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Der neue Franken-Tatort heißt "Das Recht, sich zu sorgen".

Vorschau auf Krimi in der ARD

Franken-Tatort: 3 Fälle und 2 Gründe, ihn zu schauen

Nürnberg - Zwölf Millionen Zuschauer haben den ersten Franken-Tatort gesehen. Der zweite Fall aus Nürnberg kommt jetzt in der ARD - in Wahrheit sind es drei Fälle in 90 Minuten. Die Vorschau.

Wir sind daran gewöhnt, in den ersten paar Minuten eines Tatorts eine Leiche zu sehen und dann 85 Minuten darauf zu warten, bis der eine Fall aufgeklärt ist. Der Franken-Tatort bewahrt sich seine Andersartigkeit in der erfolgreichen ARD-Krimi-Reihe. Der zweite Film aus Nürnberg verwebt diesmal drei Fälle miteinander, die sich am Ende nur thematisch berühren, nicht aber zusammengehören - denn auch das wäre erwartbar und zu unrealistisch-konstruiert gewesen.  

Zugegeben: Alle drei Fälle in diesem Tatort gruseln uns nicht. Wir haben keinen Kloß im Hals, so wie bei den beiden Kiel-Fällen "Borowski und der stille Gast" und "Die Rückkehr des stillen Gastes". Entschuldigen Sie, dass ich diesen Vergleich wieder hernehme wie schon in der vergangenen Woche bei der Kritik zum Tatort aus Münster. Aber solche gruseligen Fälle wie die vom voyeuristischen Postboten, der durch die Wand kommt (unheimlich gut gespielt von Lars Eidinger), gab es danach nicht mehr in der Tatort-Reihe. Leider.

Und trotzdem sind die drei erzählten Fälle einer von zwei Gründen, am Sonntag den Franken-Tatort zu schauen.

Grund 1, den Franken-Tatort jetzt zu schauen: die drei Fälle 

Felix Voss (Fabian Hinrichs), Paula Ringelhahn (DagmarManzel) und Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid) von der Mordkommission Franken finden erste Spuren.

Wer schon bei dem Gedanken, drei Fälle in 90 Minuten verstehen zu müssen, Überforderung spürt, kann beruhigt sein: Die Fälle sind leicht erzählt, Sie müssen sich nicht viele Namen merken. Stephanie Heckner, Redakteurin des Tatorts-Teams, beschreibt, was diese drei Fälle vereint: Der Tatort "kreist um Familienthemen und um die Frage, ob und wie einsam und verloren der Mensch auch innerhalb von Familienbeziehungen sein kann. Was jede dieser Figuren antreibt, ist die Sehnsucht nach dem Gegenteil von Einsamkeit".

Es gibt den Fall einer erwürgten Wirtin, den Fall eines Schädels, der nicht zum Rest eines Skeletts im Würzburger Institut für Anatomie passt, und den Fall eines vermissten Mannes. Dessen Mutter baut ein Zelt vor dem Polizeipräsidium in Nürnberg auf, pumpt eine Luftmatratze auf und kritzelt mit schwarzem Filzstift "Bitte suchen Sie meinen Sohn" auf ein Stück Pappe, die sie anklagend hochhält.

Es gibt sogar eine vierte Geschichte in diesem Tatort: die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter und ihrer kleinen Tochter, die für den verschwundenen Vater Muffins backt. Ist er tot? Hat er Frau und Kind sitzen lassen? Sie sehen die Auflösung am Sonntagabend im Ersten.  

Grund 2, den Franken-Tatort jetzt zu schauen: das Ermittler-Team

Das Team der Mordkommission ist der Grund, warum sich der Franken-Tatort von seiner Konkurrenz abhebt. Das gelingt auch im zweiten Fall, der "Das Recht, sich zu sorgen" heißt. Kriminalhauptkommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Kriminalhauptkommissarin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) sind so lieb und angenehm unaufgeregt. Nie ruppig oder überheblich. "Das macht dieses Team aus: Dass die alle gerne zusammenarbeiten", sagt Schauspielerin Dagmar Manzel.

Und ganz wichtig: Die Ermittler sind keine Psychos, so wie zum Beispiel Kommissar Peter Faber im Dortmund-Tatort, der seine Vergangenheit noch nicht bewältigt hat und regelmäßig durchdreht und Schreibtische umkippt. Dass uns Voss und Ringelhahn nicht mit Privatproblemen belästigen, gefällt uns.

"Es geht ja nun wirklich nicht darum, in einem Film gleich den gesamten biografischen Hintergrund aller Charaktere zu erzählen", sagt Schauspieler Fabian Hinrichs. Er ist der Meinung, dass sich die Zuschauer den Figuren allein dadurch schon behutsam annähern, indem sie die Ermittler bei der Arbeit beobachten.

So sehen Sie den Tatort jetzt aus Nürnberg im Fernsehen und Internet

Der Franken-Tatort läuft am Sonntag (22. Mai) um 20.15 Uhr in der ARD. Der Tatort mit Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel ist danach 30 Tage in der Das-Erste-Mediathek abrufbar.

Lesen Sie hier die letzten Tatort-Folgen nach: "Sumpfgebiete" (Polizeiruf aus München), "Taxi nach Leipzig" (1000. Tatort-Jubiläum), "Borowski und das verlorene Mädchen" (Kiel), "Echolot" aus Bremen, "Wir - Ihr - Sie" aus Berlin, "Feierstunde" aus Münster, "Fünf Minuten Himmel" aus Freiburg, "Mia san jetz da wo's weh tut" aus München, "Die Geschichte vom bösen Friedrich" aus Frankfurt und "Im gelobten Land" aus Stuttgart.

sah

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