktreinigungsgebieten verbessert haben, heißt es dazu seitens der Stadt.

Mit dem Haushalt 2014/15 hat der Gemeinderat den Zuschuss für die Stadtreinigung um 500.000 Euro erhöht. Daraufhin haben der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Mannheim und der Fachbereich Grünflächen und Umwelt ein Konzept entwickelt, das in 20 ausgewählten Bereichen innerhalb von vier Stadtteilen für mehr Sauberkeit auf Straßen und Grünflächen sorgen soll. Zehn zusätzliche Reinigungskräfte sind in der Innenstadt, dem Jungbusch, der Neckarstadt West und der Schwetzinger Stadt unterwegs. Sie arbeiten zeitversetzt von 6.30 bis 21 Uhr. 

Anwohner in der Pflicht

„Wir haben im Haushalt mehr Geld zur Verfügung gestellt und mit dem Konzept der Zusatzreinigungsteams die Rahmenbedingungen geschaffen, um Leistungen zu bündeln und zu konzentrieren. Dennoch ist klar, dass all diese Maßnahmen allein nicht ausreichen werden. Wir werden nicht umhin kommen, die Anlieger und Eigentümer stärker in die Pflicht zu nehmen, das zeigt die erste Bilanz von vier Monaten Zusatzreinigung“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Eine kaputte Leuchte wurde einfach auf dem Gehweg in T 6 entsorgt. Das Bild entstand Anfang Juli. Hier war die Stadtreinigung schnell.

Mit dem Ziel, die Sauberkeit in Mannheim nachhaltig und sichtbar zu verbessern, plant die Stadt Mannheim deshalb, die Gehwegreinigung in der Innenstadt zu übernehmen und dafür von den Anwohnern eine Gebühr zu erheben. Über die Ausgestaltung des Konzepts wird in den nächsten Tagen im Arbeitskreis Abfallwirtschaft des Gemeinderates sowie im Bezirksbeirat Innenstadt/Jungbusch beraten.

Sauberkeit als Wohlfühlfaktor

„Die Mannheimer, und natürlich auch unsere Gäste, sollen sich in der Stadt wohlfühlen. Dazu gehört auch ein sauberes, gepflegtes Stadtbild. Dies zu erreichen und vor allem für Nachhaltigkeit im Bereich Sauberkeit zu sorgen, ist in den letzten Jahren immer schwieriger geworden. Wir werden deshalb unsere Anstrengungen für eine saubere Stadt weiter verstärken, denn es ist mir persönlich ein wichtiges Anliegen, spürbare Verbesserungen für die Bürger zu erzielen“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. 

Wo wird zusätzlich gereinigt? 

Neckarstadt West: Alter Messplatz, Umfeld (Capitol, Feuerwache), Bereich Kurpfalz- bis Jungbuschbrücke, Lortzingstraße/Langstraße, Neumarkt;

Jungbusch: Beil/Böck/Jungbuschstraße, Dalberg-Unterführung, Uferbereich Museumsschiff, Quartiersplatz;

Innenstadt: Hauptbahnhof, Umfeld, Begleitgrün Bismarckstraße, Lameygarten, M6, Lauersche Gärten, Paradeplatz, (vorwiegend Grünflächen), Rathaus, Denkmal Friedensengel, Reiss-Engelhorn-Museen, Toulonplatz;

Schwetzingerstadt: Friedensplatz, Planetarium, Friedrichsplatz, Wasserturm, Rosengarten, Kunsthalle, Eingang Planken, Grünanlage Augustaanlage, Umfeld Luisenpark Haupteingang, Landesmuseum Parkplätze, Umfeld Tattersall, Bismarckdenkmal.

Dieser Mülleimer wurde vor dem Steigenberger Hotel Anfang der Woche gesichtet.

Bilanz nach vier Monaten

Von Seiten der Gewerbetreibenden, der Politik und den Bezirksbeiräten gebe es positive Resonanz. Die Beschwerden der Anwohner am Paradeplatz und am Hauptbahnhof seien deutlich zurückgegangen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Sauberkeitsnoten (DSQS-Note) hätten sich durch die Zusatzleistungen im jeweiligen Stadtteil um 1,5 bis 2,3 Noten verbessert. 

In der Detailbetrachtung konnten insbesondere in den Bereichen der „kleinen“ Fußgängerzone (zum Beispiel Beilstraße im Jungbusch), den Bereichen Platz/Fläche/Markt (zum Beispiel Neumarkt), den Parkplätzen und Spielplätzen (zum Beispiel Dammstraße) deutliche Verbesserungen der DSQS-Noten erreicht werden. Im Bereich Neckarstadt West hat sich die DSQS-Note von 15,0 auf 13,4 verbessert.

Doch was sagen Quoten und Noten aus, was helfen Zusatzreinigungen und Gebühren, wenn das Grundübel DIE MENSCHEN sind, die einfach nicht kapieren, dass Natur und öffentlicher Raum keine Müllplätze sind?

kb

Quelle: Mannheim24

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