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Hotel Atlanta - Nun Flüchtlingsheim in Schwetzingen.

Info-Abend in Schwetzingen

Flüchtlingsheim kein Grund für Sorgen, Angst & Wut

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Schwetzingen - Sorgen, Angst, Ärger, Wut - Alles Emotionen aus dem Infoabend in Schwetzingen. Thema: die Flüchtlingsunterbringung. Trotzdem: eine gute Veranstaltung. Die Gründe.

Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Eritrea, dem Kosovo und anderen Ländern fliehen aus ihrer Heimat und landen auch im Rhein-Neckar-Kreis. 109 Flüchtlinge waren es in 2007 im gesamten Kreis. 

Stefan Becker, Leiter des Ordnungsamtes des Rhein-Neckar-Kreises, rechnet in diesem Jahr mit 5.600 Hilfesuchenden für den Kreis. 

Eine erschreckende Zahl. Eine Zahl, die Sorgen und Ängste auslöst. 5.600 Mal Angst, Sorge und Ungewissheit in einem fremden Land mit fremder Sprache, fremden Gewohnheiten. Und genauso Angst, Sorge und Ungewissheit vor dem Fremden bei den Schwetzingern. Was kommt da auf uns zu?

Das Hotel Atlanta wurde im Juli binnen weniger Tage notdürftig zu einem Flüchtlingsheim umgebaut, rechtlich begründet mit „Polizeilichem Notstand“: „Die Menschen wären sonst auf der Straße gelandet“, sagt Stefan Becker. „Eine Situation, die keiner will.  

120 alleinstehende Männer sind es nun im Hotel Atlanta. „Nicht glücklich“ ist Amtsleiter Becker damit, es soll kein Dauerzustand sein.

Reden hilft

Fünf Einsätze von Polizei und Feuerwehr beobachtet eine junge Nachbarin binnen kürzester Zeit in dem Flüchtlingsheim. Steilvorlage für noch mehr Sorgen, Angst und ja - gepflegte Ressentiments … 


Schwetzingens Polizeichef Hubert Böllinger stellt klar: „Gut beobachtet. Es war aber nie Gefahr im Verzug.“ Grund für die Einsätze war ein falsch eingebauter Brandmelder, direkt über dem Herd in der Großküche. Nach dem 5. Einsatz wurde er (endlich) abgebaut. „Die Männer kochen gern“, ergänzt Rita Erny, die sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge einsetzt. „Und wie sie kochen!“

Eine Nachbarin des Flüchtlingsheims - nach dem Erstbezug konnte sie zwei Nächte lang nicht schlafen - erzählt: „Ich sitze mit meinem Mann an einem lauen Sommerabend auf dem Balkon. Plötzlich tut es einen furchtbaren Knall. Erschrocken schauen wir nach.“ 

Ergebnis: Ein junger Asylbewerber hattedie Kurve mit seinem Fahrrad nicht gekriegt. War in ein Auto geknallt, der Rückspiegel hinüber, der junge Mann leicht verletzt. „Der junge Mann zitterte. Er hatte Angst vor der Polizei.“ Ärger, Abschiebung - Wer weiss, was in solch einem Fall in dem Kopf eines Flüchtlings vorgeht? Man habe sich um den jungen Mann gekümmert, erste Hilfe geleistet und gemeinsam mit der Polizei den Unfall aufgenommen. Der erste direkte Kontakt mit einem Flüchtling. „Meine Angst hat sich gelegt“, sagt die Nachbarin. „Wir werden langsam aufeinander zugehen.“ Applaus von den etwa 100 Besuchern des Infoabends.

Gelegenheit für weiteres gegenseitiges Kennenlernen ist am Sonntag, 4. Oktober. Ab 14 Uhr laden die Flüchtlinge und der Arbeitskreis Asyl in die Flüchtlingsunterkunft. „Gemeinsam Feiern & Kennenlernen“ ist das Thema. Die Männer kochen …

Quelle: Mannheim24

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