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Die Gewerbehalle im Walldorfer Industriegebiet, in der derzeit fast 300 Menschen leben.

Langfristige Unterbringung

Flüchtlinge in Walldorf: Container statt Notunterkunft

Walldorf – Die Notunterkunft in der Industriestraße könnte bald Geshichte sein. Denn ein privater Investor hat dem Landkreis angeboten, eine Containeranlage in der Philipp-Reis-Straße zu errichten.

Die Aufgabe sei nach wie vor gewaltig, berichtet das Landratsamt Rhein-Neckar am Dienstag in einer Pressemitteilung. Etwa 7.100 Asylbewerber und Flüchtlinge habe der Kreis inzwischen vorläufig unterbringen müssen, über 2.100 in Notunterkünften, also in Sport- oder in der Mehrzahl Gewerbehallen.

So auch in Walldorf. Dort lebten derzeit (Stand: 26.04.2016) 286 Menschen in einer Gewerbehalle, weitere 54 wohnten in einer Gemeinschaftsunterkunft in der Albert-Einstein-Straße und 91 in Wohnungen in der Bahnhofstraße.

Notunterkünfte abbauen

Diese Notunterkünfte will der Kreis nach und nach abbauen und Alternativen schaffen. Das Angebot eines Privatinvestors in Walldorf kommt daher genau richtig. „Hier könnten wir voraussichtlich 300 Personen für drei Jahre unterbringen, wenn das Baugenehmigungsverfahren abgewickelt und der Bau fertig gestellt sein wird“, erklärt der für die Flüchtlinge zuständige Ordnungsamtsleiter des Kreises, Stefan Becker.

Damit könnten alle in der Industriestraße lebenden Menschen in der Philipp-Reis-Straßeeine bessere Unterkunft finden. Einige Geflüchtete, die aus der Landeserstaufnahmestelle in Karlsruhe kamen, hatten sich im September 2015 geweigert, in die Gewerbehalle zu ziehen. Sie campierten rund vier Tage lang auf der Straße (WIR BERICHTETEN). Offenbar waren die Zustände in der Gewerbehalle nicht ausreichend.

Abhilfe durch schnellen Containerbau 

„Solche relativ schnell zu errichtenden Containerkomplexe ermöglichen es uns, den Schutz und Obdach Suchenden idealere Wohnbedingungen bieten zu können“, ergänzt Christoph Schauder, der Ordnungsdezernent des Kreises. 

Ob man in Zukunft ganz um Notunterkünfte herumkommen wird, könne er jedoch sagen. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man - angesichts der Entwicklungen in Griechenland, der Türkei und Nordafrika - noch nicht von einer Entspannung sprechen. Daher heiße es weiterhin, „mit Pragmatismus zu handeln“ und schnell über Unterbringungsmöglichkeiten entscheiden. Als Teil des neuen Konzeptes greife man daher auch auf private Investorenlösungen zur Unterbringung zurück.

Wird Gewerbehalle langfristige Flüchtlingsunterkunft?

Mit dem Umzug der Flüchtlinge aus der Industriestraße in die neue Containeranlage könnte die bisherige Notunterkunft in eine reguläre Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge umgebaut werden, die dann auch längerfristig nutzbar wäre. Bei Umsetzung dieser Planung würde die Containeranlage in der Philipp-Reis-Straße nach Ablauf der dreijährigen Nutzung wieder aufgegeben

Letztlich könne hierzu aber noch „keine definitive Aussage getroffen werden“, eine abschließende Entscheidung über die Umnutzung der Gewerbehalle in der Industriestraße könne noch nicht getroffen werden, erklärt Schauder. Er sei aber auf jeden Fall dankbar für das große ehrenamtliche Engagement des Walldorfer Arbeitskreises Asyl, der mit vielen Helferinnen und Helfern die in der Stadt lebenden Flüchtlinge unterstützt, sowie der Stadtverwaltung Walldorf für die ausgezeichnete Zusammenarbeit

sag/Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis

Quelle: Mannheim24

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