Visuell dennoch überlegen

"Die Rache der Nitros" entspricht eher einer Holperfahrt

„Wilde Kerle“-Erfinder Joachim Masannek ist seinen Kollegen visuell Wagenlängen voraus, inhaltlich überzeugt der zweite Teil von „V8“ jedoch nicht. 

 

Vor zwei Jahren wechselte Joachim Masannek die Sportart. Statt wie früher auf Fußball setzte der „Wilde Kerle“-Erfinder jetzt auf Schotterpisten-Rennen. Mit fahrbaren Untersätzen, die irgendwo zwischen Seifenkiste und hochmotorisierten Karts zu finden sind. „V8 – Du willst der Beste sein“ lautete das Motto, und vier Nachwuchsfahrer hatten sich mit ihren Boliden gegen konkurrierende Teams durchzusetzen. Ein Traum für alle Formel-1-infizierten Buben – das waren an den Kinokassen allerdings nicht viele. Die 2013 bereits mitgedrehte Fortsetzung muss nun trotzdem unters Volk.

In der Geschichte, die Masannek in „V8 – Die Rache der Nitros“ erzählt, sind nur ein paar Monate vergangen. Die Kinder wollen immer noch den größten Rennsport-Wettbewerb der Umgebung gewinnen. Haben sich aber mit internen Reibereien auseinanderzusetzen, ehe jeder seinen Platz gefunden hat: Robin (Samuel Jakob) und David (Georg Sulzer) sind die Fahrer, Kiki Lelou (Klara Merkel) ist die Mechanikerin, und Luca (Maya Lauterbach) gilt als Team-Motivatorin. Masannek gibt von Anfang an Vollgas. Das kaschiert Schwachstellen, erschwert aber den Einstieg für „V8“-Neulinge. Dramaturgisch holpert es mächtig, wenn im Zeitraffer der erste Film zusammengefasst wird; die Off-Kommentare bleiben leider durchgängiges Stilmittel. In die leicht verfahrene Handlung bringen aber auch sie kein System.

Wenn nicht inhaltlich, überzeugt der Film aber optisch. Masannek gelingt es auch diesmal, eine originelle Welt zu erschaffen, zwischen Endzeit-Drama, Hippietraum und Formel 1. Bestechend fotografiert ist das Ganze außerdem. Das bildet bis heute Masanneks Alleinstellungmerkmal innerhalb des Genres. Da mag der Plot manchmal verworren sein – visuell ist der Regisseur seinen Kollegen um Wagenlängen voraus.

„V8 – Die Rache der Nitros“

Mit Maya Lauterbach

Regie: Joachim Masannek

Laufzeit: 92 Minuten

Dieser Film könnte Ihnen und Ihren Kindern gefallen, wenn Sie „Die Wilden Kerle“ mochten.

Rubriklistenbild: © Universal Pictures/dpa

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