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Diese Band war kein „Projekt“, die Beatles waren tatsächlich vier Freunde – die einander am Ende wehtaten.

Beatles-Doku

Kinofilm "Eight Days a Week": Einsamer Wahnsinn

München - Ron Howards erstaunlicher, spektakulärer Dokumentarfilm über die Beatles macht schnell deutlich: Nichts kommt an den Wahnsinn heran, mit dem die Beatles die Welt überzogen haben.

Seit sich die Beatles aufgelöst haben, werden immer neue Pop-Phänomene entdeckt, die angeblich auch eine „Mania“ ausgelöst haben – angefangen von den sehr zu Recht vergessenen Bay City Rollers bis hin zu den blutarmen Boybands der Neunzigerjahre. Regisseur Ron Howard stellt in seinem spektakulären Dokumentarfilm „Eight Days a Week“ endgültig klar: Nichts kam oder kommt an den Wahnsinn heran, mit dem die Beatles die Welt überzogen. Dass sich Howard bei der Erzählung dieses modernen Märchens an den frühen Jahren der Dauer-Tourneen orientiert, ist ein geschickter Schachzug: In der Zeit vor Sozialen Netzwerken und omnipräsenten Medien waren Konzerte der Schlüssel zum Erfolg.

Bis zur letzten Tour im Sommer 1966 hatten die Beatles über 1000 Konzerte gegeben, die Live-Auftritte im Radio und beim Fernsehen nicht eingerechnet. Paul McCartney weist nachdrücklich darauf hin, dass sie kein Überraschungserfolg waren: Die Beatles hatten jahrelange Erfahrung, und die kam ihnen im richtigen Augenblick zugute. Ron Howard lässt das mit zum Teil sehr rarem Material spürbar werden. George Harrison treibt die Band mit kraftvoller Gitarre nach vorn, Ringo Starr prügelt auf sein Schlagzeug ein wie ein früher Punk, während sich John Lennon und Paul McCartney die Seele aus dem Leib schreien.

Ein Kraftwerk, dem man sich kaum entziehen kann. Zumal das Quartett wie besessen Lieder aufnahm, die immer besser wurden. Howards Perspektive ist die eines Fans, aber das hilft nachzuzeichnen, weshalb die Beatles zur Legende wurden. Es lag außer an der Musik auch an ihrer Ausstrahlung. Diese Band war kein „Projekt“, das waren vier Freunde. Dies erklärt auch die Verbitterung am Ende – nur Menschen, die einander mögen, können einander wehtun. Eine erstaunliche Dokumentation von der auch Fans Neues lernen können – etwa, dass die Beatles die Rassentrennung in US-Stadien aufgehoben haben.

„Eight Days a Week“

Regie: Ron Howard

Laufzeit: 120 Minuten

Hervorragend

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Zoran Gojic

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