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Die Kreissporthalle in Wiesloch könnte im Frühsommer geräumt werden.

Flüchtlingsunterbringung

Wird die Kreissporthalle bald wieder frei? 

Wiesloch - Der Zuzug von Flüchtlingen nach Deutschland geht zurück. Das entspannt auch die Unterbringungssitutation im Rhein-Neckar-Kreis. Was das für Wiesloch bedeuten könnte:

Seit einigen Wochen registrieren die Landeserstaufnahmeeinrichtungen in Baden-Württemberg einen deutlichen Rückgang an ankommenden Flüchtlingen.

Jetzt entspannt sich auch die Zuweisungssituation an den Rhein-Neckar-Kreis durch das Regierungspräsidium Karlsruhe: „Nachdem wir im Februar und März noch mit rund 200 Personen pro Woche gerechnet haben, sind uns für den April noch rund 80 Personen pro Woche avisiert gewesen“, fasst Landrat Stefan Dallinger die derzeitige Situation zusammen.

Da der Rhein-Neckar-Kreis bislang „seine Hausaufgaben gemacht habe“, wie Dallinger es ausdrückt, also der Aufnahmeverpflichtung voll nachgekommen ist, könne man „jetzt im Kreis ein wenig durchatmen.“ Das Land hatte bislang bis zu 4.000 Flüchtlinge pro Woche zur vorläufigen Unterbringung an die Stadt- und Landkreise weitergegeben. Diese Zahl soll ab Mai 2016 auf 500 reduziert werden.

Kreissporthalle im Frühsommer wieder frei?

Man wolle die günstige Situation nutzen und zunächst die Kreissporthalle in Wiesloch bis Frühsommer räumen, um sie „nach Sanierungsarbeiten bis zum neuen Schuljahr 2016/2017 wieder dem Schul- und Vereinssport zur Verfügung stellen zu können“, erklärt Landrat Dallinger.  

Auch die sieben Gewerbehallen, die derzeit vom Kreis als Notunterkünfte genutzt werden, wie zum Beispiel in Walldorf ( WIR BERICHTETEN) sollen frei werden. Von den über 7.100 Flüchtlingen, die im Rhein-Neckar-Kreis vorläufig untergebracht sind, leben rund 2.100 in Großunterkünften. Sie sollen auf neue Gemeinschaftsunterkünfte verteilt werden.

Entspannung, aber keine Entwarnung

Angesichts der Entwicklungen in Griechenland, der Türkei und Nordafrika könne man noch keine Entwarnung geben, so Dallinger. Deshalb müsse der Kreis neue Gemeinschaftsunterkünfte aufbauen. Dafür sei man dringend auf weitere Standorte für den Ausbau von regulären Gemeinschaftsunterkünften angewiesen. Man habe besonders den Ausbau weiterer Containeranlagen im Blick. 

Die Entscheidung, zu welchen Zeitpunkten die anderen Hallen wieder freigegeben werden können, werde auch die Entwicklungen der Zu- und Abgänge berücksichtigen und voraussichtlich in den kommenden Monaten getroffen werden.

Hintergrund

Derzeit stehen im Rhein-Neckar-Kreis in 26 Städten und Gemeinden für Flüchtlinge rund 7.100 Unterbringungsplätze, in Gemeinschaftsunterkünften, Wohnungen und Notunterkünften, zur Verfügung. In acht weiteren Gemeinden gibt es zum Teil weit fortgeschrittene Planungen.

Die Unterbringungskapazitäten sind laut Kreis „ausgelastet“. Eine verlässliche Prognose über die zu erwartenden Flüchtlingszahlen gebe es derzeit weder vom Bund, noch vom Land oder dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

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Landratsamt Rhein-Neckar/rmx

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