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In dieser Schwetzinger Unterkunft war der Tatverdächtige bis zu seiner Festnahme am 12. Januar untergebracht.

Flüchtlinge wollen Zeichen setzen

Attacke in Schwetzingen: „Feige Tat!“

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Schwetzingen - Ein 30-jähriger Flüchtling belästigt zwei Schwestern, bricht einer der Frauen mit einem Tritt ins Gesicht das Jochbein. Eine Tat, die schockiert – auch die Bewohner der drei Flüchtlingsunterkünfte in der Stadt.

Donnerstag Morgen in der Scheffelstraße in Schwetzingen: Betretene Gesichter vor der provisorischen Flüchtlingsunterkunft. Das Gesprächsthema hier wie in der ganzen Stadt: Die brutale Tat eines Flüchtlings. 

Hier zusätzlich der Schock: Es ist einer der Flüchtlinge aus der Scheffelstraße gewesen!

Die Vorgeschichte: Eine 33-jährige Frau ist am frühen Mittwoch Morgen des 6. Januar (Feiertag) gemeinsam mit ihrer Schwester (26) mit der Regionalbahn von Mannheim nach Schwetzingen unterwegs, als sie von einem Unbekannten bedrängt werden. Immer wieder wirft er ihnen Küsse zu, lässt nicht von ihnen ab, auch nachdem die Frauen mehrfach den Platz wechseln.

Gegen 5:40 Uhr verlassen die Schwestern die Bahn, der Unbekannte folgt ihnen. Auf dem Schwetzinger Bahnhofsvorplatz kommt es schließlich zum sexuellen Übergriff auf die 33-Jährige – der Täter begrapscht die Frau am Oberkörper. Als sie sich wehrt und ihn lauthals auffordert, von ihr abzulassen, wirft der aggressive Mann sein Opfer zu Boden und bricht ihm mit einem Tritt ins Gesicht das Jochbein.

Am Dienstag (12. Januar) der Ermittlungserfolg: Die Polizei nimmt einen 30-jährigen Mann fest, die Staatsanwaltschaft Mannheim erlässt umgehend Haftbefehl. Der Grund: Der Tatverdächtige ist ein Bewohner einer Schwetzinger Flüchtlingsunterkunft ohne soziale Bindungen, es bestehe Fluchtgefahr, so die Staatsanwaltschaft.

Der Vorfall berührt und schockiert die Bewohner der Metropolregion über die Stadtgrenze(n) hinaus. Alleine auf unserer Facebook-Seite erreichten die Artikel zum Thema mehr als 140.000 Menschen. Es entbricht erneut eine hitzige Debatte, vor allem vor dem Hintergrund der sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln, Hamburg und Düsseldorf – auch über die Informationspolitik der Polizei. Doch die Beamten in Baden-Württemberg wehren sich vehement gegen die Vorwürfe. So etwas wie einen ‚Maulkorb‘ gebe es nicht.

Flüchtlinge wollen Zeichen gegen Gewalt setzen

Aber nicht nur in den sozialen Netzwerken, sondern auch in den Schwetzinger Flüchtlingsunterkünften sind die Bewohner bestürzt von der brutalen Attacke. Ein junger Mann gesteht uns, dass viele Bewohner Angst haben, dass der Übergriff zu Ressentiments führe und auf sie zurückfallen könnte. Dass alle Asylsuchenden in Schwetzingen über einen Kamm geschert würden.

Deswegen sei eine Demonstration geplant, um die „feige Tat“ zu verurteilen und Farbe zu bekennen.

Ein Mitarbeiter in der Schwetzinger Sammelunterkunft berichtet HEIDELBERG24, dass die Flüchtlinge regelrecht geschockt und verängstigt sind. Und sie seien aufgebracht. „Hätten die Flüchtlinge gewusst, dass der Täter unter ihnen ist, dann hätten sie ihm den Kopf abgerissen“, formuliert der Mitarbeiter salopp die Stimmung. 

Der festgenommene Tatverdächtige soll zuvor in einer Unterkunft in Mannheim untergebracht gewesen sein. Weil er Probleme gemacht habe, sei er nach Schwetzingen „verlegt“ worden. Dort soll es dann nur wenige Tage später zu dem Übergriff auf dem Bahnhofsvorplatz gekommen sein. Dass der Asylsuchende zuvor aufgefallen sein soll, konnte die Staatsanwaltschaft Mannheim auf Anfrage von HEIDELBERG24 nicht bestätigen.

Der 30-jährige Tatverdächtige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Sollte er der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen werden, droht ihm zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Gefängnis.

rob

Quelle: Mannheim24

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