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Severino Seeger hat am Samstag das DSDS-Finale gewonnen.

Das plant er mit seinem Gewinn

Frischgebackener Vater gewinnt 12. DSDS-Finale

Bremen - Deutschland hat einen neuen "Superstar": Ein junger Vater aus Hessen hat die Castingshow gewonnen. Für ihn geht ein Traum in Erfüllung. Heino findet es "supergeil". Dieter Bohlen bekommt Gänsehaut.

Severino Seeger ist vor wenigen Monaten Vater geworden. Statt Windeln zu wechseln, wird er in nächster Zeit wohl viele Autogramme schreiben. Der 28-Jährige hat gerade die Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ gewonnen. Vor ihm liegt ein eigener Plattenvertrag - und der Traum vom großen Ruhm. „Ich bin richtig, richtig stolz“, sagt er am Tag danach. Den Sieg in Bremen hat er bis in die Nacht gefeiert. Doch schon wenige Stunden später stehen die ersten Interviews an. Auch wenn Severino es selbst noch nicht richtig realisiert hat: Sein neues Leben als „Superstar“ hat bereits begonnen.

Als das größte „DSDS“-Finale aller Zeiten kündigt der Privatsender RTL die dreistündige Live-Sendung aus der Bremer Stadthalle am Samstagabend an. Nicht nur Millionen Fernsehzuschauer, sondern auch rund 11.000 reale Zuschauer müssen die letzten drei verbliebenen Gesangstalente auf der Bühne überzeugen. Neben Severino Seeger aus dem hessischen Wächtersbach haben es auch der Blumenverkäufer Antonio Gerardi und die Schülerin Viviana Grisafi in die Endrunde geschafft.

Krimi-Serie "Donna Leon" schlägt DSDS-Finale 

Kurz vor der Sendung verschärfte RTL die Sicherheitsvorkehrungen in der Halle. ProSieben hatte zwei Tage zuvor das Finale von Heidi Klums „Germany's next Topmodel“ in Mannheim abbrechen müssen, weil es eine Bombendrohung gegeben hatte. Ein mulmiges Gefühl hat Silvia Kroboth in Bremen trotzdem nicht. Vorsichtshalber zu Hause bleiben? „Niemals“, sagt sie. Seit Jahren sind sie und ihre Tochter Jenifer treue Fans der Castingshow. „Das ist unser Ding.“ Schnell kaufen beide noch ein pinkes Fanshirt. Dann geht es ab in die Halle.

Auch vor dem Fernseher verfolgen die Fans die Show. RTL erreichte 4,4 Millionen (16,3 Prozent) Zuschauer, musste sich aber der ARD-Krimi-Serie „Donna Leon“ geschlagen geben.

Auf der Bühne der Bremer Stadthalle wechseln sich Dance-Hits und gefühlvolle Balladen ab. Die Zuschauer feuern ihre Favoriten an - so laut, dass die Worte der Jurymitglieder in der Arena manchmal kaum zu verstehen sind. Neben dem ewigen Dieter Bohlen sind diesmal die Sängerin Mandy Capristo, DJ Antoine und Schlagersänger Heino mit dabei, der die Auftritte „affengeil“ und „supergeil“ findet.

Das plant Severino Seeger mit seinem Gewinn

Als Severino „Unchained Melody“ von The Righteous Brothers singt, fliegen Herzkissen und Rosen auf die Bühne. Fans schwenken Plakate und bunte Leuchtstäbe. „In der ganzen Staffel hast Du Gänsehaut geliefert“, lobt Bohlen dessen Gesangsqualitäten. Für den 28-Jährigen erfüllt sich ein Traum. Doch schon in wenigen Tagen wird ihn die Realität einholen. Am 2. Juni steht er in Frankfurt vor Gericht. Nach Medienberichten soll er in einen Betrugsfall verwickelt sein. „Ich muss mich dafür verantworten“, sagte Severino. Doch mehr will er zu den Vorwürfen nicht sagen.

Beim Finale ist die Geschichte kein Thema für die Fans. Teenager drängen sich in den Pausen an dem Absperrband im Vorraum, hinter dem die drei Kandidaten nach ihren Auftritten verschwinden. Mit ihren Handys machen sie Fotos davon, wie die 17-jährige Viviana zurück in ihre High-Heels schlüpft. „Viviana, Du siehst gut aus“, ruft ein Mädchen. Wie Stars können sich die drei Finalisten schon vor dem Ende der Sendung fühlen. Doch in ein paar Monaten könnten sie schon wieder vergessen sein. Denn eine große Karriere haben die meisten „Superstars“ nicht hingelegt.

Das ist auch Severino klar. Seit er 14 Jahre alt ist, hat der Sohn eines Italieners dafür gekämpft, auf den großen Bühnen auftreten zu können. „Dieses harte Stück Arbeit hat sich ausgezahlt“, sagt er nach seinem Sieg. Er ist jetzt um 500.000 Euro reicher, wird ein eigenes Album aufnehmen, für ein Video vor der Kamera stehen und im Herbst auf Tour durch mehrere Städte gehen. Für den 28-Jährigen jedoch kein Grund abzuheben. Er will jetzt weiter an seiner Karriere arbeiten und das Geld gut anlegen. „Damit es irgendwann mal mehr wird.“

dpa

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