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Aus Bückeburg in Niedersachsen nach Brasilien versetzt: der Musiklehrer Marten Brückling (Edgar Selge).

Frustrierter Lehrer trifft brasilianische Lebenslust

Trailer zu "Bach in Brazil": Da ist Musik drin

München - Bahnbrechende Originalität bietet die Geschichte zwar nicht, "Bach in Brazil" überzeugt dank Ensemble, Soundtrack und Humor.

Das „Ave Maria“ im Samba-Stil, ein Präludium unterlegt mit hitzigen Trommelrhythmen: Die Musik zu „Bach in Brazil“ hätte mächtig schiefgehen können. Ist sie aber nicht, so viel vorweg. Auch sonst macht der Film von Regisseur Ansgar Ahlers vieles richtig trotz des aufdringlichen Gebarens als „schulrelevant“ (Prädikat wertvoll!).

Sicher, bahnbrechend originell ist es nicht, einen frustrierten Musiklehrer aus Bückeburg ins lebensfrohe Brasilien zu versetzen, wo er eigentlich nur ein wertvolles Notenblatt abholen will und sich schließlich als Leiter eines Orchesters aus verhaltensauffälligen Jugendlichen wiederfindet. Und, ja: Es ist ein Film für den Unterricht – allenfalls oberflächlich werden die Probleme thematisiert, mit denen die Kinder belastet sind. Dafür herrscht eine nachdrücklich optimistische Grundstimmung, personifiziert durch gut gelaunte Brasilianer, und das Identifikationspotenzial der jugendlichen Trotz-Figuren, die ja eigentlich musikalische Wunderkinder sind, ist auf die höchste Stufe geschraubt.

Dass der Film trotzdem keineswegs, haha, den Bach runtergeht, ist zum einen Johann Sebastian selbst zu verdanken, dessen altbekannte Melodien durch die erwähnte Rhythmisierung einen beschwingten Soundtrack beisteuern, zum anderen dem lauten Humor, der wohl selbst pubertäre Coolness zum verschämten Grinsen bringt, und schließlich – wie so oft – den Schauspielern: Edgar Selges stets konsternierter Gesichtsausdruck erzeugt irgendetwas zwischen Mitleid und Vergnügen. Und für seine jungen Co-Stars, allen voran Pablo Vinicius als musikalisches Schlitzohr, gibt es nur zwei Worte: herzzerreißend, bezaubernd!

„Bach in Brazil“

mit Edgar Selge, Marília Gabriela, Pablo Vinicius, Franziska Walser Regie: Ansgar Ahlers

Laufzeit: 92 Minuten

Sehenswert

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Johanna Popp

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