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Der Rektor Dr. Johannes Heil der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg gab ein Interview zu den Pr-Palästinensischen Protesten 

 Pro-Palästinensische Proteste

Viele Juden fühlen sich nicht sicher!

Die pro-palästinensischen Proteste schockieren viele Juden in Deutschland. Einige trauten sich nicht mehr, draußen ihre Kopfbedeckung aufzusetzen, erzählt ein Experte.

Die Demonstrationen in deutschen Städten gegen Israels Vorgehen im Gazastreifen verängstigen aus Sicht des Rektors der Heidelberger Hochschule für Jüdische Studien viele Juden. "Das Sicherheitsgefühl der Juden in Deutschland hat sich durch die Demos einmal mehr verschlechtert", sagte Johannes Heil der Deutschen Presse-Agentur. "Es haben schon vor den Demos viele Juden in Deutschland gezögert, öffentlich ihre Kippa zu tragen - dieses Gefühl hat sich jetzt noch verstärkt."
In mehreren Städten hatte es in den vergangenen Tagen Proteste gegen die Angriffe Israels im Gazastreifen gegeben. "Man fühlt sich als Jude angesichts der Demonstrationen persönlich ausgegrenzt und ängstlich, weil man nicht weiß, was passiert, wenn man in die Hände dieses Mobs fällt", sagte Heil, der selbst allerdings kein Jude ist. An seiner Hochschule studieren rund 160 Menschen Jüdische Studien, etwa 40 Prozent davon sind Juden.

In Mannheim waren am Samstag rund 4500 Menschen auf die Straße gegangen. Es wurden auch israelfeindliche Sprechchöre und Plakate registriert. Laut Polizei blieb die Protestaktion friedlich. "Wenn unfriedliche Parolen gerufen werden, ist die Frage, ob man von einer friedlichen Demo sprechen kann", kritisierte Rektor Heil. "Ich würde eher sagen: Die Mannheimer Demo war gewaltlos - aber nicht friedlich."

Bei den Aktionen sei eine Grenze deutlich überschritten worden: "Natürlich kann man die israelische Regierung für ihr militärisches Eingreifen in Gaza kritisieren, aber die Parolen der Demos gehen weit darüber hinaus", sagte Heil."Wenn Juden als Schweine bezeichnet werden, ist das inakzeptabel und sollte sofort unterbunden werden - gerade mit Blick auf die deutsche Vergangenheit." Auf den Demos kämen merkwürdige Konstellationen zusammen: "Muslime, Hooligans und Neonazis bilden ein seltsames Sammelsurium aus Interessen und Gruppen."

Von einem neuen Antisemitismus will Heil jedoch nicht sprechen."Ich sehe keinen neuen Antisemitismus, denn es sind keine neuen Motive dazugekommen, nur ein aktueller Anlass", betonte er. "Es ist erschreckend zu sehen, wie massiv sich das Hasspotenzial Ausdruck verschafft und wie viele Menschen sich hinter diesen Parolen verschanzen."

dpa

Quelle: Mannheim24

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