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Das SEK stürmt am Donnerstagnachmittag das Kinopolis in Viernheim.

SEK-Großeinsatz

Kinopolis-Geiselnahme geht glimpflich aus

Viernheim – Panisch rennen Kinder und Erwachsene am Donnerstagnachmittag aus dem Kinopolis: Ein bewaffneter Geiselnehmer hat mehrere Kinobesucher in seiner Gewalt. Die dramatische Geschichte:

Es ist 14:30 Uhr, trotz der brütenden Hitze und strahlendem Sonnenschein ist das Kinopolis gut besucht – gleich starten die ersten Vorstellungen im Kinocenter. Auch viele Kinder sind da – auf dem Programm stehen nachmittags hauptsächlich Filme für die kleinsten Besucher.

Zu diesem Zeitpunkt ahnt keiner, welches Horror-Szenario sich hier in den nächsten Minuten abspielen wird!

Geiselnahme: SEK-Einsatz im Kinopolis

Gegen 14:40 Uhr betritt ein mit einer Sturmmaske vermummter Mann das Kino, in der Hand: ein Maschinengewehr! Er bedroht den Kassierer Guri B. (Hier geht‘s zum Augenzeugen-Bericht), schnell wird aber klar, dass der Mann nicht auf Geld aus ist! Er verriegelt das Gebäude, nimmt die teilweise minderjährigen Kinobesucher und Mitarbeiter als Geiseln. Einige können sich aus dem Gebäude retten, rennen panisch über den Vorplatz, um sich in Sicherheit zu bringen.

Oguzhan Türk (18), Mitarbeiter eines benachbarten Computergeschäfts, gibt einen der ersten Notrufe gegen 14:45 Uhr ab. Angsterfüllt stürmt eine Frau zu ihm in den Laden und bittet ihn um Hilfe: „Rufen Sie schnell die Polizei! Ich wurde mit einer Waffe bedroht! Überfall, Überfall!“

Chile, USA, Zypern: Kinopolis-Geiselnahme geht um die Welt

Schon wenige Minuten später ist das Kinocenter umzingelt und weiträumig abgesperrt. Auch das Rhein-Neckar-Zentrum wurde evakuiert und geschlossen. Eine SEK-Einheit aus Frankfurt rückt an, mehrere Hubschrauber kreisen über dem Gelände. 

Polizeipressesprecher Bernd Hochstädter gibt am Tatort Interviews.

Das Polizeipräsidium Südhessen gibt während des Einsatzes kaum Informationen heraus. Nachrichtensperre! In Medienberichten ist zu diesem Zeitpunkt die Rede von vielen Verletzten – Auch internationale Online-Portale berichten von einem blutigen Amoklauf in Viernheim. Diese wilden Gerüchte werden sich glücklicherweise nicht bestätigen.

Was sich in dem beliebten Kino genau abgespielt hat, ist auch am frühen Abend noch nicht offiziell bestätigt. „Es sollen vier Schüsse abgegeben worden sein.“, erklärt der Darmstädter Polizeisprecher Bernd Hochstädter lediglich gegenüber MANNHEIM24.

Schwerbewaffnete Polizisten stürmen schließlich gegen 16:30 Uhr das Gebäude und können die Geiselnahme nur mit einem finalen Rettungsschuss beenden. 

>>> Liveticker von der Geiselnahme im Kinopolis

Gegen 18 Uhr spricht die Polizei vom Ende der „Bedrohungslage“. 

Offizielle Stellungnahme vom Innenministerium

Einer ersten Einschätzung der Sicherheitsbehörden zufolge hatte die Tat vermutlich keinen terroristischen Hintergrund. Bei dem Mann habe es sich mutmaßlich um einen verwirrten Einzeltäter gehandelt. Einem Medienbericht zufolge, sollen am Donnerstagabend aber auch noch ein Sprengstoffgürtel und eine Handgranate neben der Leiche des Täters gefunden worden sein.

Kino bleibt geschlossen

Das Kino wurde als „Tatort“ beschlagnahmt, am Abend ist noch die Spurensicherung vor Ort, um das Gelände zu untersuchen. Kinofilme werden am Tag der Geiselnahme wohl nicht gezeigt. Wie lange die Absperrung andauern wird und wann das Kino wieder aufmachen kann, ist am Donnerstagabend noch nicht klar.

Auch das Motiv des Geiselnehmers ist nicht bekannt. Die Ermittler schließen einen terroristischen Hintergrund aus. Man vermute, dass es sich um einen „verwirrten Einzeltäter“ handele.

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sag

Quelle: Mannheim24

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