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Autoknacker haben es seit Jahresanfang auf Navis und Lenkräder abgesehen (Symbolfoto).

Autoaufbruchserie

Autoknackerbande beschäftigt Ermittler 

Rhein-Neckar-Kreis - Eine Serie von Autoeinbrüchen mit Schaden in Millionenhöhe beschäftigt die Ermittler. Seit Anfang des Jahres sind mehr als 200 Autos aufgebrochen worden.

Allein seit März sind in der Region 170 Autos aufgebrochen worden, teilen Ermittlungsbehörden am Freitag mit. Insgesamt wurden in Mannheim (4), Heidelberg (19) und dem Rhein-Neckar-Kreis (181) 204 Fahrzeuge geknackt! 

Gestohlen wurden Navis und Lenkräder im Wert von rund 2,5 Millionen Euro!

Dabei schlugen die Autoknacker zumeist eine hintere Scheibe ein, entriegelten das Auto und bauten das Zubehör aus. In manchen Fällen wurden die Geräte auch herausgebrochen.

Dramatischer Anstieg

Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren hat sich die Zahl der Taten dramatisch erhöht: 2014 wurden im Vergleichszeitraum 63 und 2015 67 Wagen aufgebrochen. Das entspricht einer Steigerung von rund 200 Prozent!

Zuletzt schlugen die Täter in der Nacht auf 16. Juni in Rauenberg und Schriesheim, sowie in der Nacht auf den 21. Juni in Oftersheim zu. 

Den Ermittlern zufolge liegt der Schwerpunkt der Serie im südlichen Rhein-Neckar-Kreis. Die Stadt Rauenberg ist dabei trauriger Spitzenreiter mit 26 Taten. Im nördlichen Rhein-Neckar-Kreis ist Schriesheim mit 20 Aufbrüchen die am höchst belastete Gemeinde. Dabei waren Fahrzeuge auch schon mehrfach Ziel der Täter.

Auch angrenzende Bezirke betroffen

Auswertungen „benachbarter“ Dienststellen in den Bereichen der Präsidien Südhessen und Karlsruhe zeigen, dass die Ermittler auch dort mit dem Phänomen zu kämpfen haben. Eine Serie von Autoaufbrüchen zieht sich südlich von Frankfurt/Hessen entlang der Rheinschiene bis in die Gegend südlich von Karlsruhe. Beide Dienststellen verzeichnen ebenfalls dreistellige Werte mit einem Gesamtschaden von jeweils weit über einer Million Euro.

Bei den angegriffenen Fahrzeugen sticht die MarkeBMW deutlich hervor. Insgesamt 175 aller aufgebrochenen Fahrzeuge waren BMW-Modelle.

Wer sind die Täter?

Wer die Täter sind ist derzeit noch unklar. Die Fahnder gehen davon aus, dass wie bei zurückliegenden Ermittlungsverfahren auch, osteuropäische Tätergruppierungen am Werk sind. 

Bereits im Jahr 2011 wurde eine litauische Bande ermittelt, der über 100 Fälle zur Last gelegt wurden. Sieben Männer wurden damals zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Darüber hinaus war es Karlsruher Fahndern in den zurückliegenden Wochen gelungen, litauische Tatverdächtige festzunehmen, was die Annahme über die Herkunft der derzeit agierenden Banden untermauert.

Da die Tätergruppierungen länder- und dienststellenübergreifend tätig sind, erarbeitet die Kriminalpolizeidirektion Heidelberg, gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Südhessen und dem Polizeipräsidium, mögliche Schnittstellen der jeweiligen Serien, um so Tat- und Täterprofile erstellen zu können.

„Bruch“ dauert nur knapp 2 Minuten  

Nach den derzeitigen Ermittlungen dauert ein solcher Autoaufbruch vom Einschlagen der Scheibe bis zum vollständigen Ausbau der Fahrzeugteile "nur" etwas mehr als

zwei Minuten

. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass in einer Nacht bis zu 12 Fahrzeuge an einem Ort aufgebrochen werden können. 

Durch die gute Infrastruktur der Tatorte sind die Täter, die ihre Objekte im Vorfeld ausspionieren, nicht nur schnell am Tatort, sondern können auch wieder schnell vom Tatort flüchten und so innerhalb weniger Minuten größere Strecken zurücklegen.

BMW-Besitzer aufgepasst

Nach Möglichkeit sollen Besitzer der besonders betroffenen Fahrzeugmodelle ihre Fahrzeug in Garagen abstellen oder an Stellen parken, die auch nachts gut beleuchtet sind. Sinnvoll könnten laut Polizei auch Lenkradsicherungen, sogenannte „Lenkradkrallen“ sein, die ein Ausbauen der Multifunktionslenkräder verhindern oder zumindest erheblich erschweren. Weitere Tipps, zur Verhinderung von Autoaufbrüchen findet man unter www.polizei-beratung.de.

Die Polizei bittet die Bevölkerung wachsam zu sein und bei Personen oder Fahrzeugen, die sich in verdächtiger Weise in Wohngebieten aufhalten, auch im Zweifel umgehend die Polizei zu verständigen. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle, auch über den Polizeinotruf 110 entgegen.

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pol/dpa/rmx

Quelle: Mannheim24

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